Jeddinger kandidiert für die CDU / Offen für Ideen

Dunecke will Visselhövedes Bürgermeister werden

CDU-Mitglied Jürgen Dunecke will Visselhövedes neuer Bürgermeister werden.
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CDU-Mitglied Jürgen Dunecke will Visselhövedes neuer Bürgermeister werden.

Jeddingen – Als Jürgen Dunecke im November 2019 in unserer Zeitung gelesen hatte, dass der amtierende Bürgermeister Ralf Goebel zur Kommunalwahl im September 2021 nicht wieder kandieren werde, war für ihn sofort klar: „Das ist mein Traum-Amt. Ich möchte Visselhövedes Bürgermeister werden.“ Und dazu hat der 59-jährige Jeddinger am Sonntag, 27. Februar, die Chance, denn Dunecke geht für den CDU-Gemeindeverband ins Rennen um das Amt des neuen Bürgermeisters, das wegen der Nichtannahme des Amtes durch den Gewählten im November in zwei Monaten eine Neuauflage erfährt.

„Ja“, sagt Dunecke, „ich hatte damals sofort den CDU-Gemeindeverband über mein Interesse informiert. Allerdings hatten sich die Union, die SPD und die Grünen darauf verständigt, einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen, der wohl eher parteilos sein sollte“, erinnert sich Dunecke, der aktuell als Lehrer an der Walsroder Berufsschule seine Brötchen verdient.

Bekanntlich war das Experiment der drei Parteien mit dem Kandidaten Harald Glüsing allerdings bereits einige Wochen vor der Wahl gescheitert, „sodass die Visselhöveder CDU erstmals in ihrer Geschichte plötzlich ohne einen eigenen Bürgermeisterkandidaten war. Als dann auch noch der gewählte Einzelbewerber Gerald Lutz das Amt nicht annehmen wollte, habe ich auf einen Anruf gewartet“, so der seit 31 Jahren mit seiner Frau Siegrid verheiratete Vater eines 26-jährigen Sohnes. Und es dauerte nicht lange, da war Vissels CDU-Chef Michael Meyer am anderen Ende der Leitung, um den ersten Schritt für eine Dunecke-Kandidatur in die Wege zu leiten. „Seitdem bin ich – soweit es Corona zulässt – überall in der Stadt unterwegs, spreche mit den Menschen, besuche alle Ausschuss- und Stadtratssitzungen, um mir ein Bild über die Stimmung in der Bevölkerung und über die aktuelle politische Situation zu machen“, sagt Dunecke, der sich neben seiner Lehrertätigkeit stetig weitergebildet hat, „unter anderem zur Fachkraft für Arbeitssicherheit an Schulen“, nachdem ihm 2016 die Leitung der Leitstelle der „Region des Lernens“ im Heidekreis übertragen worden war.

Das Reinschnuppern in die Lokalpolitik dürfte Dunecke, der seit 1988 Mitglied der CDU ist und dessen Vater Friedrich Dunecke viele Jahre lang ehrenamtlicher Bürgermeister Visselhövedes war, aber nicht sonderlich schwergefallen sein, denn von 1991 bis 2006 saß er bereits für die Union im städtischen Parlament und hat in der Zeit im Wirtschaftsförderungs-, im Bauausschuss und im Verwaltungsausschuss mitgewirkt.

