Geheime Großübung der Visselhöveder Feuerwehr zeigt Stärken und Schwächen auf

„Feuer“ in der Jugendgruppe

Konzentration bei der Einsatzleitung. - Fotos: Hausmann

Visselhövede - Von Matthias Röhrs. Feuer in einer Kinder- und Jugendwohngruppe, Menschenleben sind in Gefahr: Es gibt Meldungen, die möchte kein Mitglied der Feuerwehr auf seinem Pieper sehen. Doch genau dieses Szenario haben die Kameraden der Feuerwehr Visselhövede und den Ortswehren geprobt. Dass es letztendlich eine Übung war, erfuhren die Beteiligten erst am Schluss.

Tatsächlich war es die geheime Großübung, die die Feuerwehr in Visselhövede einmal im Jahr durchführt. „Nur der Stadtbrandmeister, der Ortsbrandmeister, ein Gruppenführer und die Schnelleinsatzgruppe aus Rotenburg waren vorab eingeweiht“, sagt Sebastian Kurz, der Sprecher der Visselhöveder Feuerwehr. Um 19.12 Uhr ging der Alarm ein, 80 Feuerwehrleute waren im Einsatz. Nach etwa zwei Stunden konnten sie zusammen mit der Schnelleinsatzgruppe, die mit 16 Personen, acht Rettungstransport- und zwei Gerätewagen angerückt war, wieder zusammenpacken.

Die Maßnahme diente dazu, die Ausrückezeiten und die Personalstärke der Feuerwehren zu erfassen, um für den Ernstfall nicht ausreichende Hilfeleistungsfristen und Maßnahmen aufzudecken und dem somit gegenzusteuern, erklärt Kurz.

Einige Tage später zieht er die Bilanz: „Es war nötig zu üben.“ Schließlich sei ein derartiger Brand keine Alltagssituation. Das Heim an der Verdener Straße, ein großes mehrgeschossiges Gebäude, sei dabei ein beinahe idealer Übungsort gewesen. Das vermeintliche Feuer ist im Keller ausgebrochen, starker Rauch – simuliert durch Nebelmaschinen – zog nach oben. Insgesamt wären 22 Menschen in Gefahr gewesen, durch den Rauch orientierungs- oder auch schon bewusstlos – „eine riesen Verantwortung im Ernstfall“, so Kurz.

Eine Verantwortung, der die Kräfte seiner Aussage nach gerecht wurden. „Alle waren konzentriert und zügig bei der Arbeit“, lobt er. Die Notwendigkeit, Menschenleben zu retten, habe hoch motiviert. „Das war schon ein Unterschied, als wenn man eine Ölspur abbinden muss.“

Die Bewohner des Heimes wurden erst kurz vor der Übung von der Heimleitung eingeweiht. Doch sie forderten die Kameraden, spielten authentisch die Brandopfer, so Kurz. Teilweise mussten einige Feuerwehrleute sogar abgeordnet werden, ihre Betreuung zu übernehmen.

Beim Einsatz wurden die Ortswehren in verschiedene Aufgabenbereiche eingeteilt. Die Visselhöveder Wehr kümmerte sich unter anderem um die Ausleuchtung und das Verlegen der Schläuche. Die Kräfte der Ortswehr Kettenburg übernahmen das Sichern und Absperren der kompletten Einsatzstelle.

Konzentration bei der Einsatzleitung. - Fotos: Hausmann

Während die Nindorfer Kameraden das Grundstück nach weiteren Verletzten absuchten, um diese gegebenenfalls zur Verletztensammelstelle zu bringen, bauten die Wittorfer eine Riegelstellung zum Hinterhaus auf, unterstützten beim Verletztentransport zur Schnelleinsatzgruppe und leuchteten die Einfahrt zur Westerstraße aus. Die Jeddinger bauten unterdessen die Wasserversorgung zum Innenhof – von der Weberlohstraße aus – auf, Kräfte aus Buchholz waren beim Einsatz im Gebäude beteiligt.

Diese Großübung hatte allerdings auch offenbart, wo die Feuerwehren noch Nachholbedarf haben. „Es gibt immer mal Schwierigkeiten“, gesteht Kurz ein. Beim Funkverkehr zum Beispiel, der musste bei 80 am Einsatz beteiligten Menschen erst einmal vernünftig koordiniert werden. Doch nicht nur das Löschen und das Retten stehen bei einer Übung wie dieser im Mittelpunkt, sondern auch das Organisatorische.

Noch ist man dabei, die Abläufe und Einsatzdetails genau auszuwerten. Dazu dienen auch die Aufnahmen einer Drohne, die die Übung vom Himmel aus begleitet hat.

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