Geschichten von Menschen für Menschen

Die Feuerwehr im Bordell-Pool

Hanna Tamke, Sandra Bammann und Margret Puppa (v.l.) sammeln die Geschichten der Wittorfer.
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Hanna Tamke, Sandra Bammann und Margret Puppa (v.l.) sammeln die Geschichten der Wittorfer.

Wittorf – Vor einigen Jahren hatte die Wittorfer Feuerwehr einen doch etwas schlüpfrigen Auftrag: Die Filteranlage des Pools im Keller des örtlichen Bordells an der Molkereistraße funktionierte nicht mehr richtig, und die Helfer wurden gebeten, das Becken auszupumpen, um nach der Ursache zu forschen. „Bei der Suche nach Freiwilligen hat die Feuerwehrführung besonders die Älteren berücksichtigt. Vielleicht aus dem Grunde, weil die im Puff mal was anderes sehen sollten als Zuhause. Jedenfalls sollen alle hochzufrieden vom dem Einsatz wieder zurückgekehrt sein“, erzählt Hanna Tamke schmunzelnd.

Das ist nur eine von rund 60 Geschichten aus der jüngeren Wittorfer Vergangenheit, die jetzt von Tamke, Margret Puppa und Sandra Bammann gesammelt werden, um sie „noch in diesem Jahr“ in Form eines Geschichtsbuchs der besonderen Art zu veröffentlichen – fernab von den üblichen Dorfchroniken oder Festschriften von Vereinen.

„Bei allmöglichen Veranstaltungen haben wir immer wieder lustige, bemerkenswerte oder auch traurige Geschichten gehört und sind in unserem Bürgerverein auf die Idee gekommen, diese Erlebnisse für die Nachwelt in einer kleinen Broschüre festzuhalten“, informiert Puppa, zweite Vorsitzende des Vereins. Sie betont, dass nicht nur Beiträge der Wittorfer gewünscht sind, sondern „natürlich auch Besonderheiten aus unseren Ortschaften Lüdingen, Hainhorst und Bretel“.

„Das Ganze wird kein geschichtlicher Abriss über die Entstehung und Entwicklung unseres Dorfes, sondern wir sammeln ganz einfach Erlebnisse von Wittorfern für Wittorfer“, berichtet Bammann. Und mit dieser Idee haben die drei Frauen offenbar offene Türen eingerannt, denn kaum war die Planung bekannt, haben sich die Leute hingesetzt und drauflos geschrieben. „Manche Geschichten haben uns sogar handschriftlich erreicht“, erzählt Margret Puppa, die darum auch einige Stunden länger am Tag am Computer sitzen musste, um die „zum Teil sehr spannenden und witzigen Storys“ digital zu speichern. „Aber das mache ich ja auch gerne.“ Und wer sich nicht so recht traut, sich selbst an die Tastatur zu setzen oder zu Stift und Papier zu greifen, dem stehen die drei Wittorferinnen unterstützend zur Seite. „Ein Anruf genügt und wir kommen vorbei, hören uns die Geschichte an und schreiben sie gleich auf“, beschreibt Sandra Bammann das einfache Prozedere.

Als berichtenswerten Zeitraum haben die drei die Spanne von Anfang des vergangenen Jahrhunderts bis heute festgesetzt, „damit sich die Leute, über die geschrieben wird, noch selbst wiederfinden oder zumindest deren direkte Nachkommen in Erinnerungen schwelgen können“. Natürlich werde bei der Sichtung der Geschichten darauf geachtet, dass niemand in irgendeiner Form in Misskredit gerät. „Meistens sind es aber Erlebnisse, bei denen der, der sie erzählt oder schreibt, selber im Mittelpunkt steht“, sagt Hanna Tamke.

Während es unter den etwas älteren Wittorfern offenbar einige Vielschreiber gibt, die die drei mit ihren Manuskripten versorgen, hätte das Redaktionsteam gerne auch noch ein paar berichtenswerte Erlebnisse aus den Reihen des Dorfnachwuchses. „Ich denke da besonders an unsere überaus aktive Landjugend. Denn die Eiersucher haben sicher viel zu erzählen“, hofft Sandra Bammann auf weitere Berichte, die bis Ende September eingereicht werden sollten.

Denn nicht nur die drei Frauen wollen entscheiden, welche Geschichten es in die Erstausgabe der Broschüre schaffen, sondern „wir haben im Bürgerverein einen Arbeitskreis gebildet, der gemeinsam mit uns die Beiträge sichtet“, ergänzt Puppa. Aber eines sei auch klar: „Nichts geht verloren, denn die Berichte, die für die erste Ausgabe noch nicht berücksichtigt werden, haben natürlich die Chance im zweiten Heft.“

Es stehe zwar noch nicht so ganz fest, wo und wann die Broschüre zu haben ist, „weil Corona auch die Veranstaltungen unseres Bürgervereins stark einschränkt, bei denen wir sie eigentlich verteilen wollten“, aber eines sei sicher, so Bammann: „Die Broschüre bleibt komplett werbefrei und wird in etwa um die zehn Euro kosten.“ Geplant sei eine Verteilung noch vor Weihnachten.  jw

Diese Geschichte schafft es in die Erstausgabe.

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