SPD-Neujahrsempfang: Uwe Santjer fordert Wandel in der Politik

„Es ist distanzlos geworden“

Dörthe LiebetruthSPD-Landtagsabgeordnete

Visselhövede - Von Angela Kirchfeld. Die Klimapolitik auf Landes- und Bundesebene sowie weltweit, aber auch das zwischenmenschliche Klima sind die maßgeblichen Themen am Mittwochabend beim Neujahrsempfang des SPD-Ortsvereins Visselhövede im Heimathaus gewesen. Torsten Burmester, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, hielt Ausblick auf 2020 und sieht seine Partei auf einem guten Weg. Sie leiste gute Arbeit und habe mit dem Campus und dem Gewerbegebiet bereits einiges auf den Weg gebracht. Der Vorsitzende begrüßte zahlreiche Gäste, zu denen die Landtagsabgeordnete Dörte Liebetruth aus Kirchlinteln, der Unterbezirksvorsitzende Klaus Manal sowie der Hauptredner, Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer, gehörten.

„Die SPD steht weiter für Solidarität, Gleichheit und Menschlichkeit. Wir müssen uns alle dafür einsetzen, das Leben der Menschen zu verbessern. Dann werden wir bei den Wahlen auch wieder andere Ergebnisse haben“, zeigte sich auch der Unterbezirksvorsitzende Klaus Manal zuversichtlich hinsichtlich der Entwicklung der Sozialdemokraten.

Für Uwe Santjer geht es nicht um die Partei, sondern wie man das Leben der Menschen im Dorf besser machen kann. „Ich bin in der Politik, weil ich den Menschen vor Ort helfen will“, verdeutlichte der Cuxhavener Oberbürgermeister. Die Aussagen am Stammtisch: „Die in Berlin machen alle 30 Minuten etwas anderes“, frustrierten ihn. „Wir haben den Kompass in der Gesellschaft verloren.“ 2020 gelte es, wieder Verantwortung zu tragen und sich nicht zu verstecken. Emotional wurde er, als es um die Flüchtlingspolitik ging. „Menschen mit einer anderen Hautfarbe, die eine andere Sprache sprechen, die aus einem Bus steigen, um in der leerstehenden Kaserne unterzukommen, schickt man nicht zurück.“ Dafür ernte er heute täglich Hassmails und Hakenkreuze an der Tür. Das sei mittlerweile Normalität, wenn man sich politisch engagiert. „Es ist distanzlos geworden“, meint Santjer und fügt an, dass es daher wichtig sei, dass die Menschen zusammenstehen. „Wenn früher einer auf dem Boden lag, hat man von ihm abgelassen. Heute wird noch darauf rumgetreten“, sagte der Sozialdemokrat und forderte mehr Solidarität. Er stellte die Frage, ob die Politik keine anderen Sorgen als die Bonpflicht habe. Hier gelte es zu differenzieren: „Was ist wichtig, was müssen wir tun und wofür uns einsetzen?“ Ein wichtiges Thema sei auch die Windenergie. „Wir haben den Wind an der Küste, ihn nicht zu nutzen wäre blöd. Den Deich einfach noch höher zu machen, kann nicht die Antwort auf den Klimawandel sein.“ Der gelernte Heilpädagoge sieht den Klimawandel auch als Chance und setzt für die Zukunft auf Wasserstoff-Energie.

Zum zwischenmenschlichen Klima machte er deutlich: „Ich bin es leid, auf andere Leute mit dem Finger zu zeigen. Wichtig ist, sich zu fragen, was kann ich selber tun? Wir müssen das Heft wieder selbst in die Hand nehmen und unsere Dörfer so gestalten, dass es sich lohnt, hier zu leben und zu arbeiten.“ Dabei müssten die Stärken der Region gefördert werden. Für 2020 wünscht er sich: „Dass wir nicht wegsehen, niemanden ausschließen und draußen lassen, sondern die Türen aufmachen.“

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