Kultur- und Heimatverein plant Veranstaltungen zum 30-jährigen Bestehen

Festwochenende für Klein und Groß

Hoffnungsvoll blicken Erhard Grunhold (l.), Christiane Wuttke und Joachim Behrens den Feierlichkeiten im Juni entgegen. Foto: Beims

Visselhövede – Gemütlich eingedeckt ist der Tisch im ersten Stock des Visselhöveder Heimathauses. Auf einer weißen Tischdecke stehen Tee und Kaffee nebst Milchkännchen bereit, dazu etwas Süßes und ein paar Kekse. Neben den weißen Kaffeetassen liegen die Flyer mit dem aktuellen Programm des Kultur- und Heimatvereins bereit. Dessen Vorsitzende Christiane Wuttke und Pressesprecher Erhard Grunhold haben zum Pressegespräch geladen – denn der Verein feiert in diesem Jahr sein 30-jähriges Bestehen. Das ist zumindest geplant. Doch etwas ist heute anders. Das übliche Händeschütteln fällt weg, die Stühle stehen alle ein wenig auseinandergerückt – Corona lässt grüßen. Das Virus sorgt auch dafür, dass die Stimmung an diesem Vormittag hoffnungsvoll ist, aber so richtig fröhlich, wie es dem Anlass eigentlich angemessen wäre, ist sie nicht.

Denn noch weiß niemand, wie die Lage in etwa zwölf Wochen sein wird, wenn die Mitglieder für das Wochenende vom 12. bis 14. Juni ihren Vereinsgeburtstag planen. Eines ist jedoch sicher: „Wir wollen den Geburtstag feiern“, betont Wuttke. Ein buntes und fröhliches Fest für Klein und Groß soll es zum 30-jährigen Bestehen geben. „Im Augenblick sind wir noch zuversichtlich. Wenn der Termin näher rückt, entscheiden wir“, schließt sich Grunhold an. Dass die Planungen erstmal wie bisher weitergeführt werden, steht für das Organisationsteam außer Frage. Denn ohnehin – die Buchungen sind raus, das Programm steht. „Wir mussten ja die Künstler bereits im vergangenen Jahr einladen. Das braucht Vorlauf“, so die Vorsitzende.

Das Wochenende haben sie bewusst wieder in den Juni gelegt, so wie vor fünf Jahren beim 25-jährigen Bestehen. „Das Wetter war prima und wir konnten viel draußen veranstalten“, erinnert sich Wuttke. In diesem Jahr macht den Auftakt am Freitag, 12. Juni, ein Plattdeutscher Abend. Gestaltet wird er von Werner Momsen und Gerd Spiekermann. „Das ist ein namhaftes Ensemble, da wird das Interesse sicher groß sein und die Tickets schnell ausverkauft“, mutmaßt die 58-Jährige. Spiekermann und seine Klappmaulpuppe Werner Momsen „snacken platt und resümieren dabei schon mal über ihre Liebe zum Plattsnacken“, heißt es in der Ankündigung. Los geht es ab 20 Uhr im Heimathaus. „Werner Momsen ist fremdbestimmt, kann Dinge tun und sagen, die nur er tun und sagen darf. Und das macht er, redet über die Widrigkeiten, die das Leben als Mensch und Puppe so mitbringt, sagt, was er denkt, bevor er denkt, was er sagt“, heißt es. Mit Spiekermann in seiner „sprachlichen Lebendigkeit sowie tiefsinnigen und kritischen Beobachtungsgabe“ sei das eine spannende Mischung.

Am Samstag, 13. Juni, ist das Bremer Kaffeehausorchester ab 20 Uhr im Heimathaus zu Gast. Das warte unter dem Motto „Verdi, Jazz und Liebeslieder“ mit einem sommerlichen Geburtstagskonzert auf. Im abwechslungsreichen Gepäck haben die Musiker unter anderem Musik von John Lennon und Paul McCartney, Giuseppe Verdi, Johann Sebastian Bach, George Harrison und John Williams. Auch für das Bremer Orchester ist es ein besonderes Jahr: Die Musiker feiern im April ihren 30. Ensemble-Geburtstag – so lange besteht es in der aktuellen Besetzung.

