Dorferneuerung macht es möglich

Dorfzimmer in Drögenborstel ist fertig

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Ortsvorsteher Michael Meyer (l.) dankte seinem Bruder Jürgen (Mitte) und Klemens Illie für die geleistete Arbeit und dessen Ehefrauen Vera Meyer-Dymny (2.v.l.) und Silke Illie, die oft auf ihre Männer verzichten mussten. 

Drögenbostel - Von Angela Kirchfeld. Ein lang gehegter Wunsch ging für die Drögenbosteler in Erfüllung. Nach vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit, einem Jahr Bauzeit und viel Miteinander der Dorfbevölkerung wurde das sogenannte Dorfzimmer am Wochenende seiner Bestimmung übergeben.

Ortsvorsteher Michael Meyer begrüßte die zahlreichen Gäste, die Dorfbewohner und den stellvertretenden Visselhöveder Bürgermeister Hermann Bergmann, und ließ die Geschichte des Gebäudes, das 1955/56 gebaut worden war, noch einmal Revue passieren. „Zu der Zeit lebten 128 Menschen im Ort. Bürgermeister war Fritz Heitmann. In dem Haus waren damals die Feuerspritze, das Holzlager für die Schule, eine Toilette für die Kinder sowie ein Bad – bestehend aus einer Wanne und drei Duschen – untergebracht. Es war übrigens die erste elektrische beleuchtete Badeanlage im Kreis Rotenburg“, verriet Meyer schmunzelnd. Sie war bestimmt für die Schulkinder und Dorfbewohner.

Die Kinder sitzen schon mal Probe. In dem hellen Raum können die verschiedensten kleiner Veranstaltungen stattfinden.

Wenige Jahre später wurde in dem ehemaligen Holzlager ein Kalthaus eingebaut, in dem jeder Haushalt der Gemeinde Kühlfächer hatte und die bis zu Beginn der 1970er-Jahre genutzt wurden. Später waren die Räume verwaist. Erst 1988 begann die zweite Nutzungsperiode des Hauses, als die Küche der Rotenburger Feuerwehr-Kreisbereitschaft einzog. Später entstand der Wunsch nach Gemeinschaftsräumen. „Als klar war, dass Drögenbostel in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Niedersachsen aufgenommen wurde, sah man die Chance gekommen, diese Maßnahme umzusetzen.

1.111 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden

Es wurden ein Projektsteckbrief und ein Nutzungskonzept erarbeitet und die politischen Gremien der Stadt mussten überzeugt werden.“ Erst nach dem Wechsel im Bürgermeisteramt habe die Sache Fahrt aufgenommen, so Meyer. Besonders das Engagement von Diplomingenieur Martin Leifhelm hob der Ortsvorsteher hervor. So wurde im Juli 2016 mit den Arbeiten begonnen. „Nach 1.111 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden an 146 Einsatztagen und ungezählten Maschinenstunden wurden die Bauarbeiten nun beendet.“

Für ein so kleines Dorf eine gewaltige Leistung. Jeder Einwohner brachte sich statistisch gesehen zehn Stunden zum Bau der Räumlichkeiten ein. Die Hauptlast der Arbeiten trugen maßgeblich Klemens Illie, der sämtliche Maurer-, Fliesen-, Putz- und Fugenarbeiten ausführte und Bauleiter Jürgen Meyer, der alles koordinierte und immer der Erste und Letzte auf der Baustelle war. „Ohne euren Einsatz wäre das alles nicht zu realisieren gewesen“, dankte der Ortsvorsteher.

Finanziell war die Maßnahme eine Punktlandung. So hatte die Stadt einen finanziellen Rahmen in Höhe von 50.000 Euro gesteckt. Davon belasten die Stadtkasse lediglich 17 .000 Euro. Der restliche Betrag wurde aus Dorferneuerungsmittel finanziert. „Dass wir finanziell so gut hingekommen sind, haben wir auch unseren vielen Spendern zu verdanken“, betonte Meyer, der wünschte, dass die neuen Räume eine weitere Heimstatt zur Pflege der Dorfgemeinschaft bei vielen Veranstaltungen wird. Aber eines steht für die Drögenbosteler fest: „Unsere Gastwirtschaft und der Saal bleibt für uns weiterhin der Treffpunkt Nummer eins.“

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