Das war ihn damals auch nur ein Katzensprung, denn Dunecke hat 45 Jahre an der Visselhöveder Burgstraße gewohnt. Immer in Sichtweite des gleichnamigen Metallbaubetriebs seines Vaters, in dem der bei Tamke in Wittorf ausgebildete Schmied ab 1983 zuerst mitgearbeitet und ihn dann bis 2001 als selbstständiger Metallbaumeister geführt hatte. „2001 habe ich den Entschluss gefasst, beruflich noch einmal neu durchzustarten. Die Selbstständigkeit wurde aufgegeben und ich wurde Lehrmeister an der Berufsschule für Metalltechnik in Bremen. 2003 bin ich zu den Berufsbildenden Schulen nach Walsrode gewechselt.“

Aber trotz der beruflichen Neuorientierung war Dunecke, der seit 2007 in Jeddingen wohnt, über all die Jahre „immer politisch daran interessiert“, was in seiner Heimat passiert. „So sind auch die Kontakte nie ganz abgerissen und ich habe sie jetzt wieder neu aufleben lasen“, sagt der ehemalige Jeddinger Schützenvereinsvorsitzende und Moderator der beliebten Playback-Hitparade.

Für ihn stehen aber nicht nur die Ziele der CDU im Vordergrund, weil „ich nicht in Farben denke“, sondern „ich bin offen für die Ideen von allen.“ Aber dennoch ist er der Meinung, dass eine Kommune von der Größe Visselhövedes nur im kommunalen Wettbewerbe bestehen könne, wenn die Wirtschaft funktioniere. „Denn von den Unternehmen bekommt eine Kommune viel Steuergeld, das natürlich nur dann für die vielen freiwilligen Leistungen ausgegeben werden kann, wenn genügen da ist.“

Für ihn steht fest, dass der Kernort und die Orte neue Baugebiete ausweisen müssen, um junge Familien an die Vissel zu locken, die wiederum Jobs und Ausbildungsplätze in den Betrieben auf neuen Gewerbeflächen finden. Trotz aller Wirtschaftsfreundlichkeit will Dunecke aber den Blick für das Soziale und die Bildung nicht aus den Augen verlieren. „So steht für mich die gute Ausstattung der Schulen und Kitas sowie der Erhalt der Grundschule in Jeddingen ziemlich oben auf der Agenda.“

Weitere Kernpunkte sind für Dunecke „der Ausbau des Breitbandnetzes, eine bürgernahe Verwaltung, die Vermeidung von Investitionsstau der öffentlichen Liegenschaften, die Förderung von Vereinen, Ehrenamt und Kultur und die Beachtung des Klimaschutzes bei allen Entscheidungen.“

Dass all das viel Geld kostet, ist auch Dunecke klar, und darum denkt auch er über den 2013 beschlossenen Schuldenabbau nach. „Klar, müssen wir daran arbeiten, die Schulden weiter konsequent abzubauen, aber ich bin kein Sparbrötchen. Was gemacht werden muss, muss halt gemacht werden.“

Aber bis er an den politischen Weichen stellen darf, muss Dunecke noch fleißig Wahlkampf machen, was wegen Corona alles andere als leicht ist. „Aber ich versuche, jede Gelegenheit zu nutzen und bin natürlich auch telefonisch fast immer erreichbar.“

120 Unterstützerunterschriften von wahlberechtigten Visselhövedern wie seine aktuellen Mitkandidaten Sabine Schulz, André Lüdemann und Burkhard Scheidel sie sammeln müssen, braucht Dunecke nicht, weil er Kandidat einer Partei ist.

Arbeit als Hobby

Jürgen Dunecke ist der Kandidat der CDU für das Visselhöveder Bürgermeisteramt. Er hat 45 Jahre im Kernort gewohnt und lebt seit 2007 in Jeddingen. Dort hat er auch die klassische Jugend verlebt: Dorfjugend. Landjugend, Feuerwehr, Schützenverein. Nach einer Ausbildung zum Schmied hat der Metallbaumeister den väterlichen Betrieb geführt, um sich 2001 beruflich neu zu orientieren. Aktuell ist der 59-jährige Vater eines erwachsenen Sohnes Berufsschullehrer in Walsrode. Seine Hobbys sind „die Arbeit“ und das Cruisen mit seinem Chopper. Außerdem ist er Mitglied in einem Kegelclub, in dem nicht mehr gekegelt wird und in einem Tanzclub, in dem nicht mehr getanzt wird.

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