Grüne ernennen Michael Kopatz zum Direktkandidaten im Landkreis

Eindeutiges Votum

Nach der Wahl überreichen Hans-Jürgen Schnellrieder (2. v.r.) und Sabine Holsten Faruk Maulawy und Michael Kopatz (r.) ein Präsent.
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Nach der Wahl überreichen Hans-Jürgen Schnellrieder (2. v.r.) und Sabine Holsten Faruk Maulawy und Michael Kopatz (r.) ein Präsent.

Visselhövede – Michael Kopatz (49) ist Direktkandidat des Wahlkreises Rotenburg I – Heidekreis für die Grünen. „Ich bin sprachlos über das Ergebnis und euer Vertrauen“, sagte Kopatz kurz nach der Wahl. Insgesamt 64 Stimmen und eine Enthaltung wurden abgegeben, 40 Wähler hatten sich für den Umweltwissenschaftler entschieden. Zuvor hatte er sich, gemeinsam mit seinem Konkurrenten, dem 26-jährigen Faruk Maulawy aus Tarmstedt, im Saal des Luisenhotels in Visselhövede vorgestellt.

Der Reihe nach warben die beiden für ein entsprechendes Votum und beantworteten den knapp 70 Parteimitgliedern einen bunten Strauß an Fragen.

Gabi Kutsche vom Kreisverband Heidekreis moderierte die Veranstaltung, unterstützt wurde sie von Sabine Holsten, Sprecherin des Rotenburger Kreisverbands. Nach einem kurzen Geplänkel rund um das Thema Datenschutz – die Geschehnisse auf dem Podium wurden live gestreamt und nicht alle Anwesenden waren damit zufrieden – ging es zügig los. Der spätere Gewinner der Wahl, Michael Kopatz, machte den Auftakt der Vorstellungsrunde. Er stellte sein Buch „Ökoroutine“ und einige seiner Thesen vor. Kopatz, der in Wuppertal als wissenschaftlicher Projektleiter arbeitet und in Osnabrück im Stadtrat sitzt, plädiert für eine Standardisierung der Nachhaltigkeit. Die Vielfalt der Nahversorgung müsse gefördert werden.

Auch das Schlagwort „Wirtschaftsförderung 4.0“ fiel in seiner Rede mehrfach. Mit diesem Konzept wollen Wissenschaftler und Politiker regionale Wirtschaftsstrukturen stärken. Kopatz selber ist Projektleiter der Idee, die am Wuppertaler Institut für Klima, Umwelt, Energie, angesiedelt ist. „Auch im Bundestag will ich mich für eine enkeltaugliche Politik einsetzen“, betonte er. Zuvor hatte er erklärt, dass er seinen Enkeln später einmal sagen möchte, er habe etwa gegen die Klimakatastrophe unternommen.

Anschließend stellte sich der Tarmstedter Faruk Maulawy vor. Er stand heute als Kandidat des Rotenburger Kreisverbands am Podium, während sein Vorredner im Namen des Wahlbezirks Heidekreis auftrat. Maulawy, gebürtig aus Syrien, betonte, dass Freiheit das wertvollste Gut in einer Demokratie sei. Die Klimakrise sei jedoch die größte Gefahr für den Frieden und die Wirtschaft, „wir müssen weltweit Lebensräume schützen“. Er wolle für Klimagerechtigkeit kämpfen und sich dafür vor allem für den ländlichen Raum einsetzen. Eingangs hatte er über sein Studium in Hannover gesprochen, der 26-jährige möchte Politikwissenschaftler werden. Auf Bundesebene ist er als Sprecher der „StudentsforFuture“-Bewegung aktiv.

Schnell wurde dann die Fragerunde eröffnet. Gabi Kutsche appellierte hier und da an den notwendigen zeitlichen Rahmen, und in der Tat verloren sich die Teilnehmer nicht in endlosen Diskussionen. Thematisiert wurden regionale Aspekte, etwa das Thema Erdgasförderung.

„Könnt ihr euch gegen andere durchsetzen? Was habt ihr für konkrete Ideen?“, wollte Arthur Lempert vom Ortsverband Scheeßel wissen. Ulrich Thiart wollte von Maulawy wissen, welche politische Aktivitäten er unternehmen würde. Einige weitere Fragen wurden gesammelt, anschließend konnten die beiden Kandidaten noch einmal Position beziehen.

Der Student Maulawy berichtete von seinen Erfahrungen als Sprecher der „StudentsforFuture“-Bewegung, „politische Erfahrung erlebt man auch durch Zuhören“. Er betonte, dass die Grünen in den letzten Jahren an Gewicht gewonnen hätten, „die Bundestagswahl ist eine große Chance“. Kopatz gab sich bescheiden und kämpferisch zugleich. „Ich bilde mir nicht ein, direkt ganz viel ändern zu können.“ Sehr wohl könne er aber insgesamt einiges verändern. Beide Aussagen kamen spontan und schnell hintereinander.

Er führte aus, dass er eben das Programm „Wirtschaftsförderung 4.0“ durchsetzen wolle. Am Ende konnte Kopatz offensichtlich überzeugen und versprach, in Zukunft auch vor Ort noch präsenter sein zu wollen: „Auch wenn wir uns virtuell schon gut kennengelernt haben“, schmunzelte er. Zudem will er ein Wahlkreisbüro installieren.

Kopatz tritt im September gegen Lars Klingbeil (SPD) und Carsten Büttinghaus (CDU) an.

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