Faszinierende Gliederfüßer

Libellenkundler Werner Burkart geht mit Teilnehmern auf Exkursionsreise

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Libellen sind faszinierende Tiere.

Buchholz - Von Wieland Bonath. „Guten Appetit“, für den vorbeifahrenden Radler waren die zehn gedrängt um einen Tisch stehenden Wochenendler Grund für diesen freundlichen Gruß und Anlass für ein Missverständnis: Werner Burkart, ehemaliger Naturschutzbeauftragter für den Landkreis Rotenburg aus Wilstedt, hatte nämlich keine Häppchen zur Stärkung serviert, sondern tote Libellen und Larven.

Denn die Nabu-Exkursion zum Biotop auf dem Gelände von Gerd und Hildegard Ehlers am Rande von Buchholz, wo die junge Vissel saftige Wiesen durchfließt und ein Eldorado für die Natur entstanden ist, handelte rund um die faszinierenden Gliederfüßer.

Genauer gesagt, um das Thema „Leben, Leiden und Lieben“ der Libellen, deren Entwicklungsgeschichte, so der pensionierte Lehrer Werner Burkart, etwa 300 Millionen Jahre zurückreicht. Den zweistündigen Ausflug in die Welt der grazilen Flugkünstler hatten Sabine Jeske und Wilfried Glauch vom Rotenburger Nabu-Vorstand vorbereitet. 

Burkart, ein anerkannter Libellenkundler mit großer Fachkompetenz, war zu Beginn der Exkursion skeptisch: „Die sengende Sonne und das relativ wenige Wasser haben zu einer Delle in der Libellenkurve geführt.“ Er sollte nicht recht behalten. Der Nachmittag wurde für die Naturfreunde – Interessierte kamen unter anderem aus Hoya – zu einem Erlebnis und einer nachhaltigen Begegnung mit den Wundern der Natur.

Libellen-Fachmann Werner Burkart (M.) referiert über ein Insekt mit fantastischen Fähigkeiten. 

Vor rund 15 Jahren hatten Werner Burkart und der inzwischen gestorbene Libellenkundler Wolfgang Lopau aus Kuhstedter Moor (bei Gnarrenburg) im Landkreis Rotenburg das Nabu-Libellen-Projekt aufgebaut und betreut. Dazu gehörte das Biotop im Visseltal, das 2013 am Rande von Buchholz auf dem Gewässergrundstück von Gerd Ehlers geschaffen wurde. 

Burkart und Lopau veröffentlichten im Jahr 2000 das Buch „Libellen im Landkreis Rotenburg“ in der Reihe der Stiftung Naturschutz im Landkreis Rotenburg und in Zusammenarbeit der Faunistischen AG der Nabu-Kreisverbände Rotenburg und Bremervörde-Zeven. Ein Buch, das, ergänzt durch zahlreiche Fotos, einen Überblick über die Vorkommen und Verbreitung der 73 Arten in Niedersachsen und Bremen gibt. Eine wechselnde Zahl, da sie sich durch Umwelteinflüsse und wissenschaftliche Erkenntnisse verändert.

Das Buch, in dem die potenzielle Gefährdung zahlreicher Libellenarten und deren Ursachen beschrieben wird, ist inzwischen vergriffen. Nach vorbereitender Lehrstunde zum Thema der langbeinigen Insekten ging es mit Burkart, den Kescher in der Hand und vielschichtiges Wissen über die Flugkünstler Libellen im Kopf, hinaus auf das nahe Gewässergrundstück mit der schmalen Vissel und den kleinen Teichen, die von ihrem Wasser gespeist werden.

Die erste Libellensichtung lässt nicht lang auf sich warten

Schneller als erwartet kam die Begegnung mit der ersten Art, der Pechlibelle, die in Europa besonders stark verbreitet ist. Ob Befruchtung, das Ablegen der Eier ins Wasser oder an Wasserpflanzen, das Schlüpfen und Häuten, die Fangtechniken der bis zu 50 Stundenkilometer schnellen Jäger, deren Flugfähigkeiten bei der Entwicklung der Helikopter Pate standen, ob der hervorragende Sehsinn der Facettenaugen mit ihren bis zu 30.000 Einzelaugen – die Teilnehmer der Libellen-Exkursion sehen diese Art von Insekten künftig mit anderen Augen.

Und zum Schluss gab es noch eine Überraschung, mit der Werner Burkart nicht mehr gerechnet hatte: eine Scharlachlibelle mit ihren leuchtend roten, zierlichen Beinen.

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