„Das war ein historischer Moment“

Erhard Grunhold spricht über 30 Jahre im Kultur- und Heimatverein

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Wenn Erhard Grunhold gerade mal nicht etwas für den Kultur- und Heimatverein plant, gönnt sich der sympathische Visselhöveder auch mal ein bisschen Ruhe in seinem Garten.

Visselhövede - Von Joris Ujen. Erhard Grunhold hatte vor 28 Jahren den Kultur- und Heimatverein Visselhövede (KHV) ins Leben gerufen. Mit seinen eigens produzierten Filmen über das Leben in Visselhövede dokumentierte der 80-Jährige zudem regelmäßig die städtische Zeitgeschichte und präsentierte sie den Bürgern. Ans Aufhören denkt der in Freyenstein (Brandenburg) geborene ehemalige Stadtdirektor von Visselhövede noch nicht. Im Gespräch mit der Kreiszeitung erzählt Erhard Grunhold, was er in fast 30 Jahren KHV erlebt hat und was er kulturell noch alles vorhat.

Herr Grunhold, der Kultur- und Heimatverein ist nun schon 28 Jahre alt. Sie haben damals maßgeblich zur Gründung beigetragen. Was waren Ihre Ambitionen?

Erhard Grunhold: Ursprung des Kultur- und Heimatvereins war das historische Stadtfest 1988. Meine Organisationsidee als Stadtdirektor für das Stadtfest war es damals, die Vereine, Institutionen und vor allem Kernort und Ortsteile in einer umfassenden Gemeinschaftaufgabe zusammenzuführen – nachdem die Verwaltungs- und Gebietsreform von 1974 immer noch spürbar in vielen Vorbehalten nachwirkte. Das gelang so großartig und die Bevölkerung war so mitreißend, wie selbst ich es mir kaum hätte erträumen können. Das animierte die Organisatoren, das gewonnene Zusammengehörigkeitsgefühl in irgendeiner Form weiter zu pflegen.

Welche Veranstaltungen zählen für Sie zu den Höhepunkten seit der Vereinsgründung?

Grunhold: Höhepunkt war zunächst einmal die Gründungsversammlung des Kultur- und Heimatvereins am 20. November 1990 mit 63 Gründungsmitgliedern. Das war für Visselhövede ein historischer Moment, nicht nur wegen der Vereinsgründung an sich, sondern wegen des darin begründeten neuen Visselhöveder Aufbruchs.

Und an welche weiteren Höhepunkte denken Sie gerne zurück?

Grunhold: Es folgten Konzertveranstaltungen in der Kastanienschule, bis sich nach vielen Hürden die Restauration eines der ältesten Visselhöveder Häuser in der Burgstraße 3 verwirklichen ließ. Die Einweihungsfeier im Jahr 2000 belegte mit dem überwältigenden Zuspruch ein weiteres Mal den entstandenen Gemeinschaftsgeist. Ein herausragendes Ereignis war auch die Jubiläumsfeier zum 25-jährigen Bestehen des Vereins im Jahr 2015 mit einer gelungenen Durchmischung von Veranstaltungen bis hin zum Kinderfest „Visselgeister“. Es gibt viele Beispiele.

Und was erwartet Visselhövede in diesen und den kommenden Jahren?

Grunhold: Das Programm 2018/2019 wird gerade zusammengestellt. Unter den Konzerten finden wir Bekannte wie das „Trio Boogielicius“, das Leipziger Posaunenquartett „Opus 4“ und Neues wie das „Boém Streichquartett“. Weiter etablieren soll sich der Jazz-Frühschoppen im Verbund mit dem Gottesdienst bei Dixie-Begleitung. Wir arbeiten ständig an der Fortentwicklung eines attraktiven Kulturangebots in angemessener Vielfalt. Es besteht ein guter Erfahrungsschatz und wir können auf einen guten Bekanntheitsgrad in Künstlerkreisen bauen.

Neben der Pressearbeit für den KHV haben Sie sich auch als Filmemacher bewiesen. Woher kommt diese Leidenschaft?

Grunhold: Ich denke, das Fotografieren hat mir schon mein Vater mit auf den Weg gegeben. Die vielen beruflichen und ehrenamtlichen Begegnungen und Ereignisse haben mich dazu inspiriert, sie filmisch festzuhalten, auch in dem Bewusstsein späterer heimatgeschichtlicher Bedeutung. Hobby und Leidenschaft, das gehört irgendwie zueinander.

Ist ein weiterer Film über das Leben in Visselhövede geplant?

Grunhold: Ich komme vor lauter ehrenamtlicher Tätigkeit kaum dazu, mein Filmmaterial aufzuarbeiten. Bin selbst gespannt.

Wie war und ist die Resonanz des kulturellen Angebots?

Grunhold: Was die kulturelle Entwicklung Visselhövedes angeht, beantworte ich die Frage erfreut positiv. Bis Ende der 1980er-Jahre habe ich oft das Gefühl gehabt, gegen Windmühlen anzugehen. Jetzt ist das kulturelle Angebot für Visselhövede ein Aushängeschild, ich denke sogar der bedeutendste Beitrag zum Visselhöveder Stadtimage.

Wie verbringen Sie Ihre Freizeit, wenn Sie mal nicht etwas für den KHV machen?

Grunhold: Ich betätige mich nicht nur im KHV. Da gibt es noch manches mehr. Das versuche ich wie schon früher dienstlich mit meiner Familie ins Reine zu bekommen. Im Übrigen bemühe ich mich im Fitnessstudio, im Hallenbad, zu Hause mit gymnastischen Übungen und mit Radeln durch die Natur fit zu halten.

Wie lange werden Sie noch für den Verein aktiv sein?

Grunhold: Die Frage stelle ich mir nach eigener Beobachtung seit einiger Zeit immer häufiger. Vielleicht finde ich irgendwo mal eine Antwort.

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