Teilnehmer der Regio-Challenge tauschen Lebensmittel aus

Einkauf in Fahrrad-Distanz

Birnen und Minze bringt Wim Liefers mit zur Tauschbörse.
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Birnen und Minze bringt Wim Liefers mit zur Tauschbörse.

Riepholm – Eigentlich klingen die Spielregeln der Regio-Challenge ganz simpel – eine Woche lang nur das essen, was aus der Region stammt. Aus Kartoffeln vom Hof um die Ecke lassen sich schon einige Gerichte zubereitet, etwa ein Gratin. Dafür braucht man aber auch Salz und Käse – und das ist schon gar nicht mehr so einfach per Fahrrad-Distanz von einem regionalen Erzeuger zu bekommen. Bei der Regio-Challenge, zu der mehrere Umweltverbände im Landkreis aufgerufen haben, kommt es auf genau solche Kleinigkeiten an.

Einige Mitglieder der Gruppe „Vissel for Future“ sowie Unterstützer von des Lernbauernhofs j„ackern und rackern“ haben sich auf die Fahne geschrieben, eine Woche lang nur regionale Produkte auf den Speiseteller zu bringen. Am Montag haben die Teilnehmer sich auf dem Hof Wilkens in Riepholm getroffen. Hier gab es eine „Tauschbörse“, bei der man eigene Produkte vorbeibringen konnte und dafür andere erhielt. Apfelessig, Cidre, Honig und wer wollte, konnte von Olaf Wilkens Quinoa erhalten. Es wurde aber auch eigene Butter hergestellt. „Jeder hat zwei Joker, also zwei Zutaten, wie zum Beispiel Salz und Kaffee, um die individuellen Bedürfnisse zu stillen“, erklärte Initiator und Gruppensprecher Harald Gabriel.

Teilnehmer Wim Liefers ist Veganer und hat Birnen und Minze aus dem Garten mitgebracht. „Bei der Aktion wird mir erst bewusst, worin überall Zucker enthalten ist. Jetzt im Sommer ist noch alles reichlich erhältlich. Doch was macht man im Winter?“

„Für mich war das Tollste bisher, das Brot selbst zu backen“, schwärmt Isa Roth. Die 63-Jährige Hiddingerin beschäftigt sich schon länger mit dem Thema Ernährung und hat für die Woche schon viele Rezepte vorbereitet. „Das Schwierigste ist für mich, auf Öl zu verzichten. Alles andere – Kartoffeln, Gemüse und Zwiebeln – sind in Fahrradnähe erhältlich“, so die psychiatrische Beraterin. Sie könne auch locker auf Leckereien wie Schokolade und den Morgenkaffee verzichten. Roth wünscht sich, dass die Aktion Früchte trägt. „Die Idee muss sich verbreiten. Es müsste mehr Menschen geben, die Lust haben, hier mitzumachen.“ Viele aus ihrer Nachbarschaft konnte sie für das Thema begeistern, nur die Umsetzung und die Motivation mitzumachen, fehle.

Einig sind sich die Teilnehmer, dass man viel bewusster kocht und überlegt, woher die Zutaten stammen. So ist man zwar stolz wie Bolle auf seine selbst gekochte Marmelade, aber wo bekommt man den Zucker her? „Wir wollen den Bezug zu unseren Lebensmitteln zurückerobern und uns für die regionalen Produkte vor unserer Haustür einsetzen“, verdeutlicht Gabriel.

Durch die Vernetzung und das regelmäßige Treffen der Gruppe können sich die Teilnehmer austauschen – sowohl Rezepte, Gerichte, als auch Tipps, wo was zu finden ist. „Salz gibt es zum Beispiel in Soltau“, berichtete Isa Roth, die sich noch mehr regionale Anbieter und Märkte hier vor Ort wünscht.

„Im letzten Jahr haben wir zum Abschluss noch ein großes, tolles Mitbring-Büfett aufgebaut. Doch das fällt aufgrund von Corona dieses Jahr leider aus“, so Harald Gabriel. Für Einsteiger hält er den Tipp bereit, es am Anfang mit nur einer Mahlzeit aus regionalen Produkten zu versuchen. Steigern könne man sich immer noch.

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