Angebot könnte wegfallen

Kinder-Ferienbetreuung in Visselhövede auf der Kippe

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Die städtische Betreuung von Schulkindern in den Ferien wird so gut wie gar nicht angenommen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Visselhöveder Schüler freuen sich auf die Sommerferien. Aber ihre Eltern sorgen sich um die Betreuung. 

Was bei den Kindern für gute Stimmung sorgt, treibt manchen Eltern die Sorgenfalten auf die Stirn, denn wohin mit dem Nachwuchs in den sechs langen Wochen, wenn man selber berufstätig ist? Da könnte die dreiwöchige städtische Betreuung helfen, aber die wird so gut wie gar nicht angenommen. Dennoch wird sie zumindest in diesem Jahr -inklusive Herbstferien - noch angeboten.

Darauf hat sich der Jugendausschuss während seiner vergangenen Sitzung nach längerer Diskussion geeinigt. 3. 600 Euro werden für das einwöchige Herbstangebot aus dem Stadtsäckel zur Verfügung gestellt. Was aber im kommenden Jahr geschieht, steht noch in den Sternen. 

Denn die Eltern, die das Angebot annehmen, lassen sich an einer Hand abzählen. „Und dafür ist es auf Dauer zu teuer“, erläuterte Mathias Haase, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, dem Ausschuss. Denn es sei gleich, ob drei oder 15 Kinder, man brauche immer eine zweite Fachkraft. 

Nur ein Zehntel der erwarteten Kinder nutzte das Angebot

„Das Pilotprojekt wurde im Herbst 2017 gestartet. Unter anderem auch, weil Firmenchefs an die Verwaltung herangetreten waren und um Hilfe gebeten hatten, weil sich die Urlaubsplanung ihrer Angestellten mit Kindern als schwierig darstellte“, erinnerte Mathias Haase an die Anfänge. Die Firmen seien sogar bereit, für die Hälfte der Kosten aufzukommen, die Stadt übernehme den Rest. 

„50 Kinder sollten es werden, intern haben wir mit 25 gerechnet, tatsächlich waren es dann im vergangenen Herbst vier und in den Osterferien fünf“, so Haase. Darum schieße die Stadt pro Kind und Woche 600 Euro zu. 

„Darum sollten wir das Angebot jetzt im Sommer und auch im Herbst aufrecht erhalten, um den Eltern Planungssicherheit zu geben, aber wenn nach den Sommerferien die Zahlen vorliegen, sollten wir noch einmal diskutieren“, so Haases Vorschlag.

Ausschuss will mehr Werbung für Betreuung machen

Ulf Timmann (Grüne) ist der Meinung, dass noch mehr Werbung für dieses Angebot gemacht werden müsse, und „auch die Eltern müssen sich Gedanken machen, ob sie ihre Kinder nicht doch in die städtische Betreuung geben.“ Tam Ofori-Thomas (SPD) ist sich ebenso sicher wie Parteifreundin Dagmar Kühnast, dass „die Betreuung schon bald besser angenommen wird, wenn es sich erst einmal rumgesprochen hat“.

Auch Gerd Eimer (CDU) stimmte schließlich für eine Fortführung des Angebots zumindest noch in diesem Herbst. Aber: „Wenn es erneut nicht angenommen wird, muss man auch den Mut haben Konsequenzen zu ziehen.“ Darum liege die Zukunft der Ferienbetreuung nun bei den Eltern.

Zwei Fachkräfte betreuen Kinder fünf Stunden am Tag

Viel Geld kostet die Betreuung nicht: 140 Euro pro Woche fallen für ein Kind an. Die Hälfte übernimmt die Stadt, die andere im Idealfall der Arbeitgeber, sonst die Eltern. Mitmachen können Kinder von der ersten bis zur sechsten Klasse. Sie werden von zwei pädagogischen Fachkräften des Vereins Sozialpädagogische Familien- und Lebenshilfe betreut. 

Es wird zusammen gekocht, Sport getrieben und gebastelt – täglich von 7.30 bis 12.30 Uhr. Bei großer Nachfrage in der Oberschule Lönsstraße, sonst im Jugendtreff an der Gaswerkstraße. Interessierte können ihre Kinder bei Heiko Grünhagen unter Telefon 04262 / 301151 oder per E-Mail an ferienbetreuung@visselhövede.de anmelden.

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