Lars Klingbeil und Experten informieren über Förderanträge

Die digitale Zukunft in der Region

Lars Klingbeil und Tim Brauckmüller (r.) informieren über die digitale Zukunft der Region. Foto: Ujen
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Lars Klingbeil und Tim Brauckmüller (r.) informieren über die digitale Zukunft der Region.

Visselhövede - Von Joris Ujen. Funklöcher sind in der ländlichen Region keine Seltenheit. Alle sprechen vom schnellen Netz der Zukunft, 5G, das ab 2020 deutschlandweit verfügbar sein soll. Aber ist das machbar, gerade in kaum bewohnten Gebieten? Oder überhaupt notwendig? „5G ist nicht an jeder Milchkanne nötig“, so die Meinung von Bildungsministerin Anja Karliczek (CDU) Ende November 2018. SPD-Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil habe sich über diese Äußerung „tierisch geärgert. 5G muss auch hier eine Bedeutung bekommen“, lautet seine Antwort, die er am Freitagvormittag bei der Breitband-Konferenz im „Café NebenAn“ in Visselhövede kundtat.

Geladen waren rund 30 Gäste aus Politik und Wirtschaft aus dem Landkreis Rotenburg und dem Heidekreis, die sich über den Breitband-Ausbau und die Mobilfunkqualität in ihrer Region Informationen einholen wollten. Dafür standen mit Tim Brauckmüller, Geschäftsführer des Breitbandbüros des Bundes, sowie Peer Beyersdorff, Geschäftsführer des Breitband-Kompetenz-Zentrums Niedersachsen, gleich zwei Experten Rede und Antwort. Sie und Klingbeil waren sich gleich einig: Am Geld mangelt es nicht, dass Niedersachsen und auch ganz Deutschland mit dem Breitband-Ausbau großen Nachholbedarf bei der digitalen Infrastruktur haben. Bürokratische Hürden und auch fehlende Kapazitäten der Baubranche seien unter anderem Gründe dafür.

Laut Beyersdorff stelle das Land bis zu einer Milliarde Euro zur Verfügung, um Niedersachsen bis 2025 flächendeckend mit glasfaserbasierten Gigabit-Netzen zu versorgen. Klingbeil gab zudem den anwesenden Bürgermeistern und Politikern den Hinweis, dass ihre Schulen unbedingt jetzt pädagogische Konzepte zur Digitalisierung erstellen sollen, um Fördergelder vom Land zu erhalten. Gleiches gilt für Krankenhäuser und Gewerbegebiete.

Für Ralf Goebel ist es schwer, „bei den Bürgern eine Akzeptanz herzustellen für die weißen Flecken (Haushalte mit schlechter Internetverbindung, Anm. d. Red.), die wir immer noch haben“. Visselhövedes Bürgermeister brauche eine Perspektive, einen verbindlichen Zeitraum, in dem der betroffene Bürger mit einer Verbesserung rechnen kann. Frühestens Anfang 2020, erwiderte Beyersdorff und Klingbeil ergänzte: „Wir alle wissen aber nicht, was in Brüssel passieren wird.“ Damit sprach er die Europawahl und die daraus resultierenden und noch offenen Mehrheitsverhältnisse an. Die Europäische Kommission ist es schließlich, die über die weitere Vorgehensweise der Digitalisierung mit ihren Fördermitteln mitentscheiden wird.

„Wir haben im Landkreis Rotenburg ungefähr 56 000 Gebäude, wovon etwa 5 000 eine Internetgeschwindigkeit unter 30 Mbit/s haben“, so Tanja Steinecke von der Stabsstelle Kreisentwicklung Rotenburg. Zwar seien die Förderantrage für weißen Flecken heutzutage leichter zu stellen, der Höchstfördersatz ist angehoben worden, jedoch reiche das Geld in vielen Gemeinden nicht aus. Ihr Appell: „Wenn die Politik sagt, sie wolle alle ans Netz anschließen, muss sie auch über höhere Förderquoten nachdenken.“

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