„ExxonMobil“ gibt Standort Gilkenheide Mitte 2016 auf / Zapfstelle in Söhlingen

Verpress-Stopp in einem Jahr

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Wo jetzt noch Exxon-Gebäude und Zäune stehen sowie durch ein Loch in der Erde Lagerstättenwasser versenkt wird, sagen sich bald wieder Fuchs und Hase „Gute Nacht“.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Mitte des kommenden Jahres wird die Verpressstation für Lagerstättenwasser Gilkenheide Z1, die vom Konzern „ExxonMobil“ im Osten Visselhövedes betrieben wird, komplett dichtgemacht. Die bei der Gasförderung in der Region anfallenden Flüssigkeiten werden dann per unterirdischem Rohrsystem nach Söhlingen geleitet, wo Tanklaster auf den Abtransport warten.

Diese Nachricht überbrachte „ExxonMobil“-Sprecher Hermann Nack dem Visselhöveder Bürgermeister Ralf Goebel während eines Termins im Rathaus.

Bisher wurden fast rund um die Uhr viele tausend Kubikmeter Lagerstättenwasser, das bei der Gasförderung anfällt und nicht nur einen enormen Salzgehalt aufweist, sondern auch einige giftige Substanzen wie unter anderem Benzol enthält, mitten im Wald in das Kalkarenit in rund 800 Meter Tiefe verpresst. „Gilkenheide ist der erste Verpressstandort, der von dem Konzern aufgegeben wird, obwohl offenbar noch genügend Volumen für 30 bis 50 Jahre Verpressung vorhanden ist“, berichtet Goebel unserer Zeitung von dem Gespräch.

Zunächst sei von Exxon angedacht gewesen, den Standort zu erhalten und ihn als Zapfstelle zu nutzen, so Goebel. Denn in der gesamten Region liege unter der Erde ein weitverzweigtes Rohrsystem, in dem Flüssigkeiten aus der Gasförderung geleitet würden. „In der Gilkenheide sollten Lkw die Stoffe aufnehmen und abtransportieren. Aber das ist ebenfalls vom Tisch, da laut Exxon in Söhlingen eine bessere Straßenanbindung gegeben sei“, berichtet der Visselhöveder Verwaltungschef. In welche Richtung das Lagerstättenwasser aus der Samtgemeinde Bothel abtransportiert wird, habe ihm der Exxon-Sprecher nicht verraten wollen. „Ich bin aber froh, dass die Anlage Gilkenheide komplett zurückgebaut wird, so dass wir bald eine Situation beendet haben, die uns Bauchschmerzen bereitet.“

Jetzt müssten alle Visselhöveder Augen auf die Dea-Verpressanlage bei Grapenmühlen gerichtet sein. „Und wir hoffen auf den Bundestag in Berlin, wo das Fracking-Gesetz bald verabschiedet werden soll“, hebt Goebel hervor, der sich noch mehr „Transparenz an den Betriebsstätten der Gasförder-Konzerne“ wünscht, damit einige Arbeiten nicht immer mit Fragezeichen versehen seien.

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