Doris Corr betreut Flüchtlinge mit Nadel, Faden und ganz viel Geduld

Viel los in der Nähwerkstatt

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Eine Schürze für die Frau: Doris Corr zeigt dem Flüchtling Ata Mohamed Nadiri, wie es geht.

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Vier moderne, elektrische Nähmaschinen stehen bereit, ein Stapel Stoffe und das nötige Nähzubehör warten auf ihren Einsatz. Vor zwei Monaten hat Doris Corr die Nähwerkstatt für Flüchtlinge im ehemaligen Visselhöveder Bahnhofsgebäude ins Leben gerufen. „Ich wollte etwas für die Leute tun und habe Gustav Stegmann vom Präventionsrat angesprochen“, berichtet die ehemalige Pharmareferentin und begeisterte Hobbyschneiderin.

Wichtig ist ihr der Begriff Werkstatt statt Nähkurs, denn dort können die Flüchtlinge nicht nur diverse Sachen schneidern und nähen, sondern sollen auch ihre in der Unterkunft zur Verfügung gestellte Kleidung, die zu groß oder defekt ist, umändern beziehungsweise reparieren.

„So können sie hier unter Anleitung zum Beispiel Reißverschlüsse einnähen oder Hosen kürzen“, verdeutlicht die 65-Jährige, die hofft, dass ihre Nähwerkstatt noch besser angenommen wird. „Bei uns werden aber auch ganz einfache Sachen wie Jutetaschen, Kissenhüllen, Schürzen, Pyjama- oder Kinderhosen genäht“, so Corr, die mit viel Geduld und Einfühlungsvermögen so direkte Hilfe zur Integration leistet.

„Dauergäste“ in der Nähwerkstatt sind Ata Mohamed Nadiri und Alaa Alhassan, die jetzt richtig in Visselhövede angekommen sind. Nadiri hat in Afghanistan im Gartenbau gearbeitet und füllt seine Freizeit mit Judo, laufen und Sprachkursen aus. Zurzeit näht er eine Küchenschürze für seine Frau.

Alhassan kommt aus Syrien und war dort als Ingenieurin in einer großen Firma tätig. Obwohl beide erst seit kurzem an der Vissel leben, sprechen sie schon gut Deutsch. „Wir bedanken uns sehr. Doris ist für uns wie eine große Schwester“, betont die Syrerin in der für sei neuen Sprache.

Die Verständigung klappt – mal in deutsch, mal englisch oder mit Hilfe der Hände! „Hier ist jeder willkommen, und wir haben noch Kapazitäten frei“, macht die Projektleiterin deutlich, die donnerstags von 14 bis 18 Uhr ihre Nähwerkstatt geöffnet hat. Spenden wie Stoffe, Knöpfe, Reißverschlüsse und weiteres Zubehör werden sehr gerne angenommen.

Die Kinder werden in der Zeit übrigens auch von Mitgliedern des Präventionsrates betreut. Zusätzlich findet montags von 16 bis 17 Uhr ebenfalls in den Räumen des alten Bahnhofsgebäudes immer ein Kindernachmittag statt, den Clare Orth leitet.

Wer dabei sein möchte, um die Projekte zu unterstützen, kann immer am Donnerstag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr am ehemaligen Visselhöveder Bahnhof vorbeischauen.

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