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Serie „Frauen an der Spitze“: Lorena Janßen betreibt eigenes Augenoptiker-Geschäft

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Lorena Janßen hat sich in Visselhövede selbstständig gemacht. Mit 29 Jahren denkt sie noch nicht ans Kinderkriegen, erst einmal müsse sie sich mit ihrem Geschäft etablieren.

Visselhövede - Von Joris Ujen. 29 Jahre ist sie jung und leitet schon ihr eigenes Geschäft: Lorena Janßen. Sie kommt aus der Augenoptikerfamilie Fasch, die ihren Hauptsitz seit fast 30 Jahren in Winsen (Aller) hat. An der Goethestraße 26 in Visselhövede baute Janßen vor zwei Jahren mit ihrer Kollegin Katharina Lebensieg eine weitere Filiale des Kleinunternehmens in Eigenregie auf. Ursprünglich wollte sie eigentlich Dekorateurin werden, absolvierte dafür eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing. „Eigentlich war für mich damals klar, nicht in die Fußstapfen meiner Eltern zu treten. Doch dann kam bei mir der Gedanke auf: Ach, warum eigentlich nicht?“

Der berufliche Lebenslauf der 29-Jährigen liest sich trotz ihres jungen Alters schon recht umfangreich: Janßen begann mit 16 Jahren eine Ausbildung zur Gestalterin für visuelles Marketing. Drei Jahre später war sie damit fertig. Im Anschluss drückte sie die Schulbank, die sie mit der Fachhochschulreife, Schwerpunkt Gestaltung, verließ. Ein Bildungsabschluss, der auch ein künstlerisches Interesse und Schaffen voraussetzt. Dann folgte die Ausbildung zur Augenoptikerin. Ihren Meisterbrief erhielt sie Anfang 2015 und arbeitete dann noch ein Jahr bei ihrem Ausbildungsbetrieb.

Im Januar 2016 machte sich Janßen dann selbstständig mit ihrer eigenen Fasch-Filiale in Visselhövede. In dem Laden war früher auch schon ein Augenoptiker. Ein halbes Jahr stand es dann leer, bis die Vermieterin ein Familienunternehmen fand, was ihr zusagte, erzählt Janßen. „Ich habe mich sozusagen ins gemachte Nest gesetzt. Die Einrichtung habe ich übernommen und mit meinen Artikeln bestückt.“

Freundschaften entstanden

Bis zum Tag der Eröffnung stellte sich Janßen ihren Nachbarn an der Goethestraße vor. Und auch einige Geschäftsleute aus Visselhövede, die sich hier einen Namen gemacht haben, klapperte sie ab. „Dadurch sind sogar schon einige Freundschaften entstanden“, freut sich die Augenoptikerin. Rundum sei die Reaktion bei ihrer Vorstellungsrunde positiv ausgefallen. „Viele haben sich gefreut, dass ich als junge Geschäftsfrau etwas erreichen möchte.“

Nur Lorena Janßen und ihre Augenoptiker-Assistentin Katharina Lebensieg kümmern sich um das Geschäft. Damit ist die Frauenquote mehr als erfüllt. „Es sollte selbstverständlich sein, dass qualifizierte Frauen das gleiche Gehalt bekommen wie Männer. Keine Frage“, äußert sie sich zu der angestrebten Regelung zur Gleichstellung von Frauen und Männern im Berufswesen.

Sport, Malen und Zeichnen als Ausgleich

Über ihren persönlichen Erfolg freue sie sich natürlich und dass sie die Möglichkeit hat, selbstständig zu arbeiten. „Aber wenn man mal weiterdenkt Richtung Familie, ist das für viele Frauen verdammt schwer umzusetzen.“ An eigene Kinder denkt die 29-Jährige noch nicht. „Wie denn auch? Das geht nur, wenn einer richtig Geld verdient, sodass der andere Partner Zuhause bleiben kann. Ich habe mich nicht umsonst selbstständig gemacht und muss mich hier erst einmal etablieren. Da kann ich mich beruflich nicht zurücklehnen.“ Genauso wenig wie ihr Mann, der als Lohnunternehmer ebenfalls selbstständig ist.

Wenn Lorena Janßen nicht gerade in ihrem Optiker-Geschäft Kunden berät und sich um die Buchhaltung und ihre Internetpräsenz kümmert, nutzt sie in den Mittagspausen gerne die Zeit, um mit ihrer Kollegin Joggen zu gehen. „Auch gerne um die Visselseen, aber vor allem im Sommer.“ Pilates, Malen und Zeichnen sind weitere Hobbys von ihr, „wenn ich dafür Zeit habe“. Ohne die Unterstützung meines Mannes würde mir die Selbstständigkeit nicht so leicht fallen. Und auch Personen wie mein Vater, die sich mit meinem Beruf auskennen, sind mir oft eine große Hilfe, um das alles zu meistern.“

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