Ronald Schreiber spielt ein in der Region ungewöhnliches Instrument

Drei Pfeifen und ein alter Sack

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Ronald Schreiber mit seinem Dudelsack.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Ronald Schreibers Ehefrau Kathi ist grundsätzlich sehr tolerant und freut sich, dass ihr Mann seinem Hobby nachgeht, das allerdings recht laut und ungewöhnlich ist. Denn der 58-jährige Visselhöveder spielt Dudelsack – ein eher seltenes Instrument in der Region. So übt Pensionär Schreiber immer dann, wenn seine Frau tagsüber nicht da ist.

„Die Kinder sind zum Glück auch schon aus dem Haus“, schmunzelt der ehemalige Berufssoldat. „Das Instrument ist nicht so einfach zu lernen, aber im Laufe der Jahre bekommt man es doch hin.“

Er spiele bereits seit sieben Jahren, lerne aber täglich dazu. Aus einer reinen „Bierlaune“ heraus sei die Idee mal bei ihm geboren, den Dudelsack auszuprobieren: „Es waren Paul McCartney und die Band Wings, die mich zum Spielen des schottischen Dudelsacks animiert haben. Ich habe im Radio das Lied ,Mull of Kintyre‘ gehört und wollte es auf einer Flöte nachspielen – mit mäßigem Erfolg. Eine Great Highland Bag Pipe musste her.“

Als Autodidakt besorgte er sich Noten und Infos per Internet und erwarb sein erstes Instrument für nur 50 Euro über eine Kleinanzeige. „Das Ding war ein Dachbodenfund in Hodenhagen und nicht mehr spielbar. Ich hatte aber den Ehrgeiz und mir vorgenommen, das Instrument zum Glimmen zu bringen. Durch die daraus resultierende Fehlersuche und Instandsetzung lernte ich den Dudelsack von innen und außen kennen.“

Pfeifen sind das Herzstück

Das Wichtigste seien die Pfeifen, die von Fachleuten Bordunen genannt werden, die locker auf der Schulter liegen. Sie seien das Herzstück des Instruments, alles andere sei austauschbar. „Bei den Bordunen gilt: Je älter sie sind, umso besser klingen sie. Alles andere wird nach und nach erneuert. So hält der Sack lediglich drei bis vier Jahre.“

Durch Suche nach Ersatzteilen erfuhr Schreiber von den Coesfelder Sackpfeifer-Instrumentaltagen. „Während dieses Wochenendseminars habe ich 2013 den Impuls zum weiteren Lernen und Üben erhalten.“ Seitdem besucht der Hobbymusiker regelmäßig Seminare und verbessert sein Spiel ständig. Nun überlegt er, sich dem Verband Deutscher Dudelsackspieler anzuschließen, der auch ganze Wochenkurse anbietet. „Die Referenten spielen bereits seit rund 20 Jahren und haben oft schottische Wurzeln.“

Abwechslung bei Adventskonzerten

Nachdem Freunde und Bekannte auf das seltsame Hobby aufmerksam wurden, kam auch schon die ein oder andere Bitte um ein Ständchen zum Geburtstag oder zur Hochzeitsfeier – natürlich im geeigneten Outfit, inklusive Kilt. Auch das Zusammenspiel mit den Frauen des Akkordeon Orchesters Visselhövede bereitet ihm Freude. Seit ein paar Jahren bereichert Ronald Schreiber die Adventskonzerte der katholischen Kirche mit weihnachtlichen Liedern. „Das kommt immer sehr gut an und ist eine Abwechslung im Programm“, berichtet der Pensionär. Durch den einmaligen Klang, der durch die Pfeifen erzeugt werde, entstehe eine besondere Atmosphäre, die schon für so manches Gänsehautfeeling in der Kirche gesorgt habe.

Schottland, die Heimat des Dudelsacks, hat Ehepaar Schreiber allerdings noch nicht besucht, steht aber fest im Terminkalender. „Schließlich habe ich meinen neuen Dudelsack bei einem Instrumentenbauer aus Schottland bestellt und möchte auch einmal dort hinkommen.“

Wer Zeit und Lust hat, das Dudelsackspielen auszuprobieren, dem gibt Ronald Schreiber (Telefon 04262 /958566) gern Starthilfe. „Wichtig ist die Auswahl des geeigneten Instruments. Da kann man sehr leicht Schiffbruch erleiden. Unnötige Ausgaben lassen sich durch die richtigen Informationen vermeiden.“

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