Am Sonntag 14. Juni, wird es dann familiär rund ums Heimathaus: Ab 11 Uhr beginnt ein musikalischer Frühschoppen, begleitet von einer Oldtimer-Show. Mit dem Trio Peanuts mit Reinhard Röhrs (Kontrabass, Gitarre, Gesang), Karin Christoph (Geige, Akkordeon, Gesang) und Jan Fritsch (Klarinette, Saxofon) geht der Verein musikalisch neue Wege, verleiht dem Frühschoppen „einen neuen Charakter“, meint Grunhold. „Die Musiker sind nah dran am Publikum, es ist alles offen hier“, so der Pressesprecher, der damit „eine tolle neue Variante“ sieht. Damit wird in diesem Jahr aber auch der Gottesdienst wie bei den bisherigen Jazz-Frühschoppen wegfallen.

Außerdem unterhält Friedrich der Zaubererrr (nein, die r-Taste klemmt nicht) mit amüsanten Zaubertricks zwischen den Sets der Band. Für die Oldtimer-Fans gibt es nostalgische Karossen zu bestaunen, die der Freundeskreis alter Fahrzeuge Rotenburg-Verden dort bei hoffentlich bestem Sommerwetter präsentieren wird. Wer seine Geschicklichkeit testen möchte, kann dies beim „Hau den Lukas“ und beim Armbrustschießen, das sich die Vereinsmitglieder vom Visseler Präventionsrat leihen werden, tun. Für die Kinder haben sich die Organisatoren ebenfalls etwas überlegt, so gibt es unter anderem zwei Hüpfburgen, eine für die größeren und eine für die kleineren Kinder. „Wir planen ein kleines Familienfest“, kommentiert Wuttke. Wer dabei hungrig und durstig wird, auf den warten Getränke, Kaffee, Kuchen und eventuell auch ein erfrischendes Eis.

Auch Joachim Behrens ist an diesem Vormittag mit von der Partie, seine Firma JBS sponsert die Feierlichkeiten, ebenso wie die Sparkasse. Auch die Stadt Visselhövede mit Bürgermeister Ralf Goebel als Schirmherr unterstützt die Veranstaltung. Die finanzielle Unterstützung sei nicht nur wichtig, sondern auch Ausdruck der Anerkennung des kulturellen Wirkens des Vereins. „Wir sind auf Spenden angewiesen“, erklärt Grunhold. „Es ist toll, dass wir so unterstützt werden, das zeigt den Stellenwert der Kultur vor Ort.“

Und dieser hat aus Firmensicht einen weiteren positiven Effekt: Je vielfältiger das Freizeitangebot einer Stadt ist, desto attraktiver ist diese für potenzielle neue Mitarbeiter, fügt Behrens hinzu. „Der Verein strahlt über Vissel hinaus. Wir sehen uns nicht am Rand, sondern in der Mitte. Dazu gehört Leben, Märkte, das vielfältige Kulturprogramm – die Stadt spiegelt etwas, das Sympathie erzeugt.“

Kartenvorverkauf

Der Kartenvorverkauf für alle Vereinsgeburtstagsveranstaltungen beginnt am morgigen Freitag. Für den Plattdeutschen Abend gibt es die Karten nur telefonisch unter der Nummer 04262 / 8694. Für das Kaffeehausorchester gibt es die Karten sowohl telefonisch als auch über die Internetseite des Vereins unter www.khv-visselhoevede.de. Der Eintritt kostet für beide Veranstaltungen 20 Euro, Mitglieder zahlen 17 Euro.

30 Jahre Kultur- und Heimatverein Visselhövede

1988 feierte die Stadt Visselhövede ein historisches Stadtfest, anlässlich des 700-jährigen Bestehens und der Verleihung der Stadtrechte 50 Jahre zuvor. In die Vorbereitungen zu den viertägigen Feierlichkeiten mit Theater, Bauern- und Handwerkermarkt und mehr war jeder eingebunden: Vereine, Institutionen, politische Gremien, viele Einzelpersonen und Gruppen. Das sowie die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte gab den Antrieb, weiterzumachen. So entstand zunächst ein Freundeskreis für Kultur- und Heimatpflege. Als dieser ein Domizil für seine Arbeit suchte, bot sich das historische Fachwerkhaus in der Burgstraße an, das eigentlich von der Stadt bereits für den Abriss vorgesehen war. Es durfte aber als Vereinsgebäude genutzt werden, sodass sich am 20. November 1990 schließlich der Kultur- und Heimatverein bildete. Und der hatte gleich zu Beginn einige Herausforderungen zu meistern, unter anderem die Finanzierung. Denn die Instandsetzung des Gebäudes kostete damals mehr als eine Million D-Mark.

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