Fällaktion an der Wittorfer Straße Im Ziek

Dorfeiche war innen morsch und damit viel zu gefährlich

+
Der Baum war nicht mehr zu retten: Anwohner Walter Marquardt (l.) und Holzfäller Heiko Twiefel neben dem fast zwei Meter dicken Eichenstamm, der innen schon völlig morsch war. 

Wittorf - Von Jens Wieters. „Da blutet mir das Herz, es war ein echt schöner Baum. Aber was nicht mehr geht, geht nicht mehr“, sagt Wittorfs Ortsbürgermeister Willi Bargfrede und meint damit das Ende einer mehr als 200 Jahre alten Eiche an der Straße Im Ziek, die zu Zeiten Napoleons Vorherrschaft in der Region gepflanzt worden sein muss.

Ende der vergangenen Woche waren einige Fachleute mit schwerem Gerät angerückt, um den Baum zu fällen, der auf städtischem Grundstück stand. Denn zuvor war es immer wieder zu Schäden gekommen, als Äste mit einem Durchmesser von 30 bis 40 Zentimetern das Dach einer angrenzenden Werkstatt beschädigt hatten.

Nach der Arbeit mit der Kettensäge war am Samstagmittag auch schnell die Ursache ausgemacht: Der im Durchmesser fast zwei Meter starke Baumstamm war innen hohl und morsch. „Auch die oberen Äste waren bereits betroffen“, so Bargfrede. Die hatten selbst ohne Laub für Sachschäden gesorgt. 

„Nicht auszudenken, wenn bei Starkwind einer der schweren Äste auf die Straße gekracht und Passanten verletzt worden wären“, ist Bargfrede erleichtert, dass diese Gefahrenquelle nicht mehr existiert. Jetzt müsse man schauen, dass der Stubben bodengleich abgefräst werde. Denn die Wurzeln auszubaggern, werde wohl nicht funktionieren. „Da würden wir die halbe Straße aufreißen.“

Nachdem Keile gesägt wurden, kommt schweres Räumgerät zum Einsatz, um den tonnenschweren Stamm zu kippen.

Anwohner Walter Marquardt war nicht wohl ums Herz, als Heiko Twiefel seine starke Motorsäge ansetzte: „Schließlich habe ich den Baum 65 Jahre lang gepflegt. Und davor bereits meine Vorfahren.“ Und genau dort will auch der Ortsbürgermeister anknüpfen, der sich gemeinsam mit den Ortsrat um Ersatzpflanzungen kümmert. „Wir werden das Gespräch mit den Anliegern suchen und gemeinsam entscheiden, wo wir wieder Eichen pflanzen wollen. Es sollte schon im Bereich Im Ziek sein“, so Bargfrede. 

„Schön wäre es natürlich, wenn wir wieder jemanden hätten, der sich wie Walter Marquardt um den jungen Baum kümmert, im Sommer mal ein bisschen wässert und schaut, ob die Pflanzhilfen auch richtig sitzen, damit die Eiche schön gerade wächst.“ Dass natürlich einige Jahrzehnte ins Land gehen, bis auch der oder die neuen Bäume eine stattliche Größe erreicht haben, weiß auch der Bürgermeister. „Wir werden darum auch keine ganz kleinen Bäume nehmen, aber einige Meter hohe Exemplare sind aus dem öffentlichen Portemonnaie nicht zu bezahlen.“

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Rüstungsexporte unter großer Koalition deutlich gestiegen

Rüstungsexporte unter großer Koalition deutlich gestiegen

Neues bei Givenchy, Älteres bei Armani

Neues bei Givenchy, Älteres bei Armani

UN: 5000 Menschen fliehen aus kurdischer Enklave Afrin

UN: 5000 Menschen fliehen aus kurdischer Enklave Afrin

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

Die Emanzipation des Wurzelgemüses

Meistgelesene Artikel

Mutter sichtet drei Wölfe am Stadtrand von Visselhövede

Mutter sichtet drei Wölfe am Stadtrand von Visselhövede

Flucht nach Arztbesuch in Zeven: Polizei sucht gefährlichen Straftäter

Flucht nach Arztbesuch in Zeven: Polizei sucht gefährlichen Straftäter

Wiedaugrund-Pferdeklinik zieht von Rotenburg nach Sittensen

Wiedaugrund-Pferdeklinik zieht von Rotenburg nach Sittensen

TuS Bothel organisiert Faschingsfeier

TuS Bothel organisiert Faschingsfeier

Kommentare