Gut 35 Aussteller öffnen im Visselhöveder „ArtOutlet“ ihre Türen

Ein Wochenende voller Kunst

Nadine Jubin zeigt die Arbeit ihrer Schülerin Hanna Sievers.
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Nadine Jubin zeigt die Arbeit ihrer Schülerin Hanna Sievers.

Visselhövede – Nadine Jubin und Sabine Neugebauer sind beide als Lehrerinnen aktiv und haben ein großes Faible für Kunst. In diesem Jahr sind sie bei der Ausstellung „Darf man DAS darf man ... wieder“ im Visselhöveder „ArtOutlet“ aktiv dabei. „Ich stelle die Arbeiten meiner Schüler aus“, erklärt Jubin eine kleine Besonderheit. Die Kunstlehrerin unterrichtet an der Eichenschule in Scheeßel. Ihr Leistungskurs Kunst hat ein ganzes Semester lang gearbeitet, die Ergebnisse werden nun in zwei Räumen präsentiert. „Teilweise sind die Bilder im Homeschooling entstanden“, erinnert sich Jubin an die letzten Monate. Ihre Schüler hätten sich in Sachen Abstraktion in der Malerei weitergebildet. „Oft ging es für uns auch um die Frage zu sehen, wann ein einzelnes Bild fertig ist“, berichtet sie weiter. Es ist das zweite Mal, dass der Kunst-Leistungskurs sich hier präsentieren darf, „und natürlich sind wir stolz darauf“, so Jubin.

Für Neugebauer ist das Wochenende eine Premiere, sie stellt zum ersten Mal in den Räumen des ehemaligen Militärgeländes aus. „Mir gefällt diese Form der Ausstellung vor allem, weil die Besucher sehr selbstbestimmt entscheiden können, wie stark sie sich der gezeigten Kunst nähern wollen“, berichtet sie. Ursprünglich hat Neugebauer einmal Kunst studiert, sie war an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Freiburg und Karlsruhe. Ein damaliger Professor habe sehr naturalistische Werke geschaffen und jeden Tag ein Wasserglas gemalt. „Das Serielle hat mich beeindruckt und inspiriert“, so die Künstlerin, die hauptberuflich über einen Quereinstieg Lehrerin geworden ist. Ihre eigene Serie beschäftigt sich mit Wolkenbildern, die mit veränderten Farben und Formen immer wieder das eine Motiv zeigen. Daneben zeichnet Neugebauer und bringt diese Zeichnungen auf Papiermaterialien, die zuvor ein anderes Leben hatten. Das können Schokoladenverpackungen sein oder Pappkartons. „Ich arbeite in Skizzenbüchern und bringe die Formen auf das jeweilige Material“, erklärt sie weiter. 2008 kam sie, damals beruflich bedingt, nach Rotenburg. Dort arbeitet sie am Ratsgymnasium. Eine Zeitlang stand das Thema eigene Kunst mehr im Hintergrund, „aber das ist schon mein Herzensding und ich möchte in Zukunft wieder aktiver in dem Bereich werden“, schmunzelt die 50-Jährige zufrieden. Das jetzige Wochenende sei ihre erste Ausstellung, seitdem sie damals in die Region gekommen sei. „Seit August habe ich auch ein eigenes Atelier, ich hoffe, dass weitere Ausstellungen folgen“, so Neugebauer.

Auch Lin Da stellt diesmal aus, für sie ist es ein wenig mehr Routine: „Ich bin in den letzten Jahren immer dabei gewesen.“ Diesmal ist es für sie das zweite Jahr, seitdem sie im Haus auch eine Werkstatt hat. „Ich bin regelmäßig jeden Dienstag von 11 bis 12 Uhr hier, da kann man mich besuchen.“ Auf die Frage, ob sie hauptberufliche Künstlerin sei, muss sie ein wenig lachen: „Man kann nicht von der Kunst leben, aber ich lebe für die Kunst.“ Dieses Statement versteht der Betrachter schnell, wenn er sich die vielen verschiedenen, kreativen und bemerkenswerten Figuren von ihr ansieht. Lin Da hat die „eierlegende Wollmilchsau“ als eigene Figur lebendig werden lassen, andere Figuren fliegen durch den kleinen Raum. „Wenn ich meine Kunstwerke verkaufe, notiere ich mir gerne, wo sie hingehen – das sind ja eigentlich meine Kinder“, verrät die Künstlerin. In diesem Jahr ist es ihre erste Ausstellung, „leider – es ist für alle ein schwieriges Jahr“, gibt sie zu.

Auch Organisator Manfred Willi Reichert zeigt sich bedingt zufrieden: Die Resonanz sei zwar sehr gut, viele hätten sich beteiligt. Nach dem Wochenende werde er gemeinsam mit seinen Mitorganisatoren Resümee ziehen. „Wir müssen aber mal sehen, wie wir weitermachen, es ist ein lernender Versuch.“  jtb

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