Nachbar beschwert sich über Flug über seinem Grundstück

Drohnenpilot bekommt Ärger mit der Polizei

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Macht Spaß, hat aber auch klare Regeln. Der Betrieb von Drohnen ist nicht überall erlaubt. 

Visselhövede - Was eigentlich als Spielzeug gedacht war, bringt einem 40-jährigen Visselhöveder jetzt Ärger mit der Polizei ein. Denn er ließ am Sonntagabend eine Drohne aufsteigen, die weder versichert noch ordnungsgemäß gekennzeichnet war. Obendrein hat das kleine Fluggerät die Bahngleise überquert, was nicht erlaubt ist.

Die Rotenburger Polizei war wegen einer Drohne am abendlichen Himmel an die Visselhöveder Schützenstraße gerufen worden. „Dort hatte ein Anwohner das unbemannte Flugobjekt gegen 20 Uhr über seinem Grundstück entdeckt und sich darüber beschwert“, heißt es in einer Mitteilung der Beamten.

Eine Streifenbesatzung nahm sich der Sache an und sichtete die Drohne direkt an den durch die Stadt verlaufenden Bahngleisen. Die Beamten machten auch den Piloten der Maschine ausfindig. Es stellte sich heraus, dass das kleine Fluggerät nicht versichert und auch nicht den Vorschriften entsprechend gekennzeichnet war. Außerdem ist ein Flug der Drohne direkt an einer Bahnanlage nicht gestattet. Die Polizei leitete gegen den Hobbypiloten ein Ordnungswidrigkeitsverfahren ein.

Denn es gibt seit einiger Zeit klare Regeln für den Betrieb von Drohnen. „Eine wichtige Voraussetzung für das Fliegen ist eine Haftpflichtversicherung, denn die normale private deckt dies in der Regel nicht ab. Es muss also eine Zusatzversicherung abgeschlossen werden“, berichtet Polizeisprecher Heiner van der Werp.

Klare Regeln für die Piloten 

Jede Drohne ab einem Startgewicht über 250 Gramm unterliege der Kennzeichnungspflicht und müsse mit der kompletten Adresse des Eigentümers gekennzeichnet sein. Ein gesetzliches Mindestalter für das Fliegen von Drohnen gebe es nicht, lediglich für Drohnen, die mehr als zwei Kilogramm auf die Waage bringen, sei das Mindestalter auf 16 Jahre festsetzt. Außerdem ist dort zusätzlich ein Drohnenführerschein, ein sogenannter Kenntnisnachweis, erforderlich, erläutert der Polizist. Die maximale Flughöhe für Drohnen ist demnach durch die neue Drohnen-Verordnung generell auf 100 Meter über Grund begrenzt.

Und es gibt auch einen ganzen Katalog von Flugverboten. So ist unter anderem der Betrieb außerhalb der Sichtweite, über Wohngrundstücken und Naturschutzgebieten und das Fliegen innerhalb eines Radius von 1,5 Kilometern zu Flugplätzen komplett verboten. Ein Aufsteigen bei Nacht ist zum Beispiel nur mit Ausnahmegenehmigung möglich. „Mindestens 100 Meter Sicherheitsabstand müssen eingehalten werden zu Menschenansammlungen, Autobahnen, Bundeswasserstraßen und Bahnanlagen, Krankenhäuser, Unglücksorten, Einsatzorten von Behörden, militärischen Anlagen, Industrieobjekten, Gefängnissen und militärischen Komplexen sowie Anlagen zur Energieerzeugung“, so van der Werp.

Allerdings gebe es auch Ausnahmeregeln. Zum Beispiel dürfe auf Modellflugplätzen die maximale Flughöhe von 100 Metern überschritten werden und auch über Grundstücke dürften die Drohnen fliegen, wenn der Eigentümer dies erlaubt habe.

 jw

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