In den Hochbeeten der Palettenlandschaft wächst und gedeiht es prächtig

Erntefest auf dem Marktplatz

Susanne Rohr vor den Kneipp-Kräutern. 
Fotos: Wieters
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Susanne Rohr vor den Kneipp-Kräutern. Fotos: Wieters
  • Jens Wieters
    vonJens Wieters
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Visselhövede – Ein leckeres Gericht an einem lauen Sommerabend ist eine feine Sache. Blöd nur, wenn für die Soße noch ein bisschen Dill, für den Salat noch etwas Thymian fehlen und die Supermärkte bereits geschlossen haben. In Visselhövede ist das allerdings gar kein Problem, denn Gewürze und Kräuter und noch viel mehr können zurzeit mitten auf dem Marktplatz geerntet werden – von jedermann und kostenlos. Das Projekt „essbare Stadt“ des Präventionsrats, der Gruppe Vissel for Future und des Kneipp-Vereins mit Unterstützung der Stadt kann nämlich wortwörtlich umgesetzt werden.

Mitte April hatten die Protagonisten, natürlich unter strengen Corona-Abstandsregeln, begonnen, die sogenannte Palettenlandschaft am Marktplatzbrunnen aufzustellen. Die beinhaltet drei Zweier-Sitzmöbel aus alten Euro-Paletten, die der Jeddinger Wim Liefers von Vissel for Future zusammengeschraubt hatte. Dazwischen stehen drei Hochbeete, die von anderen Mitgliedern der Gruppe sowie von Susanne Rohr vom Kneipp-Verein üppig bepflanzt wurden. „Jetzt gedeiht alles richtig prächtig“, sagt Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy, der das Projekt ein wenig koordiniert hat.

So wachsen, auch dank einer besonderen Erde mit Mikroorganismen, die berühmten Kneipp-Kräuter, die bei allerlei Wehwehchen und bei vielen Zipperlein Linderung versprechen, in dem einen Beet, während ein paar Schritte weiter Knoblauch, Mangold oder auch Dill auf ein scharfes Messer warten. Das dritte Beet ist den Sofort-Naschern vorbehalten, sodass sich Genießer Zuckererbsen und Co. gleich in den Mund stecken können.

„Wir planen, bestimmte Rezepte anzubieten, was man mit den Sachen machen kann. Entweder per Flyer zum Mitnehmen, oder ein QR-Code zum Scannen mit dem Handy oder ein laminiertes Rezept zum Abfotografieren. Da wollen wir uns jetzt schnell eine Lösung überlegen“, so Oddoy. Der ist übrigens ebenso wie froh wie alle anderen Palettenbauer, dass es in den vergangenen zwei Monaten zu keinerlei Sachbeschädigung an den Sitzmöbeln oder Beeten gekommen ist. Auch Kritzeleien oder Graffiti sind nicht zu sehen. „Vielleicht liegt es daran, dass die Leute es gut finden. Was man für gut hält, macht man nicht kaputt.“

Gepflegt werden die Beete zurzeit überwiegend von Friedrich Badenhoop, der auch das Wässern übernimmt. Langfristig ist geplant, dass sich die Bewohner der Visselhöveder Außenstelle der Rotenburger Werke darum kümmern. Wegen Corona können sie sich allerdings noch nicht so frei bewegen, dass das so einfach möglich wäre.

Für Oddoy sind die Pflanzen und Kräuter aber nur Mittel zum Zweck, „viel wichtiger ist mir, dass wir verschiedene Gruppierungen aus der Stadt zusammengebracht haben, die etwas von Visselhövedern für Visselhöveder machen“. Die Palettenlandschaft sei nur ein erster Schritt von weiteren Projekten, die „sich aus dieser Konstellation ergeben“, ist sich der Gemeinwesenarbeiter sicher.  jw

Wim Liefers lässt sich Zuckererbsen schmecken.

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