Startschuss für das Projekt Mitfahrerbänke

Einfach und kostenlos

Ralf Goebel (v.l.), Helmut Sündermann und Klaus-Dieter Burmester starten das Projekt. Fotos: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Nach drei Jahren und fast unendlich vielen bürokratischen Hürden, die aber am Ende erfolgreich gemeistert worden sind, läuft seit Dienstag das ehrgeizige Projekt mit dem Namen Visselhöveder Mitfahrerbank.

Dem Seniorenbeirat, der die Idee 2016 aus dem süddeutschen Raum an die Vissel exportiert hatte, war es in Person des Vorsitzenden Helmut Sündermann und seines Vertreters Klaus-Dieter Burmester vorbehalten, eine von dreien im Kernort Visselhövede installierten Bänken gemeinsam mit dem Bürgermeister Ralf Goebel in Betrieb zu nehmen.

Neben den drei Bänken im direkten Stadtgebiet, die am Zernitzpark, an der Lindenstraße und am Stadtpark an der Bahnhofstraße auf ihre Nutzung warten, gibt es drei Bänke an der Kreisstraße 210 in Rosebruch, Hütthof und Buchholz sowie zwei in Ottingen und jeweils eine in Riepholm (Kita Momo) und am Dorfhaus in Wehnsen.

Diese drei Streckenverläufe von Visselhövede und auch wieder zurück, sollen von Menschen genutzt werden, die sonst keine Gelegenheit haben, relativ zügig von einem Ort zum anderen zu kommen.

Das Projekt hat insgesamt rund 6 500 Euro gekostet. Knapp die Hälfte zahlt die Stadt Visselhövede, 3 500 Euro die EU über das Leader-Programm Hohe Heide.

Das Prinzip funktioniert einfach: Wer mitgenommen werden will, begibt zu einer entsprechenden Haltestelle, die mittels eines blauen Schilds, das der Schwitscher Künstler Willi Reichert entworfen hatte, kenntlich gemacht ist. Dort braucht man nur den Zielort mithilfe eines weiteren Schildes einstellen, kann auf der Bank Platz nehmen und dann muss man ein bisschen warten. Kommt ein Autofahrer vorbei und will den Ort ansteuern, hält er an und der Mitfahrer steigt ein. Das Projekt ist simpel, unkompliziert und kostenlos.

Damit der Mitfahrer weiß, zu wem er ins Auto steigt, gibt es ab sofort kleine Aufkleber im Rathaus und beim Seniorenbeirat (Telefon 04262 / 3549), die sich die Mitnehmer von innen an die Windschutzscheibe kleben können.

So einfach wie die Mitfahrerbänke in der Praxis funktionieren, war es bei der Planung aber leider ganz und gar nicht. „Denn wird haben knapp drei Jahre gebraucht, um das Ganze umzusetzen“, stöhnt der Bürgermeister. Das habe vor allem an den Zuschüssen von der Hohen Heide gelegen, die nur nach bestimmten Vorgaben geflossen seien. So war eine davon, dass die Bänke aus heimischen Hölzern hergestellt werden. „Nach ein paar Monaten setzt sich doch dort niemand mehr drauf, wenn sie feucht und voller grüner Algen sind“, so Klaus-Dieter Burmester. So hat die Verwaltung schließlich die Geldgeber in vielen Gesprächen davon überzeugt, dass ein Gitterrohrrahmen aus Metall die praktikablere Variante ist.

„Und auch mit den Straßenbauämtern war das alles hinsichtlich der Standortfrage nicht so einfach“, verrät Goebel, denn schließlich sollen die Autofahrer auch so anhalten können, dass sie den nachfolgenden Verkehr nicht behindern oder gar gefährden.

Aber das ist jetzt Schnee von gestern, nun sind die Beteiligten sehr gespannt, wie die Bänke angenommen werden. „Wir sind zwar in der Region die einzige Gemeinde mit einem solchen Mitfahrernetz, aber in anderen Bundesländern funktioniert das auch“, setzt Sündermann darauf, dass sich das Angebot herumspricht.

Seniorenbeirat und Bürgermeister stellen aber noch mal klar, dass die Bänke keine Konkurrenz zum Bürgerbus darstellen, sondern eher eine Ergänzung für die Bereiche im Stadtgebiet Visselhövedes seien, wo der Bürgerbus nicht hinkomme. „Mit dem VBN-Beitritt, der direkten Busverbindung nach Walsrode, dem Bürgerbus und jetzt den Mitfahrerbänken sind wir ganz gut aufgestellt, was den öffentlichen Nahverkehr betrifft“, unterstreicht Goebel.

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