Erinnerung an den großen Landvermesser

Infotafel auf dem Elmhorstberg zu Ehren von Carl Friedrich Gauß

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„Genau von hier hat Gauß das Land vermessen“: Ralf Goebel (v.l.), Gerd Böger, Wolfgang Breden, Ute Grigo, Rudi Pflug und Bärbel Korgel auf dem Elmhorstberg.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Lange ist es her, dass die Visselhöveder einen Zehn-Mark-Schein in der Hand hielten. Aber wer sich noch erinnern kann, oder tatsächlich noch eine Banknote findet, der wird auf der Rückseite den Elmhorstberg zwischen Riepholm und Hiddingen entdecken. Die Anhöhe hatte der große Mathematiker Carl Friedrich Gauß im Zuge seiner Triangulation (Gradmessung und Hannoversche Landesvermessung) benutzt. Dort wird jetzt durch ein spezielles Schild an seine Arbeit im Jahre 1824 erinnert.

Der ehemalige Visselhöveder Stadtarchivar Werner Hamann-Korgel, der 2013 überraschend starb, hatte sich zum Ziel gesetzt, besondere Straßen, Wege und Häuser in der Stadt oder auch Standorte mit Informationstafeln zu versehen.

Einige hat er noch zu Lebzeiten angebracht, die anderen übernimmt jetzt seine Frau Bärbel Korgel, die gemeinsam mit Helmut Schrey das Visselhöveder Stadtarchiv weiterführt. Und eine dieser Infotafeln wird dem Landvermesser, genialen Mathematiker und Physiker Carl Friedrich Gauß gewidmet.

Blickkontakt zwischen Landkreis Celle und dem Elmhorstberg

Dazu trafen sich auf dem Elmhorstberg in unmittelbarer Nähe zur Radarkuppel der Bundeswehr Vertreter der Stadt, Bärbel Korgel und die beiden Gauß-Fans Wolfgang Breden, ehemaliger Katasteramts-Direktor, und Gerd Böger, pensionierter Lehrer aus Fischerhude, der sich seit Jahrzehnten mit den Gaußchen Arbeiten beschäftigt.

„Gauß und seine Helfer waren am 24. Mai 1824 hier aktiv und haben die 87,19 Meter hohe Anhöhe genutzt, um das Dreiecksnetz der Gradmessung zu vervollständigen. Der Punkt zuvor war Falkenberg am Nordwestrand des Landkreises Celle. Von dort hatte die Vermesser durch besondere optische Installationen Blickkontakt mit dem Elmhorstberg“, so Breden. „Nach vier Tagen sind sie weitergezogen.“

Zurück blieb nur das Fundament einer Säule, auf dem Gauß sein Messinstrument platziert hatte: das Heliotrop. „Dabei handelt es sich um einen Sonnenspiegel zum Sichtbarmachen weit entfernter Vermessungspunkte. Dazu wird das Sonnenlicht am Zielpunkt mit einem Spiegel in die Richtung des fernen Theodolit-Standpunktes reflektiert“, erklärte Breden.

Bauhof baut Säule nach altem Vorbild

Für die genaue Ausrichtung besitze ein Heliotrop ein Zielfernrohr, das auf den Beobachter am Messpunkt ausgerichtet wird. Dafür befänden sich zwei Spiegel, die um 90 Grad ˚ zueinander geneigt seien. „Wenn der eine Spiegel das Bild der Sonne durch das Fernrohr reflektiert, wirft der andere Spiegel das Sonnenlicht auf jenen Punkt, der durch das Fernrohr anvisiert wurde.“ Laut Gerd Böger erreichte Gauß selbst über große Entfernungen eine Messgenauigkeit, die noch heute als vorbildlich gelte.

Auf dem Elmhorstberg erinnert zurzeit aber nichts mehr an seine große Bedeutung für die Landvermessung. Das soll sich durch die Infotafel ändern. Und die wird der Visselhöveder Bauhof nicht einfach so an einer beliebigen Stelle auf dem Hügel anbringen, sondern exakt auf dem Punkt, wo einst Gauß gemessen hatte.

„Den Punkt haben wir exakt bestimmt“, erklärte Breden und setzte eine kleine Marke in den Boden. Bürgermeister Ralf Goebel hat den Bauhof aber noch vor eine weitere Aufgabe gestellt, denn die Tafel soll wenn möglich an einer Säule befestigt werden, die dem Vorbild aus der Gaußchen Zeit nachempfunden wird. „Dafür werden wir jetzt intensiv recherchieren“, so der Bürgermeister.

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