Premiere mit Däumelin nach Hans Christian Andersen

Theater Metronom feiert ein Fest für Fantasie, Natur und das Leben

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Kein Problem, wenn die Krötenprinzessin den Protagonisten auffrisst: Es war alles nur ein Traum.

Hütthof - Erwachsen werden ist nicht leicht – besonders, wenn man gerade mal halb so groß wie ein Daumen und der Fantasie eines kinderlosen Paares entsprungen ist. Das Däumelin, das in der jüngsten Produktion des Theater Metronom nach einer Vorlage von Hans Christian Andersen den überbehütenden Eltern entkommt, um „das Leben zu lernen“, hat auf dem Weg ins Leben jedenfalls allerlei Abenteuer zu bestehen.

Und die setzten die Schauspieler Andreas Goehrt und Karin Schroeder bei der Premiere am Wochenende und einer Vorstellung für Kindergärten am Montagmorgen mit einer Kreativität, Spielfreude und Leichtigkeit um, die einfach Spaß machte.

Und der war den Kindern aus Jeddingen, Walsrode und Düshorn anzuhören. Sie machen Vorschläge bei der Namensgebung, rufen „Winter“, als Andreas Goehrt in dem kleinen Panoptikum, dessen vergrößertes Bild die Kulisse für die Bühne bildet, Wattebäuschchen wirft. Dass die Drei- bis Sechsjährigen voll mitgehen, freut auch Regisseur Leon Wierer: „Jede Vorstellung ist anders!“

Maikäfer Paul rappt

Die äußerst präsenten Akteure, die mit wenig Requisiten und viel Mimik immer wieder in neue Rollen schlüpfen, machen den Zuschauern das Mitfiebern aber auch leicht: Grüne Gummihandschuhe verwandeln die beiden in Kröten, ein Schal reicht für die Personifizierung des Schmetterlings. Er erweist sich als Helfer, andere als Freunde. Unbestrittener Höhepunkt: der Rap des Maikäfers Paul, unterlegt mit Saxofonklängen von Jan Fritsch, der für die musikalische Umsetzung des Stücks verantwortlich zeigt.

Das streift fast en passant Themen wie die Nahrungskette, die in Gestalt einer hungrigen Schwalbe dargestellt wird, den Tod – der den Maikäferfreund nach durchtanzter Nacht unpathetisch abtreten lässt – oder das Finden des eigenen Weges.

Kindertheater nicht nur für Kinder

Dazu braucht Däumelin allen Mut, als es von der Feldmaus eingesperrt und zur Arbeit gezwungen wird. Großartig umgesetzt sind die Fluchtszenen, dargestellt durch kleine farbige Lichtpunkte, die durch das Gewirr der Gänge auf dem Leinwandbild geistern. Am Ende fliegt Däumelin mit der von ihm geretteten Schwalbe der Sonne entgegen – aber auch die Eltern gehen nicht leer aus: Ihnen bleiben Postkarten vom neuen Leben des Sprösslings an den schönsten Flecken der Welt – und den Zuschauern nach einer Stunde der schöne Beweis, dass Kindertheater nicht nur etwas für Kinder ist. - hey

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