Standortvorteil

SPD schreibt sich den VBN-Beitritt ein Stück weit auf die Fahne

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Der stellvertretende Bürgermeister Hermann Bergmann und und SPD-Fraktionsvorsitzende Dagmar Kühnast freuen sich, dass es mit dem VBN nach vielen Jahren geklappt hat.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Schon 1989 haben wir versucht, in irgendeiner Form reinzukommen. Aber oft waren wir politisch allein auf weiter Flur und auch die Nachbargemeinden hatten wenig Interesse.“

Und genau darum bezeichnet Hermann Bergmann, altgedienter Sozialdemokrat in der Visselhöveder Kommunalpolitik, den Beitritt seiner Heimatstadt in den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) als „eine Art Sechser im Lotto“.

Bekanntlich haben die Visselhöveder ab dem 1. August die Möglichkeit, mit nur einem VBN-Ticket bis nach Bremen und weit darüber hinaus Bus und Bahn zu fahren. Und das sogar für weniger Geld als bisher. Denn vor gut einer Woche wurden die entsprechenden Verträge unterzeichnet „worauf unser Ortsverein über viele lange Jahre hingearbeitet hat“, betont Dagmar Kühnast, SPD-Fraktionschefin im Stadtrat. 

Sie hebt besonders ihren Parteifreund Tam Ofori-Thomas hervor, der – Angestellter bei der Deutschen Bahn – gewusst habe, wo „man schließlich die entsprechenden Stellschrauben drehen musste, um zum Erfolg zu kommen“, dankt die Schwitscherin auf diesem Wege. Der so Gelobte hatte den Beitritt während der vergangenen Ratssitzung ebenfalls als „historischen Moment für Visselhövede“ bezeichnet.

Aber laut Kühnast habe natürlich auch die Verwaltung zunächst unter der Regie der damaligen Bürgermeisterin Franka Strehse und dann auch mit Bürgermeister Ralf Goebel an der Spitze dazu beigetragen, dass „es endlich geklappt hat“.

Mitgliedschaft habe nur Vorteile

Für Kühnast ist der Beitritt ein echter „Befreiungsschlag, auf den wir ein Stück weit stolz sein können“. Denn die VBN-Mitgliedschaft habe nur Vorteile: „Unsere Bürger kommen schneller, öfter und günstiger nach Bremen, was besonders für Arbeitnehmer interessant sein kann.“ Und auch für die städtische Siedlungspolitik sei das ein echter Standortvorteil. „Ich glaube schon, dass unter anderem Familien nach Visselhövede ziehen, wenn sie wissen, dass sie dort einen attraktiven öffentlichen Personennahverkehr vorfinden.“

Gleiches gelte sicherlich auch für Firmen, die in dem neuen Gewerbegebiet Lehnsheide Flächen vorfänden, und jetzt sicher sein könnten, dass sie auch Angestellte finden, die einen Umzug nach Visselhövede mitragen würden, „wenn das Gesamtpaket stimmt“.

Und auch die Alteingesessenen dürften sich freuen, wenn sie zum Beispiel mit einer Karte für ein Fußballspiel des Bundesligisten Werder Bremen die Zug- und Straßenbahnfahrt gleich mitbezahlen. „Wenn bei der Feingestaltung des Fahrplans herauskommt, dass der eine oder andere Zug mehr aus Visselhövede in Richtung Hansestadt abfährt, dann ist es umso besser“, hofft Kühnast.

Massiv Werbung machen

Sie will jetzt gemeinsam mit ihren Genossen massiv Werbung für den VBN machen, weil es aktuell „viele Leute gibt, die mit dem Auto nach Rotenburg fahren, um dort einen Zug nach Bremen zu nehmen. Das brauchen sie ab August nicht mehr. Sie müssen es nur wissen.“

Kühnast und Bergmann sind froh, dass auch in der Samtgemeinde Bothel nach jahrelanger VBN-Ignoranz ein Umdenken eingesetzt habe, obwohl in den sechs Mitgliedsgemeinden kein Zug hält: „Denn auch unsere Nachbarn haben nur Vorteile, durch ein einfacheres Ticketsystem für die Busse und die Möglichkeit auf Errichtung eines Anrufsammeltaxis.“

Natürlich habe der VBN-Beitritt auch eine kleine Kehrseite für die öffentliche Hand, weil die Städte, Gemeinden und auch die Bahnunternehmen das „sehr kompliziert auszurechnende System“ finanziell bezuschussen müssten.

„Aber die Stadt Visselhövede muss beispielsweise viel weniger zahlen, als wir befürchtet haben. Wenn dann die Zahl der Fahrgäste steigt, profitieren auch die Zugunternehmen und am Ende haben dann alle gewonnen“, sagt Kühnast.

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