Erstes Kindergartenjahr könnte für die Eltern teurer werden

Erhöhung der Kita-Beiträge ist kein Tabu mehr

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Den KIndern in der Kindertagesstätte Fabula ist es wahrscheinlich egal, wie der Betrieb aufrecht erhalten bleibt. Den Visselhöveder Politikern nicht mehr. Den Eltern drohen Gebührenanpassungen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Zwar sprudeln die Steuereinnahmen auch in Visselhövede aus allen möglichen Quellen, aber dennoch wird von den Politikern in vielen Bereichen der Rotstift gezückt. Jetzt wird bereits offen darüber gesprochen, die Kindergartengebühren anzupassen.

Und hinter einer Anpassung verbirgt sich eher selten eine Reduzierung des Betrages, den die Eltern für die Betreuung ihrer Kinder entrichten müssen. Das ist auch an der Vissel so, und darum wurde im Finanzausschuss ganz offen über eine Anhebung der Elternbeiträge diskutiert.

Hintergrund ist der Ratsbeschluss vom Sommer 2013, in dem sich die Politiker einstimmig auf die Fahnen geschrieben haben, im Jahr 2043 schuldenfrei zu sein und ab 2016 keine Kredite mehr aufzunehmen.

Die Eltern der Kindergartenkinder müssen zwar nicht mehr ganz so tief in die Tasche greifen, weil die letzten beiden Jahre in einer Tagesstätte vom Landkreis und vom Land finanziert werden, aber dennoch könnte eine hübsche Summe zusammenkommen.

Die muss auch die Stadt Visselhövede aktuell auf den Tisch blättern. Denn für den Haushalt des kommenden Jahres wurden knapp 900000 Euro an Zuschussbedarf kalkuliert. Für das laufende Jahr waren es noch gut 75000 Euro weniger, der Zeitraum ist allerdings noch nicht abgerechnet. Zum Vergleich: Im Jahr 2014 wurden knapp 600000 Euro aus dem städtischen Portmonee für die Kindertagesstätten gezahlt, zwei Jahre zuvor 708000 und 2009 „nur“ gute 600000 Euro.

Ratsherr Eckhard Langanke (WiV) brachte während der Ausschusssitzung den Stein ins Rollen: „Wir haben in den vergangenen Jahren regelmäßig versäumt, uns die Kindergartengebühren anzuschauen. Das muss dringend nachgeholt werden.“

Zurzeit lägen die Elternbeiträge bei nur rund 20 Prozent. „Es war und ist immer noch das Ziel, dass die Eltern für ein Drittel der Kosten des ersten Kindergartenjahres aufkommen müssen.“

Langanke weiß, dass er ein heißes und bei Eltern sicherlich unpopuläres Eisen anfasst – zumal im kommenden Kommunalwahlen sind. „Aber wir müssen auch im Wahljahr vernünftige Arbeit machen, und es bleibt auch immer die Frage, ob die Konjunktur auch 2016 noch so gut läuft und wir weiter von hohen Gewerbesteuereinnahmen profitieren?“, so Langanke, der natürlich auf ein Mitziehen aller Fraktion in dieser Angelegenheit hofft.

Bürgermeister Ralf Goebel (parteilos) bestätigt Langankes Einschätzung: „Die Kostenentwicklung in den Kindergärten ist schon heftig, natürlich auch begründet durch die steigenden Personalkosten aufgrund abgeschlossener Tarifverträge.“ Da habe die Stadt halt keinen Einfluss drauf, aber man könne die Elternbeiträge nicht gleichermaßen erhöhen wie die Kosten gestiegen seien. „Aber dennoch müssen wir gucken, was möglich ist“, so Goebel.

Auch Willi Bargfrede (CDU) will die Elternbeiträge nicht zur Tabu-Zone erklären: „Wir müssen uns künftig anschauen, wo wir Einnahmen generieren können. Dazu zählen auch die Kita-Gebühren.“

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