Projekt richtet „Blick nach vorn“ 

Edeka: Goebel gibt nicht auf

Die Ansiedlung eines Edeka-Markts auf dem Visselhöveder Hallenbadgelände bleibt ein Thema.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Ralf Goebel ist kein Mann, der schnell aufgibt. Und so sucht der Visselhöveder Bürgermeister in diesen Tagen das Gespräch mit einigen politischen Parteien und Gruppierungen, um sie doch noch zu einem Umdenken beim viel diskutierten Thema einer möglichen Edeka-Ansiedlung zu bewegen.

Bekanntlich hatte die Mehrheit aus SPD, Grünen und WiV im Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung am vergangenen Donnerstag den Plänen auf dem Hallenbadgelände eine Absage erteilt. Das Gremium konnte sich lediglich dazu durchringen, dass die Verwaltung ein Gutachten auf den Weg bringt, das analysieren soll, ob Visselhövede überhaupt einen zweiten Vollsortimenter verträgt. Alle anderen sechs Punkte des von Goebel vorgeschlagenen Fahrplans, „um überhaupt eine Diskussionsgrundlage zu haben“ wie Naturschutz, Verkehr, Immissionen und ähnliche Bereiche, wurden abgeschmettert.

„Ich würde die Ausschussentscheidung nicht als persönliche Schlappe werten, aber sie hat mich doch sehr überrascht und auch gehörig enttäuscht“, bringt es Goebel klipp und klar zum Ausdruck. Denn nach wie vor hält der Bürgermeister eine Edeka-Ansiedlung direkt an der Straße Zu den Visselwiesen und die Übernahme des Hallenbads für ein Projekt, das „klar den Blick nach vorne richtet“.

Und dafür sollten die Kommunalpolitiker nicht aus einer Gefühlslage heraus entscheiden, sondern „Fakten sammeln, um erst im kommenden Jahr zu beschließen, wenn alle dafür notwendigen Bereiche von Fachleuten geprüft und begutachtet worden sind“.

Goebel ist schon klar, dass bei Politikern und auch bei vielen Bürgern besonders der mögliche Verkauf des Hallenbads sauer aufstößt. „Aber scheinbar ist das geplante Betreibermodell noch nicht so richtig in den Köpfen angekommen. Denn nicht Edeka wird das Bad leiten, sondern es wird an einen Betreiber weiterverpachtet, der breit aufgestellt ist.“ So schwebt Goebel die Nutzung des Bads für Reha-Sport, Fitness und viele andere Therapiemöglichkeiten vor. „Denn zurzeit wird das Bad doch nur stundenweise am Tag genutzt. Wir halten aber die Liegenschaft vor und auch das Wasser 24 Stunden am Tag 30 Grad warm.“ Damit auch weiterhin die Schulen, Vereine und andere Nutzer im Bad planschen oder trainieren können, würden entsprechende Verträge gemacht.

Das eventuell das bisherige Nichtschwimmerbecken wegfallen könnte, sieht Goebel nicht als Problem an: „Auch ein Hubboden für einen Teil des großen Beckens ist denkbar und das für Edeka arbeitende Entwicklungsbüro hat auch diese Installation bereits durchgerechnet.“

Befürchtungen nach einer Verschandelung des Bereichs aus Naturschutzsicht erteilt Goebel eine klare Absage: „Das Areal ist schon versiegelt und es kommen nur noch 3 500 Quadratmeter hinzu. Weder der Spielplatz im Bürgerpark noch die Speicher und der Vissel-Hof am Heimathaus wären in irgendeiner Weise betroffen.“ Auch gestalterisch lasse sich heutzutage eine Menge realisieren, sodass sich Supermarkt und Hallenbad nahtlos in das Stadtbild integrieren ließen.

Eine verkehrliche Anbindung für Kunden sei ohne große Probleme über die Goethestraße möglich. „Das funktioniert beim neuen Rewe in der Rotenburger Innenstadt auch sehr gut.“ Eine Anlieferung könne über das Feuerwehrgelände an der Burgstraße oder über den Kreisel Rotenburger Straße erfolgen. „Auch dabei gibt es aber immer zwei Seiten der Medaille: Einige Anwohner freuen sich, weil sie ihre Grundstücke auch von hinten erreichen könnten, andere wollen keinen Verkehr in den Bereichen.“

Dass ein Edeka-Markt das Aus für den Combi und damit ein Leerstand einer großen Immobilie an der Goethestraße bedeuten würde, glaubt der Bürgermeister nicht: „Wir haben einige Anfragen namhafter Interessenten.“

So wird Goebel in den kommenden Tagen einige Gespräche, auch mit den Wassersportvereinen, führen, um „alle wenigstens für die Idee zu gewinnen, entsprechende Gutachten machen zu lassen, um dann Infos für eine Entscheidung im Jahr 2018 zu haben. Wenn es dann nichts wird, haben wir es zumindest von allen Seiten beleuchtet“.

All diese Argumente wird Goebel übrigens auch dem Verwaltungsausschuss vorstellen, der übermorgen tagt – allerdings nicht öffentlich.

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