Wirtschaftsausschuss empfiehlt, Linie Visselhövede-Walsrode vorerst weiter zu fördern

Fahrgastaufkommen unter eins

Eckhard Langanke warb bereits Ende 2019 für eine Fortführung der Buslinie 588. Foto: Beims

Rotenburg/ Visselhövede – Sie ist eine wichtige Verbindung zwischen Visselhövede und Walsrode: die Linie 588, der Direktbus, der von Montag bis Freitag auf dieser Strecke verkehrt. Doch sie hat ein Manko: Sie wird wenig genutzt. Derzeit liegt die Zahl der beförderten Personen durchschnittlich bei unter eins. Es sind „ernüchternde“ Zahlen, die Erster Kreisrat Torsten Lühring während der Sitzung des Wirtschaftsausschusses im Rotenburger Kreishaus vorlegt. Dennoch herrschte parteiübergreifend Einigkeit, die Linie vorerst weiter fortführen zu wollen.

Da die Fahrgastzahlen nach oben gehen sollen, sei es nötig, sich nach Alternativen umzusehen. Eine Möglichkeit könne das Anrufsammeltaxisystem (AST) sein, das seit 2018 in der Samtgemeinde Bothel getestet wird – ein Pilotprojekt, das flächendeckend an den Start gehen könnte, so Lühring. Im Moment sei es jedoch sinnvoll, die Linie 588 fortzuführen – mit dem Augenmerk darauf, wie man die Fahrgastzahlen nach oben bekommen könnte oder eine andere Transportmöglichkeit zu finden. Es gibt viele Pendler auf der Strecke, daher ist die Frage, wie man die Busverbindung attraktiver gestalten könnte. Auch liegt das Heidekreis-Klinikum auf der Route. Dass die Verbindung genutzt werde, machte auch Bürgerbusvorsitzender und Initiator Eckhard Langanke während eines Gesprächs Ende 2019 deutlich. Schon damals sagte er aber auch: „Wir müssen noch weiter darauf aufmerksam machen, dass es die Verbindung gibt.“

Dass die Zahlen nicht so berauschend sind, weiß auch Hans-Jürgen Krahn (CDU). Dennoch ist er der Meinung, dass man die Linie zumindest für die kommenden zwei Jahre weiter mit fördern solle, „aber mit Blick darauf, wo es in Zukunft hinführen soll“. Je mehr Erfahrungen es mit der Linie gibt und über das Fahrgastaufkommen, desto besser könnten Fahrpläne angepasst werden. Die Beförderung hat die Firma Haller aus Walsrode übernommen, die mittlerweile der DB Braunschweig angegliedert ist. Dass es nicht nur hier Optimierungsbedarf gibt, wirft Grünen-Ausschussmitglied Reinhard Bussenius ein. Er hat dabei die Linie 800 von Bremervörde nach Rotenburg im Blick. „Vielleicht sind wir da mit einem AST besser dran.“

Während der Sitzung kommt die Frage auf, ob es bereits Erkenntnisse darüber gibt, warum die Linie nicht so stark frequentiert werde – gerade, weil es eine Pendlerroute ist. Das sei von Beginn an so gewesen, erinnert Lühring. „Sie wurde von Anfang an als gering eingeschätzt, es war vor allem ein örtlicher Wunsch.“ Diesen werde wenn möglich entsprochen und man sei zum Ausprobieren „mutig da ran“ gegangen. Wichtig sei immer, dass die Kosten bei solchen Projekten geteilt werden. In diesem Fall trägt der Landkreis Rotenburg 25 Prozent der Gesamtkosten von etwa 60 000 Euro pro Jahr, die restlichen 75 Prozent teilen sich gleichmäßig die Städte Visselhövede und Walsrode sowie der Heidekreis. „Wir müssen uns die Kosten mit der Gemeindeebene teilen, damit ein eigenes Interesse besteht“, so Lühring. Es sei wichtig, die Bürgermeister mit einzubinden. „Sie wissen am Besten, wie die Bedürfnisse sind.“

Eine Überlegung sei es, weitere Haltestellen einzurichten. Und auch, die Verbindung durch die Verknüpfung mit weiteren bestehenden Busverbindungen attraktiver zu gestalten. Zunächst empfahl der Ausschuss einstimmig, den Betrieb für die kommenden zwei Jahre zu verlängern und in dieser Zeit weiter 25 Prozent der Kosten zu tragen.

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