Flüchtlinge: Stadt, DRK, Präventionsrat und Polizei stellen sich den Fragen von Schülern

„Es wird einfach zu viel erzählt“

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Zirka 250 Schüler aus den Klassenstufen acht bis zehn waren bei der Podiumsdiskussion dabei.

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Die Flüchtlingskrise in Visselhövede beschäftigt in diesen Tagen viele Bürger – und auch die Heranwachsenden. Aus diesem Grund haben die Schulleitung und das Lehrerkollegium der Oberschule an der Lönsstraße eine Podiumsdiskussion veranstaltet, bei der die Schüler ihre Fragen zur Situation vor Ort in der Vissel-Stadt beantwortet bekamen.

Unter dem Motto „Schüler stellen Fragen“ haben sich mehr als 250 von ihnen in der Aula der Schule versammelt – die gesamten Klassenstufen acht, neun und zehn. Organisatorin Bärbel Korgel konnte die wesentlichen lokalen Akteure der Flüchtlingssituation gewinnen, die Rede und Antwort standen. So waren neben dem Schuldirektor Gerard Dyck und dem Leiter der Visselhöveder Polizeiwache, Matthias Wölk, auch der Leiter der Notunterkunft in der Kaserne Lehnsheide – Lars Neugebauer vom Deutschen Roten Kreuz –, Bürgermeister Ralf Goebel und der Chef des Präventionsrats, Gustav Stegmann, auf dem Podium vertreten.

Die Schüler hatten viele Fragen. Bereits im Vorfeld der Diskussion setzten sie sich in ihren Klassenverbänden zusammen, um gemeinsam die Fragen zu formulieren, die sie in Zusammenhang mit den Neuankömmlingen am meisten beschäftigten.

Neugebauer war ein beliebter Ansprechpartner, da es viele Fragen zum Leben in der Kaserne Lehnsheide gab. Er hatte damit allerdings auch die Gelegenheit, mit Gerüchten aufzuräumen. So sei es beispielsweise nicht der Fall, dass Frauen und Männer voneinander getrennt werden. „Die Stimmung ist sehr, sehr gut“, versicherte er. Auch wenn das nicht immer der Fall gewesen sei. Auch Wölk riet den Schülern, nicht alles zu glauben, was in der Stadt geredet wird. „Es wird einfach zu viel erzählt“, sagte er. Eine durch die Flüchtlinge signifikant angestiegene Kriminalitätsrate konnte er nicht feststellen.

„Manche Sachen werden einfach aus Unkenntnis in die Welt gesetzt“, so Stegmann. Bürgermeister Goebel ermunterte dazu, selbst den Kontakt zu den Flüchtlingen zu suchen. Er forderte auf, diese Sachen kritisch zu betrachten. „Fragt nach!“, sagte er eindringlich.

Gelegentlich wurden auch allgemeinere Fragen thematisiert, die sich nicht auf die Situation direkt in Visselhövede beziehen. Etwa, wieviel Geld Flüchtlinge monatlich bekommen und was sie damit alles bezahlen müssen, welche Voraussetzungen ein Asylantrag mit sich bringt oder warum Flüchtlinge häufig hochwertige Handys besitzen (Wölk: „Extrem wichtig, um Kontakt zur Familie zuhause herzustellen.“).

Am Ende war so manches Fragezeichen über den Köpfen der Schüler verschwunden. Das breite Spektrum an Themen bewies, dass die Flüchtlingssituation auch an den Schülern nicht vorbei geht – und sie sich damit beschäftigen.

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