Eon-Avacon investiert rund 3,4 Millionen Euro im Visselhöveder Stadtgebiet

Erdkabel ersetzen Masten und Hochspannungsleitungen

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Am Visselhöveder Umspannwerk kommt der Strom schon bald aus der Erde und nicht mehr aus der Luft. 

Visselhövede - Von Jens Wieters. Die Stadt Visselhövede ist von großen Strommasten regelrecht umzingelt. Dabei benötigen die Haushalte und Firmen nur einen Bruchteil der Energie, die mit Hilfe der Masten und der Hochspannungsleitungen teilweise quer durchs Stadtgebiet geführt wird. Aber die Überlandleitungen könnten bald der Vergangenheit angehören, denn der Versorger Eon-Avacon will sie unter die Erde legen.

Darüber informierte Thomas Schrader von der Abteilung Netz des Konzerns den Ausschuss für Landwirtschaft, Energie und Umwelt. Rund 3,4 Millionen Euro will das Unternehmen in den kommenden Monaten in die Erdverkabelung investieren – und das, obwohl der Konzessionsvertrag bereits 2020 ausläuft. „Aber den würden wir natürlich gern verlängern“, hob Schrader hervor.

Nötig seien die Maßnahmen, weil die Störungsstatistik für den Bereich Visselhövede eine deutliche Sprache spreche: „Wir haben einen erheblichen Anstieg von Fehlermeldungen zu verzeichnen, da sind diese Überlegungen unumgänglich. Auch wenn der Vertrag in rund drei Jahren ausläuft.“

„Mehr Sicherheit bei der Versorgung“

Wenn die ersten Bagger anrollen, müssen sie allerdings mehr Kabelmeter in die Erde legen als von den Masten nehmen. Denn die rund 35 Kilometer Freilandleitung werden durch 52 Kilometer Erdkabel ersetzt. Das liegt natürlich darin begründet, dass nicht jeder ein dickes Stromkabel in seinem Garten verlegt haben will. „Darum müssen wir manchen Umweg in Kauf nehmen“, so Schrader, der darauf hinweist, dass ein Erdkabel eine größere Versorgungssicherheit böte, da es lang nicht so anfällig sei wie Freilandleitungen, die doch der Witterung extrem ausgesetzt seien.

Und noch einen großen Vorteil böte der Strom unter der Erde: „Es gibt dann echte Stromkreise und keine Einbahnstraßen mehr. Dann bleibt auch im Theater Metronom das Licht bei den Aufführungen immer an“, schmunzelte Schrader, wohlwissend, dass sein Arbeitgeber einige Aufführungen im einzigen Theater des Landkreises sponsort, und dabei auch schon mal die Scheinwerfer ausgingen. „Bei einem möglichen Defekt werden die Haushalte mit der neuen Technik von der anderen Seite versorgt. Das ist eben ein Vorteil eines Stromrings, es gibt keinen Totalausfall mehr.“ Vor einigen Jahren hatte es am helllichten Tage einen kompletten Blackout in der Visselhöveder Innenstadt gegeben. Supermarktkassen sagten keinen Mucks mehr, Patienten saßen mit aufgebohrten Zähnen auf dem Behandlungsstuhl, Kühlgeräte standen still und unzählige Alarmanlagen piepten um die Wette, um auf die Unterbrechung der Stromversorgung hinzuweisen.

Damals hatte ein Bagger mit seinem Ausleger bei Bomlitz eine Hochspannungsleitung berührt und für den totalen, rund drei Stunden andauernden Stromausfall gesorgt. Der Arbeiter wurde schwer verletzt. „Diese Vorfälle sollten bei den Erdkabeln der Vergangenheit angehören. Wir gehen von deutlich verringerten Ausfallzeiten aus“, so Schrader. Noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten beginnen, die wohl mit der Umwandlung der 20-KV-Leitung in Richtung Nindorf starten werden.

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