Ausstellung in der Oberschule Visselhövede

Flucht: VDK erinnert an Zeiten nach dem Zweiten Weltkrieg

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Bei der Ausstellungseröffnung (v.l.): Hermann Luttmann (VDK-Kreisvorsitzender) Schulleiter Ronny Wieland, Lehrer Eckhard Hentschel und Karl-Friedrich Boese (Bildungsreferent VDK).

Visselhövede - Flucht, Vertreibung und Integration – die Ausstellung des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in der Visselhöveder Oberschule mit dem Thema „Geflohen, vertrieben – angekommen!?“ zu Aspekten der Gewaltmigration im 20. und 21. Jahrhundert ist aktueller denn je. „In 30 Ländern herrschen Krieg und Auseinandersetzung. 65 Millionen Menschen befinden sich derzeit auf der Flucht. Fast jedes Land der Welt ist betroffen“, so VDK-Bildungsreferent Karl-Friedrich Boese bei der Eröffnung.

Boese freut sich, dass sich die Oberschüler unter Leitung von Lehrer Eckhard Hentschel erneut an der Sammlung des VDK beteiligen würden und ließ die Geschichte der Organisation kurz Revue passieren: „Der VDK wurde 1919 von Kameraden gefallener Soldaten gegründet, die sich der verwaisten Gräber im Ausland annahmen. Der Verein finanziert sich zu 70 Prozent durch Spenden.“

Eine weitere Aufgabe sei, dass die Geschichte nicht in Vergessenheit gerate und auch die aktuelle Tagespolitik eine Rolle spiele. „2015 kamen eine Million Flüchtlinge nach Deutschland, die integriert werden müssen. Ihr alle tragt zur Integration bei“, so Boese zu den Schülern.

Er erinnerte an die Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg, als 14 Millionen Menschen aus Osteuropa in den Westen kamen: „Sie wurden nicht mit wehenden Fahnen empfangen. Die Menschen hier hatten eigene Probleme, um täglich etwas zu Essen zu bekommen. Dabei waren die Flüchtlinge Deutsche, die unsere Sprache sprachen. Sie hatten es schwer, hier Fuß zu fassen.“ 

Boese betonte, dass Deutschland wirtschaftlich ganz weit vorne stehe und wer 14 Millionen geschafft habe, schaffe auch die aktuellen Flüchtlinge. „Im Kleinen müsst ihr die Integration leisten!“

Hermann Luttmann, der als Vorsitzender des VDK-Kreisverbands die Ausstellung miteröffnete, ging ebenfalls auf die jetzige Flüchtlingspolitik ein: „Auch in der ehemaligen Visselhöveder Kaserne kamen viele Flüchtlinge unter. Im Prinzip ist es für einen Staat wie Deutschland kein Problem, sie kurzfristig aufzunehmen.“ Probleme kämen aber immer noch bei der Integration dieser Menschen auf. „Aber dennoch sind Flucht und Vertreibung wichtige Themen, mit denen ihr euch beschäftigen solltet“, appellierte Luttmann an die Schüler.

Schulleiter Ronny Wieland dankte Lehrer Hentschel, der die Ausstellung an die Schule geholt und Arbeitsbögen an die Schüler verteilt hatte. „Die Schule bemüht sich, die Geschichte des Zweiten Weltkriegs zu vermitteln und sie aufzuarbeiten. Die Ausstellung soll nun einen Teil dazu beitragen“, so der Rektor. 

Die aktuellen Bilder in den Medien über Flüchtlinge erinnerten an die Trecks nach dem Zweiten Weltkrieg. „Das waren Menschen, die ihre Heimat aus Angst vor Gewalt und Elend verlassen mussten und oft nicht mehr besaßen, als sie am Leibe trugen. Viele von ihnen hatten ihre Angehörigen verloren oder waren von den Kriegsereignissen traumatisiert“, so Wieland.

Die Ausstellung ist noch bis zum Dienstag, 30. Oktober, in der Aula der Oberschule Auf der Loge zu sehen. 

aki

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