Besondere Gottesdienste am Volkstrauertag / Gemeinwesenarbeit im Fokus

Dialog auf der Bürgerkanzel

Pastorin Karin Klement und Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy wagen sich an ein Experiment: Ein kontroverser Dialog auf der Kanzel. Foto: Wieters

Visselhövede - Von Jens Wieters. Nein, schlechte Nachrichten wollen Christian Oddoy und Karin Klement während des besonderen Gottesdienstes am Volkstrauertag am Sonntag, 17. November, in der Visselhöveder Kirche nicht überbringen. Auch wenn das Thema sich um die biblische Person Hiob dreht, der eine schlechte Nachricht nach der anderen überreicht bekommt.

„Ganz im Gegenteil, wir nehmen diese Geschichte zum Anlass, um im Dialog miteinander ethische Fragen zu erörtern und sie von verschiedenen Seiten aus zu beleuchten und sie auch kontrovers zu diskutieren“, betonen Pastorin Karin Klement und der Gemeinwesenarbeiter Christian Oddoy unisono.

Denn die beiden nutzen den Trauertag ab 9.30 Uhr in der Visselhöveder St.-Johannis-Kirche und ab 11 Uhr in der Wittorfer Kapelle, um das Experiment Bürgerkanzel zu starten. Das hat es in dieser Form im Bereich der Kirchen- und Kapellengemeinde noch nicht gegeben.

„Während der vergangenen Volkstrauertage hatte Bürgermeister Ralf Goebel schon mal das Wort ergriffen, aber die Bürgerkanzel als Dialog ist doch eher neu“, informiert Klement.

Dennoch brauchen die Besucher der beiden Gottesdienste nicht zu befürchten, dass die Veranstaltung durch und durch religiös wird und die lange Geschichte Hiobs episch ausgebreitet wird. „Ich werde nämlich meine Arbeit in Visselhövede im Detail vorstellen und hoffe natürlich, dass die Besucher des Gottesdienstes ein paar Anregungen und Ideen mit nach Hause nehmen, um sich selbst in verschiedene Projekte einzubringen“, so Christian Oddoy, der anschließend auf Besuche in seinem Büro im Haus der Bildung hofft.

Überhaupt soll diese Form der Bürgerkanzel als eine Art Bindeglied zwischen der religiösen Ausrichtung der Menschen in der Kirchengemeinde und denen dienen, die eher die etwas weltlicheren Dinge bevorzugen. „Denn Kirche und Kommunalpolitik schließen sich nicht aus. Das soll während unseres Dialogs auch deutlich werden. Und wir erreichen mal eine ganz andere Gruppe von Menschen mit einer anderen Altersstruktur als sonst bei den Vorstellungen meiner Arbeit. Das wird sicher sehr spannend“, sieht Oddoy nur Positives in den Planungen.

„Während des Dialogs sollen die Projekte, die der Gemeinwesenarbeiter unterstützt und fördert, als Beispiele für die Teilhabe der Einwohner am gesellschaftlichen, politischen, sozialen und kulturellen Leben unserer Stadt sichtbar werden“, glaubt Pastorin Klement an ein Gelingen des Versuchs, einen Gottesdienst zum Volkstrauertag einmal ganz anders zu gestalten.

Auf die Idee ist Klement gekommen, als Oddoy sich und seine Projekte während eines Treffens des Frauenkreises vorgestellt hatte. „Da habe ich mir gedacht, dass das als Dialog bei der Bürgerkanzel während des Volkstrauertags sehr gut funktionieren könnte.“

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