Epidemiologisches Krebsregister stellt in Visselhövede keine vermehrten Fälle fest

Keine auffälligen Krebszahlen

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Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel will trotz der wachsenden Kritik an der Erdgasförderung die Ursachen für die vielen Krebserkrankungen sachlich erforschen.

Visselhövede - Das Epidemiologische Krebsregister Niedersachsen (EKN) hat jetzt die Krebserkrankungen aus den Nachbargemeinden der Samtgemeinde Bothel veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass im Bereich der Stadt Visselhövede keine Auffälligkeiten registriert wurden. Für die Jahre 2003 bis 2012 wurden 74 hämatologische Krebsneuerkrankungen festgestellt. Laut dem zu erwartenden statistischem Wert hätten es 74,9 Erkrankungen sein müssen.

„Das ist für uns zunächst erstmal ein relativ beruhigendes Ergebnis“, sagt Bürgermeister Ralf Goebel, der jetzt auf die Folgeuntersuchungen der Gesundheitsämter setzt. An Spekulation, ob und wie die Förderung von Erdgas in der Region für die erhöhten Fallzahlen in der Samtgemeinde Bothel und in der Stadt Rotenburg ursächlich sein könnten, will Goebel sich nicht beteiligen: „Das ist alles Kaffeesatzleserei und reine Spekulation.“ Da müsse man den „Ball lieber flach halten“ und sachlich weiter nach den Ursachen forschen. Stelle sich allerdings irgendwann heraus, dass die Betroffenen in der Erdgasförderung beschäftigt seien und in der Samtgemeinde Bothel oder auch in Rotenburg leben, wäre ein Stück mehr Plausibilität hergestellt. „Aber vorerst müssen wir weiter intensiv nach den Ursachen suchen“, so Goebel, der die Arbeit des Rotenburger Gesundheitsamts mit Dr. Frank Stümpel an der Spitze lobt: „Dort werden alle personellen Ressourcen zusammengezogen und die Arbeit sehr rührig erledigt.“

Das EKN hat entsprechend der Anfrage der drei Landkreise Rotenburg, Verden und Heidekreis die Häufigkeit für hämatologische Krebsneuerkrankungen bei Männern in sieben Nachbargemeinden der SG Bothel für den Zeitraum 2003 bis 2012 untersucht. Die wurden zu drei Regionen zusammengefasst ausgewertet. Zur Region C mit Visselhövede gehören die Gemeinden Neuenkirchen und Scheeßel. Dort wurden ebenfalls keine auffälligen Erhöhungen beobachtet. Ebenso wenig wie in Kirchlinteln, Langwedel und Sottrum. Allerdings in Rotenburg. Die Zahl der „erwarteten Neuerkrankungen“ gibt an, wie viele Krebsneuerkrankungsfälle in der Region zu erwarten sind, wenn für ihre Wohnbevölkerung dieselben Raten wie die der Vergleichsregion (hier Bezirk Lüneburg) gelten würden.

jw

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