Die ersten 100 Flüchtlinge kommen am Freitag

Visselhöveder Kaserne wird Erstaufnahmelager

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Am Freitag werden die Busse mit den ersten 100 Flüchtlingen ankommen.

Rotenburg - Von Michael Krüger und Jens Wieters. Die Visselhöveder Kaserne Lehnsheide wird Erstaufnahmelager für Flüchtlinge. Schon am Freitag kommen die ersten 100 Menschen, jeweils weitere 100 werden am Sonntag und am kommenden Mittwoch in ehemaligen Mannschaftsunterkünften der Soldaten untergebracht. Der Landkreis Rotenburg ist von der rot-grünen Landesregierung kurzfristig mit der Aufgabe betreut worden, rund 300 Flüchtlinge unterzubringen.

Am Donnerstagmorgen war Großreinemachen in der Kaserne angesagt, um auf die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet zu sein. Für die Verpflegung wird die Kreisbereitschaft der Feuerwehr sorgen, die ihre Küche in Hiddingen stationiert hat. Eine entsprechende Anordnung erreichte die Feuerwehrführung am Donnerstagmittag.

Die Kaserne, in der bis vor kurzem das Führungsunterstützungsbataillon 285 seinen Dienst verrichtete, beherbergte in den vergangenen Wochen nur noch rund ein Dutzend Soldaten. Die bereiteten alles für einen sogenannten „warmen Übergang“ auf den Unternehmer Joachim Behrens aus Scheeßel vor, der das 19 Hektar große Areal im März gekauft hatte und am 1. Januar offiziell Eigentümer des Geländes wird.

Behrens führte in den vergangenen Tagen intensive Gespräche mit dem Landkreis, um auf die neue Situation zu reagieren. Demnach soll die Obergrenze bei rund 450 Flüchtlinge liegen, die in den kommenden Wochen in der Lehnsheide eine neue Heimat finden.

Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel (parteilos) wurde von der Erstaufnahmeregelung völlig überrascht: „Wir bekommen noch nicht einmal die Gelegenheit, Stellung zu beziehen, sondern werden per Mail vor vollendete Tatsachen gestellt.“ Eines sei aber klar, so Goebel: „Die Kommune kann in den kommenden Wochen nicht die Bewirtschaftung der Kaserne übernehmen. Die ehrenamtlichen Helfer ebenfalls nicht.“

Auch andere Kommunen im Landkreis müssen sich auf deutlich mehr Flüchtlinge einstellen. Neben der Kaserne in Visselhövede stehen zur Unterbringung kommunale Liegenschaften zur Debatte. Also in erster Linie Turnhallen. Zeven und Rotenburg sind dafür die „heißesten Kandidaten“, heißt es. Rotenburgs Bürgermeister Andreas Weber (SPD) hat ein für Donnerstagvormittag geplantes Pressegespräch zum Thema abgesagt. Er müsse die neue Situation erst bewerten. Aber schon so viel: Als Alternative sei die Unterbringung in der Rotenburger Jugendherberge eine Überlegung wert, oder die Errichtung von Wohnhäusern in Modul-Bauweise. In Scheeßel ist beispielsweise das ehemalige Eichenschul-Internat im Gespräch.

Landrat Hermann Luttmann (CDU) ist nach der Aufforderung der Landesregierung vom Mittwoch, Flüchtlinge im Rahmen der Amtshilfe aufzunehmen, am Donnerstag zu Gesprächen in Berlin. Dort findet ein Treffen der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit den Landräten statt. Auch die Nachbarkreise Verden und Stade sind von dem Dekret aus Hannover betroffen. Für Freitagvormittag sind im Rotenburger Kreishaus Gespräche mit den Bürgermeistern und dem Landrat terminiert. Und am Freitagnachmittag tagt der Kreisausschuss. Einziger Tagesordnungspunkt: „Notaufnahme von Flüchtlingen durch den Landkreis.“

Lesen Sie auch zu dem Thema:
Behrens stellt sich „der Situation“- „Brauchen Hilfe auf allen Ebenen“
Kommunen an der Grenze - „Wir gehen von 300 aus“

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