Autos nutzen Busspur an Grundschule

„Die Sicherheit der Schüler ist nicht mehr gegeben“

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Nur die Schulbusse dürfen die Fahrbahn an der Kastanien-Grundschule benutzen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Die Sicherheit der Schüler ist nicht mehr gegeben!“ Bärbel Lattemann, Leiterin der Visselhöveder Kastanien-Grundschule ist stinksauer auf die Auto- und Lkw-Fahrer, die das Verkehrszeichen „Durchfahrt verboten“ am Ende der Gerhart-Hauptmann-Straße gänzlich ignorieren. „Es kommt fast täglich zu äußerst gefährlichen Situationen.“

Besonders morgens zwischen 7.30 und 8 Uhr regiere das „blanke Chaos“ an der Kreuzung zwischen der Wedekind- und der Gerhart-Hauptmann-Straße sowie dem Lehrerparkplatz und dem nur für Busse freigegebenen, aber ansonsten gesperrten Bereich.

„Dabei sind es aber beileibe nicht nur Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, die einfach die Abkürzung zu Großen Straße nutzen“, hat Lattemann beobachtet. Sondern auch einige Anwohner, Paketdienste, „und sogar Fahrer von dicken Lastern“ würden sich wenig um das Schild kümmern, das deutlich sichtbar vor der Busspur installiert ist.

Von der Großen Straße aus gilt die Einbahnstraßenregelung in diesem Bereich.

Nicht nur vor dem eigentlichen Unterrichtsbeginn und zur Mittagszeit würde die aktuelle Verkehrslage häufig gefährliche Situationen heraufbeschwören, sondern auch dazwischen. „Denn auf dem Weg zur Sporthalle gegenüber müssen die Kinder auch diesen Bereich überqueren, manche davon sogar ganz allein. Und nicht jedes Kind im Grundschulalter beachtet zu jeder Zeit den Straßenverkehr“, unterstreicht Lattemann. „Wir machen bei den Elternabenden auf die Gegebenheiten aufmerksam und appellieren unaufhörlich, dass doch andere Parkmöglichkeiten genutzt werden sollten, wenn die Kinder unbedingt mit dem Auto zur Schule gebracht werden müssen“, sagt Conny Lutz, Vorsitzende des Schulelternrats. Ausreichend Platz gebe es im Bereich der Sporthalle Auf der Loge und auf dem Festplatz am Majorsbruch.

Elternsprecherin Conny Lutz (l.), Bürgermeister Ralf Goebel und Rektorin Bärbel Lattemann diskutieren die Situation.

„Aber genau dort beginnt das Problem: Den meisten Eltern ist das viel zu weit, um ihre Kinder allein vom Majorsbruch zur Schule gehen zu lassen oder sie zu begleiten“, so Bürgermeister Ralf Goebel, der sich auf Einladung von Lattemann und Lutz vor Ort ein Bild von der Situation machte. Der Verwaltungschef wollte auch wissen, wie viele Lehrer den Parkplatz direkt vor der Busspur nutzen und ob dort nicht noch freie Kapazitäten für Eltern wären. „Alle Lehrkräfte kommen mit dem Auto und parken dort, weil sie auch viele Arbeitsmaterialien tragen müssen“, klärt Lattemann auf.

Goebel will jetzt mit den zuständigen Behörden abklären, ob das Durchfahrt-verboten-Schild nicht einige Meter weiter in Richtung Lehrerparkplatz versetzt werden kann. „Dann wird die Problematik vielleicht noch ein wenig deutlicher“, so der Bürgermeister, der sich aber auch eine Art Einbahnstraßenverkehr von der Wedekind- in Richtung Gerhart-Hauptmann-Straße vorstellen könnte. Grundsätzlich sei es aber zunächst einmal so, dass sich die Verkehrsteilnehmer an die Vorschriften halten müssten.

Das hofft auch Conny Lutz, die nach eigenen Angaben bereits mehrfach die Polizei gerufen hat, wenn es frühmorgens wegen der vielen Autos kein Vor und kein Zurück mehr gab. „Und zwischendurch wuseln die Sechs- bis Zehnjährigen.“

Die Ordnungshüter „sind jeden Tag im Stadtgebiet in Sachen Schulwegsicherung unterwegs“, so Polizeihauptkommissar Matthias Wölk. Dabei hätten die Beamten auch besonders den genannten Bereich im Blick. „Allerdings ist die Zahl der Verfehlungen der Verkehrsteilnehmer minimal“, widerspricht der Chef der Visselhöveder Polizeiwache den Darstellungen der Schulleitung und des Schulelternrats.

Um die Problematik vielleicht ganz unbürokratisch zu lösen, hat der Polizist einen Tipp parat: „Eine Kette vor der Busfahrbahn würde viel bringen. Wenn an den Wartehäuschen nach Angaben der Schule sowieso eine Lehrkraft Aufsicht macht, kann die die Kette morgens und mittags für die Busse lösen. Zu allen anderen Zeiten ist die Busspur gesperrt.“

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