Klingbeil (SPD) holt Direktmandat

AfD drittstärkste Kraft an der Vissel

Dörthe Falkner (l.)und Susanne Rodenbäck nehmen die Schnellmeldungen entgegen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Vor vier Jahren war der Sozialdemokrat Lars Klingbeil beim Kampf um die Erststimmen bei der Bundestagswahl noch gescheitert, am Sonntag verbuchte er einen Erfolg auf ganzer Linie.

Mit 2.402 Stimmen (40,6 Prozent) siegte Klingbeil gegen Kathrin Rösel (CDU), die 2 202 Erststimmen (37,2) auf sich vereinigte. Bei den Zweitstimmen hatte am Ende die CDU mit 2 233 die Nase vorn. Wie im gesamten Land legte die AfD auch an der Vissel kräftig zu. Sie ist sowohl bei den Erst- als auch bei den Zweitstimmen drittstärkste Kraft.

8. 021 Visselhöveder durften ihre beiden Kreuze auf die Wahlzettel setzen, eine Vielzahl von ihnen hatte das aber schon vor dem eigentlichen Wahltermin getan. „Mit 1. 277 Briefwählern hat sich die Zahl nahezu verdoppelt“, berichtete Mathias Haase aus dem Hauptamt, der mit seinem Team wieder souverän für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Wahl sorgte.

Um 18.24 Uhr kam bereits das erste Ergebnis aus Lüdingen, Augenblicke später das aus Dreeßel. Und schon dann wurde deutlich, dass die großen Volksparteien reichlich Federn lassen werden und die AfD zulegt. In den Dörfern lag die Wahlbeteiligung mit 91,8 Prozent in Lüdingen am höchsten. Insgesamt gaben in Visselhövede 76,6 Prozent der zugelassenen Wähler ihre Stimmen ab.

Wahlhelfer in Aktion: Start zur Stimmenauszählung im Visselhöveder Rathaus. - Foto: Wieters

Während Klingbeil fast exakt das gleiche Ergebnis wie 2013 erzielte (2. 402 zu 2 .400), folgten die traditionellen CDU-Wähler Kathrin Rösel nicht so, wie sie es seinerzeit bei Reinhard Grindel getan hatten. Ein Minus von knapp 300 Stimmen sprang am Ende dabei heraus. Die hat AfD-Mann Michael Stewart (499 Stimmen) aus dem Stand heraus der Union abgeknapst und sich auf Platz drei katapultiert. Bei den Zweitstimmen verloren die beiden großen Volksparteien rund 400 Stimmen, die letztlich bei der FDP und ebenfalls bei der AfD landeten, womit die Rechtsaußen bei der Parteienstimme ebenso wie im Bund auch an der Vissel als drittstärkste Kraft gewählt wurden.

„Schlimm, dass Rechtsextreme in den Bundestag einziehen“

Für Torsten Burmester (Ortsvereinschef der SPD) ist es nach dem Ergebnis „keine Frage, dass in Berlin nur die Opposition übrig bleibt“. Richtig besorgniserregend sei das Abschneiden der AfD. „Schlimm, dass Rechtsextreme in den Bundestag einziehen.“ Alleine die ersten Aussagen Alexander Gaulands, dass die AfD Merkel und Co. jagen werde, sei schon erschreckend. Er persönlich freue sich, dass Lars Klingbeil das direkte Mandat im Wahlkreis gewonnen habe: „Das gibt uns eine positive Resonanz auf die viele Arbeit, die wir in seinen Wahlkampf gesteckt haben.“

Für Bernd Luttmann (CDU-Gemeindeverbandsvorsitzender) hat das Ergebnis der AfD auf Bundesebene die Ebene „einer Protestwahl längst verlassen.“ Die Extremen seien jetzt drittstärkste Kraft im Land, „und wir müssen nun überlegen, wie wir die acht Prozent der Wähler, die in Richtung AfD abgewandert sind, wieder zurückbekommen.“ Für die Politik vor Ort bedeute das, dass jetzt mit Ideen und Zielen vermehrt in die Öffentlichkeit gegangen werden soll.

Heiner Gerken (Sprecher der Visselhöveder Grünen) findet „es echt schlimm, dass die Dumpfbacken von der AfD nun von der öffentlichen Hand finanziert werden“. Aber in den nächsten vier Jahren würden die Rechtsextremen im Bundestag „ganz sicher über ihre eigene Nichtkompetenz stolpern“. Der Wittorfer steht einer Jamaikakoalition, bestehend aus CDU, FDP und Grünen „positiv gegenüber“. Wünschenswert sei natürlich ein „grüner Umwelt- oder Verbraucherschutzminister“.

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