Zeichen stehen auf Wachstum

Visselhöveder Kindertagesstätten müssen wachsen, Oberstufenangebot soll bleiben

Der Primar Campus ist eines der großen Bildungs-Bauprojekte der Stadt, weitere könnten folgen.
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Der Primar Campus ist eines der großen Bildungs-Bauprojekte der Stadt, weitere könnten folgen.

Visselhövede – Wie wichtig das Thema Bildung für eine Stadt ist, hat sich auf der Visselhöveder Schulausschusssitzung am Dienstagabend gezeigt – auf eindrucksvolle Art und Weise. Denn Bürgermeister Ralf Goebel wies darauf hin, dass in den nächsten Monaten noch insgesamt zwölf weitere Mitarbeiter für die stetig wachsende Kinderbetreuung der Stadt angestellt werden. „Wenn das umgesetzt ist, werden wir insgesamt in diesem Bereich mehr 60 Mitarbeiter haben. Das sind dann mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter der Stadt insgesamt“, führte er aus.

In Anbetracht dieser Entwicklung wünsche sich die Stadtverwaltung sogar perspektivisch eine Art Personalkoordinierungsstelle. „Wir brauchen eine professionelle Verzahnung, auch wenn die Einrichtungen das im Moment gut stemmen“, so Goebel. Der Aufwand sei erheblich, betonte es zudem und auch, dass er mit dieser Information schon jetzt vorab ein wenig Werbung für die noch zu schaffende Stelle machen wolle. Natürlich war dieser personelle Aspekt nur einer. Doch der verdeutlichte, dass die Bildungseinrichtungen in Visselhövede auf Wachstumskurs sind.

Gleich zu Beginn der Sitzung mussten sich dennoch alle Ausschussmitglieder mit der tendenziellen Schließung des gymnasialen Angebots an der Oberschule Visselhövede beschäftigen. Diese steht seit Jahren im Raum – und der Ausschuss sprach sich am Dienstag für eine Fortsetzung aus. Sie konnte bisher aber vermieden werden. Das regionale Landesamt für Schule und Bildung hatte zuletzt im Mai dieses Jahres mitgeteilt, dass die dauerhafte Genehmigung des Angebots abzulehnen sei. Denn auch wenn es immer mehr Kinder sind, die in den Kindertagesstätten betreut werden, ist noch die Zahl der Schüler, die dann später dieses Angebot in Anspruch nehmen, zu klein. „Wir wussten schon in den letzten Jahren, dass wir da zahlenmäßig an der Grenze sind“, gab Goebel zu.

„Das Schlupfloch ist da“

Ausschussvorsitzender Robert Rabe, SPD

Er selber habe sich sehr bemüht, für die Schule zu werben. Auch die Schule habe sich immer wieder bemüht, Wege zu finden, um das Angebot aufrechtzuerhalten. „Da wir ja wussten, dass es zu einer politischen Veränderung kommen wird, haben wir nochmal um Verlängerung gebeten“, so Goebel weiter mit Blick auf die Kommunalwahlen im September. Ronny Wieland, Leiter der Oberschule, bezog Stellung: „Unsere Schule liegt von den Leistungen der Schüler über dem Landesdurchschnitt.“ Schon vor mehr als einem Jahr habe man sich auf den Weg gemacht, eine Lösung zu finden. Auch habe mal eine Prozessbegleitung durch die Landeschulbehörde erhalten, allerdings habe Corona den ganzen Prozess etwas gebremst. „Wenn es geht, würden wir das Angebot sehr gerne aufrechthalten“, betonte er, auch trotz der sinkenden Schülerzahlen.

Ausschussvorsitzender Robert Rabe (SPD) stellte abschließend fest, dass die Mindestzahlen der Schüler unterschritten werden dürfen, sofern dies durch Besonderheiten der Region begründet werden kann. „Das Schlupfloch ist da“, so Rabe. Dementsprechend stimmte der Ausschuss nach der Diskussion einstimmig dafür, den Antrag auf die Aufrechterhaltung des vorbereitenden Oberstufenangebots zu stellen. Anschließend galt es noch, zwei haushaltsrechtliche Anträge zu besprechen. Beide wurden ebenfalls einstimmig verabschiedet. Henning Vollmer (Gruppe CDU/FDP), neu im Ausschuss, meldete sich zu Wort: „Der Wunschkatalog ist sehr groß, wenn ich mir den Haushalt ansehe, bekomme ich Angst“, gab er zu. Er appellierte an seine Mitstreiter, dass man in den kommenden Jahren das eine oder andere Ziel vielleicht auch mal verschieben müsste. „Das wäre zumindest mein Wunsch.“

„Wir haben den Rahmen für die nächsten Jahre skizziert“, betonte Goebel. Auch wenn beim Primar Campus schon viel passiert sei, gebe es noch viele andere Bedarfe: „Da kommen noch erhebliche Anforderungen auf uns zu.“ Er fügte noch an, dass man mit Blick auf die Standortdebatte der weiteren Einrichtungen noch nicht „fertig“ sei.

Im Verlauf des Abends kamen auch noch die Schul- und Kindertagesstättenleiterinnen zu Wort. Hier wurden weitere Wünsche geäußert. Beispielsweise schlug Catrin Puschmann, Leiterin der Kastanienschule vor, perspektivisch einen regelmäßigen Turnus in Sachen Renovierung der Klassenräume zu etablieren. Sabine Darboven, Schulleiterin der Grundschule Jeddingen, äußerte zudem den Wunsch, dass die Leiterinnen in Zukunft bei Bedarf auch während des nichtöffentlichen Teils der Sitzungen anwesend sein wollten. Der Ausschussvorsitzende bejahte diese Möglichkeit nach einer kurzen Nachfrage im Gremium.

Investitionen in die Kindergärten

Der vorgelegte Haushaltsplanentwurf 2022 enthält ein Investitionsprogramm für die Jahre 2021 bis 2025 für den Bereich der Kindertagesstätten. Für den evangelischen Kindergarten ist ein Zuschuss zu den laufenden Kosten in Höhe von 295 600 Euro in den Haushalt 2022 eingestellt. Für den Kindergarten Momo sind 38 600 Euro als Zuschuss zu den laufenden Kosten eingestellt, für den Kindergarten Primar Campus sind weitere 41 900 Euro vorgesehen, um die Grundausstattung anzuschaffen, die in diesem Jahr nicht angeschafft werden konnte.

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