Flüchtling Miad Pedlam ist überwältigt von Hilfsbereitschaft der Visselhöveder

„Einfach mal Danke sagen“

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Miad Pedlam möchte Architekt werden.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Es ist jetzt auch mal an der Zeit, einfach Danke zu sagen!“ Mit diesen Worten öffnete am Dienstagmittag Miad Pedlam die Tür zum Visselhöveder Redaktionsbüro unserer Zeitung. „Danke für die tolle Hilfsbereitschaft durch die Einwohner.“

Nein, niemand habe ihn geschickt, sondern er habe sich einfach überlegt, wie man möglichst vielen Menschen vor Ort Danke sagen könne. „Und da ist eine Zeitung doch das geeignete Medium.“ Der 25-jährige Iraner lebt seit dem 16. November in der Flüchtlingsunterkunft Camp Lehnsheide in der ehemaligen Visselhöveder Kaserne an der Celler Straße. „Und vom ersten Tag an schlug mir eine Welle der Hilfsbereitschaft entgegen. Sofort wurde ich von Kopf bis Fuß mit Kleidungsstücken ausgestattet und bekam nach der langen Flucht und der Busfahrt aus dem Süden Deutschlands ein richtiges Dach über den Kopf“, erinnert sich der eher schüchtern wirkende junge Mann.

Auf dem Weg in die Vissel-Stadt hätten er und einige seiner Mitreisenden Angst vor dem gehabt, was sie in ihrer neuen, wenn auch nur vorübergehenden Heimat erwarten würde. „Wir Flüchtlinge bekommen natürlich auch mit, was sich in manchen Städten rund um die Pegida-Demonstrationen abspielt“, so Pedlam, der darum froh ist, dass er in Visselhövede so freundlich aufgenommen wurde. „Nach vielen Monaten war ich endlich in Sicherheit.“

Er sei sofort von den ehrenamtlichen Helfern im Camp nicht als Fremder, sondern als eine Art Freund behandelt worden. „Und auch bei den laufenden Deutschkursen habe ich nicht den Eindruck, dass ich in der Stadt nicht erwünscht bin. Ganz im Gegenteil. Neben der Kleidung habe ich auch ein Fahrrad bekommen, um mich in der Stadt umzuschauen und zu den Kursen im alten Bahnhof zu gelangen“, freut sich Pedlam.

Der 25-Jährige will jetzt so oft und so viel wie möglich Deutsch lernen, um möglichst schnell ein Ingenieur-Studium aufnehmen zu können. „Denn das ist mein Traum. Ich möchte gerne mal ein erfolgreicher Architekt werden, später heiraten und in Deutschland sesshaft werden.“ Natürlich habe auch er mitbekommen, dass es in manchen Flüchtlingscamps nicht immer friedlich zugehe. „Bei so vielen Menschen unterschiedlicher Herkunft auf engstem Raum bleibt das aber nicht aus.“ Für ihn spielten Alkohol und ähnliche Dinge keine Rolle, denn er strebe nur nach einer erfolgreichen Integration in die deutsche Gesellschaft. „Aber zunächst will ich Danke sagen.“

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