Im Ernstfall zählt jede Sekunde

Schwitscher Feuerwehr trainiert Personenrettung

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Den richtigen Einsatz von Schere und Spreizer wurde den Schwitscher Brandschützern vermittelt.

Schwitschen - Die Meldung lässt auch hart gesottenen Feuerwehrleuten die Knie weich werden: „Schwerer Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person“. Am Einsatzort muss dann jeder Handgriff sitzen und jedes Werkzeug passen, um möglichst schnell Hilfe zu leisten. Und genau das geht nur mit viel Training.

Nach dem Kennenlernen der sogenannten rollenden Werkstatt erweiterten die Schwitscher Feuerwehrleute jetzt ihre Kenntnisse mit der praktischen Übung unter dem Titel „Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person.“

Sascha Neumann und Florian Pahl von der Ortsfeuerwehr Visselhövede hatten wieder den Rüstwagen dabei und auf dem Schwitscher Feuerwehrhof stand ein betagtes Auto bereit, um fachgerecht und effektiv zerlegt zu werden.

Um trotz des Schwerpunktes mit technischen Gerät wie hydraulischen Spreizer und der Schere am Fahrzeug effizient und schnell arbeiten zu können, ist auch ein strukturierter Ablauf im Kopf nötig. „So ist der Faktor Sicherheit niemals zu vernachlässigen“ so Florian Pahl.

Ob ein Einsatz mit eingeklemmter Person möglichst schonend für sie ablaufen soll, oder ob sie aufgrund des kritischen Gesundheitszustands möglichst schnell aus dem Fahrzeug befreit werden muss, entscheidet zumeist der Notarzt. Für einen Gruppenführer bedeutet dies „möglichst immer einen Plan B im Hinterkopf zu haben“, so Neumann. Bei der Übungslage wurde aber von einer „patientenschonenden Rettung“ ausgegangen.

Nach dem Rettungstraining war das Auto komplett zerlegt. Und das vor allem schnell und effektiv.

Dass der Faktor „Sicherheit“ nicht beim Absperren der Einsatzstelle endet, sondern sich wie ein roter Faden durch die gesamte Einsatzübung zieht, zeigte Sascha Neumann gleich zu Anfang in der Praxis auf: „Für ein sicheres Arbeiten mit möglichst wenig Erschütterungen für die eingeklemmte Person ist es erforderlich, das Fahrzeug zu stabilisieren.“

Da parallel dazu auch immer die erste Maßnahme „Retten“ darstellt, galt es, einen Weg zur eingeklemmten Person zu schaffen, um Erste Hilfe zu leisten. Das war bei diesem Übungsszenario nur über das Heck des Autos möglich, da alle Türen verkeilt waren. „Um nun die eingeklemmte Person schonend zu retten, soll sie möglichst wenig bewegt und in gerader Lage aus dem Auto transportiert werden“, teilt Feuerwehrpressesprecher Sebastian Kurz mit. Dazu werde das Dach des Autos abgenommen, um die Person über den Autositz von hinten nach oben „rauszuziehen“.

Pahl erklärte den Schwitscher Kameraden auch den korrekten und vorsichtigen Einsatz einer Airbag-Spinne, die um das Lenkrad befestigt wird. Die schützt den Fahrer und die Rettungskräfte, falls sich der Airbag unkontrolliert auslöst. Wie man schnell und effizient die Türen und das Dach abnimmt, erklärte Sascha Neumann den Schwitschern, während diese eifrig mit dem hydraulischen Spreizer und der Schere zu Werke gingen. „Im Anschluss haben die Schwitscher Kameraden noch den Umgang mit weiteren Einsatzmitteln wie zum Beispiel den Pedalschneider geübt, der ebenfalls oft zum Einsatz kommt“, berichtet Kurz. 

jw

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