Kulturverein sucht Vorsitzenden / Außerordentliche Versammlung am 25. Juli

„EigenArt“: Liquidation droht

Der letzte Programmflyer des Vereins? Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Klassische Musik, Jazz und Rock, Kabarett, weltberühmte Chöre, Workshops und vieles mehr: Der Visselhöveder Kulturverein „EigenArt“ ist aus der Szene nicht mehr wegzudenken. Aber jetzt steht die Zukunft mehr denn je in den Sternen. „Falls wir bis zum 25. Juli keinen Vorsitzenden finden, werden wir beim Rotenburger Amtsgericht die Liquidation beantragen“, sagt Klaus Jädicke, zweiter Vorsitzender des Vereins. Denn in gut drei Wochen (20 Uhr, Heimathaus an der Burgstraße) findet im Heimathaus eine außerordentliche Mitgliederversammlung statt, die genau diesen Antrag auf der Tagesordnung hat.

So lange haben die Mitglieder also noch Zeit, sich einen Ruck zu geben und sich bereit erklären, den Verein zu führen. „Das muss aber nicht unbedingt jemand aus unseren Reihen sein, sondern wir würden uns über Interessenten von außerhalb freuen. Der sollte kulturaffin sein und Spaß daran haben, der Region Visselhövede weiterhin eine kulturelle Vielfalt zu bieten“, so Jädicke, der aktuell gemeinsam mit Tomke Heeren den Verein führt.

Die beiden bekleiden die Ämter des zweiten Vorsitzenden und der Kassenwartin und können sich aus Zeitgründen nicht den Hut des Vorsitzenden aufsetzen. Jädicke: „Würden wir das tun, müssten wir dann einen Vize und einen Kassenverwalter suchen. Wir drehen uns also im Kreis.“

Der aktuelle Vorstand, der laut Jädicke rechtlich „voll geschäftsfähig ist“, hat in diesem Jahr noch fünf Veranstaltungen im Programm, „und die werden wir auch allesamt über die Bühne bringen“, verspricht der Visselhöveder. Was dann kommt, steht allerdings in den Sternen. „Wir haben alle anfragenden Künstler erst mal in die Warteschleife geschickt, weil wir den 25. Juli abwarten müssen.“ Sollte sich tatsächlich noch jemand für den Vorsitz finden, sei es kein großes Problem, relativ zügig ein Programm für zumindest das erste Halbjahr 2020 aus dem Boden zu stampfen. Dafür haben wir genügend Kontakte“, betont Jädicke.

Interessenten bräuchten nicht zu fürchten, dass sie mit der Arbeit allein blieben, denn „die Aufgaben werden schon auf verschiedene Schultern verteilt“. Es fehle aber einfach an genügend Personen. Das Vakuum war entstanden, als Ralf Struck, der den Verein vor 20 Jahren aus der Liquidation widerbelebt hatte, den Vorsitz während der vergangenen Jahreshauptversammlung niedergelegt hatte, weil er sich mit Beginn des Renteneintritts eine andere Lebensplanung auf die Fahnen geschrieben hat. Auch seine Frau Inge Brase-Struck, die sich um die Pressearbeit des Vereins und viele weitere Dinge gekümmert hat, legte ihre Amt nieder. „Diesen personellen Aderlass können wir so nicht auffangen, sodass uns wohl nicht anderes übrig bleibt, als in die Liquidation zu gehen“, ist Jädicke aber eher skeptisch, was die Suche nach einen neuen Vereinschef angeht. Sollte die Abwicklung durch das Amtsgericht starten, haben Interessierte dann noch ein Jahr Zeit, diese Phase zu beenden und den Verein neu aufzustellen.

Im Vorfeld hatten die Mitglieder schon bestimmt, was im Falle einer Auflösung mit dem Vereinsvermögen geschehen soll. Die Satzung wurde nämlich dahingehend geändert, dass finanzielle Mittel der Bürgerstiftung Visselhövede zufließen. „Aber wer weiß“, so Jädicke, „vielleicht findet sich ja doch ein neuer Vorsitzender. Wenn nicht, wäre es für die Kultur in der Stadt sehr schade.“

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Berlin will Mieten gesetzlich deckeln

Berlin will Mieten gesetzlich deckeln

Studie zu Aufforstung gegen Klimawandel angezweifelt

Studie zu Aufforstung gegen Klimawandel angezweifelt

Außenamt: Redebedarf zu Kramp-Karrenbauers Syrienvorschlag

Außenamt: Redebedarf zu Kramp-Karrenbauers Syrienvorschlag

Sternfahrt: Landwirte aus Rotenburg schließen sich Bauernprotest an

Sternfahrt: Landwirte aus Rotenburg schließen sich Bauernprotest an

Meistgelesene Artikel

Westerescher Kinderfeuerwehr „Die Westerlöschis“ geht an den Start

Westerescher Kinderfeuerwehr „Die Westerlöschis“ geht an den Start

E-mobil ans Ziel: Michael Schwekendiek testet Car-Sharing-Angebot

E-mobil ans Ziel: Michael Schwekendiek testet Car-Sharing-Angebot

Die Klimawandel-Alternative

Die Klimawandel-Alternative

Kommentare