Der Einstieg in den Ausstieg

Exxon-Versenkbohrstelle Gilkenheide nicht mehr in Betrieb

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Exxon-Mitarbeiterin Daniela Davies (Mitte) erläutert den Rückbau den Politikern (v.l.) Astrid Kirmeß (CDU), Dagmar Kühnast (SPD, verdeckt) Bürgermeister Ralf Goebel, Eckhard Langanke (WiV) und Heiner Gerken (Grüne).

Hiddingen - Von Jens Wieters. In die Versenkbohrstelle Gilkenheide Z1 bei Hiddingen wird kein Lagerstättenwasser mehr verpresst, das bei der Erdgasproduktion anfällt. „Seit dem 30. April ist die Anlage stillgelegt und wird in den kommenden Jahren Stück für Stück zurückgebaut“, erläutert Daniela Davies, Exxon-Mobil-Betriebsleiterin der Produktionsstätte in Bellen.

Die hatte auf Anfrage von Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel zu einem Ortstermin mitten in den Wald zwischen Hiddingen und Riepholm geladen. Goebel und die Spitzen der Ratsfraktionen konnten sich so überzeugen, dass das Rohr gekappt ist, das von 1985 bis 2017 rund eine Million Kubikmeter Lagerstättenwasser aufgenommen hatte.

Bis Jahresende sollen Tanks und Pumpenhäuser abmontiert werden

Aufgrund der geänderten Gesetzeslage darf die Ablagerung von Lagerstättenwasser ab August 2021 „ausschließlich in tief liegende geologische Horizonte zurückgebracht werden, deren Druck durch die Erdgasförderung zuvor abgesenkt worden ist“, erklärt Exxon-Sprecher Klaus Torp.

Das werde dann in rund 5000 Meter Tiefe geschehen, im Gegensatz zu den bisher üblichen Versenktiefen von nur rund 1200 Meter in den sogenannten Kalkarenit. Industrieweit seien bereits fünf von zehn Kalkarenit-Versenkbohrungen außer Betrieb genommen worden, so Torp. „Die restlichen folgen bis spätestens 2021.“

Die Rohrleitung vom Pumpenhaus in die Bohrung ist gekappt.

Bisher wurde die Bohrung Gilkenheide, aus der damals auch Erdgas gefördert werden sollte, aber nicht erfolgreich war, per Lkw und Pipeline aus dem Raum Söhlingen gefüttert. Die in einer Tiefe von rund 1,5 Metern liegende Rohrleitung wird ebenfalls wieder zurückgebaut. Bis zum Ende des Jahres werden die obertägigen Tanks und Pumpenhäuser abmontiert, 2018 wird das Bohrloch mit Zement verfüllt, ein Jahr später sind die befestigten Flächen abgetragen, sodass der ursprüngliche Zustand wieder hergestellt wird.

Auf Grund der Stilllegung müssen mit mehr Bauaktivität gerechnet werden

„Die Bohrung Söhlingen Z1 soll ab spätestens 2021 unter anderem einen Teil des Wassers aufnehmen, das zurzeit noch in die von ExxonMobil im Landkreis Rotenburg und Heidekreis betriebenen vier Kalkarenit-Bohrungen eingebracht wird. Das sind im Heidekreis die Bohrungen Dethlingen H1 und Walsrode H1 sowie im Landkreis Rotenburg die Bohrungen Sottrum Z1 und Söhlingen H1“, so Torp. Im September sei für Söhlingen Z1 eine öffentliche Informationsveranstaltung geplant.

In den kommenden Jahren sei wegen der Stilllegung in der Gilkenheide vermehrt mit Bauaktivitäten zu rechnen, betonte Davies. Alle Arbeiten würden von den Behörden begleitet und letztlich auch abgenommen. „Am Ende wird Exxon-Mobil aus der Bergaufsicht entlassen.“

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