Kitas prima in Schuss / Erzieherinnen haben Corona-Zeit sinnvoll genutzt

Die gute Seite der Krise

Der Raum für die angehenden Schulkinder in Wittorf.
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Der Raum für die angehenden Schulkinder in Wittorf.

Visselhövede/Jeddingen/Wittorf – Schick gestaltete stille Örtchen mit bunten Bildchen auf den Klotüren, ein Gruppenraum im Schul-Look mit Buchstaben und Zahlen an den Wänden, Büroräume mit frischen Farben und jede Einrichtung auch bis in die letzte Ecke blitzeblank: Die Erzieherinnen der städtischen Visselhöveder Kindertagesstätten haben die kinderlose Corona-Zeit genutzt, um nicht nur in den Gebäuden mal so richtig aufzuräumen und sauber zu machen, sondern waren auch als Handwerker aktiv, wie die Leiterinnen Ute Schorpp-Bolz (Wittorf), Nicole Kanapin (Jeddingen) und Irmtraud Pape (Visselhövede) dem Schulausschuss erläuterten.

„Das ganze Außengelände bei uns sieht aus wie frisch vom Gärtner gemacht, dabei haben wir abwechselnd in den Beeten gesessen“, so Schorpp-Bolz, die natürlich nicht die üblichen Gruppenbesprechungen mit ihren Kolleginnen abhalten konnte. „Aber dennoch haben wir uns weiterhin Gedanken gemacht über die Qualitätssicherung in unserem Haus. Dazu haben die Kolleginnen 48 Themenbereiche erarbeitet“, freut sich Schorpp-Bolz, die nun in der „Außenstelle“, ein paar Meter weiter in der ehemaligen Dorfschule den angehenden Schulkindern der Kita künftig etwas Besonderes bieten kann: „Ein Gruppenraum wurde ganz neu renoviert und er ähnelt mit Buchstaben und Zahlen an den Wänden einem Klassenzimmer, sodass sich die Kinder schon mal ein bisschen an die Zeit nach der Kita gewöhnen können.“

Neben vielen Reparaturen und Schönheitsmaßnahmen haben die Wittorfer Erzieherinnen auch an einem Wettbewerb einer Molkerei teilgenommen – und gewonnen. Schopp-Bolz: „Wir bekommen jetzt ein Jahr lang 18 Liter Milch pro Woche kostenlos geliefert.“ Das reiche allerdings knapp für die Kita, die aktuell von 70 Prozent der Kinder besucht wird, die vor Corona dort betreut wurden.

Im Visselhöveder Fabula sind es rund 85 Prozent und Leiterin Irmtraud Pape hat schon festgestellt, dass sich einige „Kinder in den vergangenen Wochen schon ein bisschen verändert“ hätten. „So kam ein Junge wieder zu uns und wollte erst mal fernsehgucken. Das lässt natürlich darauf schließen, was er in den vergangenen Wochen wohl recht häufig gemacht hat.“ Aber auch der Junge habe sich wie alle anderen schnell wieder an den Kita-Alltag gewöhnt.

Überhaupt hätten die Fabula-Pädagoginnen sich intensiv um die Kinder gekümmert, bei denen zu befürchten stand, dass die Betreuung Zuhause vielleicht nicht ganz so gut klappt. „Dazu gehörten auch Hausbesuche.“

Um den Kontakt nicht zu verlieren, habe Heike Netter zum Beispiel aus Büchern vorgelesen, sich dabei gefilmt und die Videos über Youtube ins Internet gestellt, sodass die Kinder auch aus der Entfernung ein bekanntes Gesicht zu sehen bekamen.

„Auch bei uns wurde viel renoviert und all das erledigt, wozu man sonst im Alltag nicht zu kommt“, informierte Pape, die jetzt Hochbeete auf dem Außengelände mit den Kindern bepflanzt, die der Nabu-Rotenburg gespendete hatte. „Die werden natürlich täglich bestaunt.“

Das passiert auch im Jeddinger Kindergarten Spielfüchse. Und zwar immer dann, wenn die Kleinen mal müssen. „Denn der komplette Sanitärbereich wurde von den Erzieherinnen liebevoll umgestaltet“, berichtete Leiterin Nicole Kanapin.

So strahlt zum Beispiel das stille Örtchen, von denen es gleich vier nebeneinander gibt, mit lustigen Tierfiguren an den Türen und viel Farbe machen den Raum attraktiver und auch kindgerechter. „Wir haben jetzt auch mehr als ein Dutzend prall gefüllte Ordner, in denen verschiedene Projekte beschrieben sind, auf die wir in den kommenden Jahren zurückgreifen können“, so Kanapin, die ihr eigenes Büro mit Farbe und Wandtattoos ebenfalls umgestaltet hat. „Es war zwar eine arbeitsreiche Zeit, aber die Kinder haben uns doch sehr gefehlt.“

Bürgermeister Ralf Goebel dankte den Leiterinnen stellvertretend für alle Erzieherinnen, dass „sie mit so viel Einsatz, Engagement und Kreativität zum Wohle der Kinder in dieser Extremsituation agiert“ hätten. „Auch untereinander wurde sich geholfen, was wiederum die Einheit unserer Stadt dokumentiert.“

Von Jens Wieters

Abstandsregeln in der zweisprachigen Kita Wittorf.
Eines der Hochbeete im Visselhöveder Fabula.
Klotüren-Deko in der Jeddinger Kita. Fotos: Wieters

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