Deko noch bis Montag

Visselhöveder Handel reagiert: Deutschland-Torten gibt‘s nicht mehr

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Die besonderen Amerikaner der Bäckerei Tamke.

Visselhövede - Von Jens Wieters und Angela Kirchfeld. Der Tag danach. Auch die Visselhöveder können sich das blamable Aus der deutschen Fußballer bei der WM nicht erklären. Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist das vorzeitige Ende der Titelräume nicht ganz unproblematisch: Denn wohin jetzt mit den Fanartikeln? Ab in die Tonne oder aufbewahren für die nächste Europameisterschaft? Wir haben uns in der Stadt mal umgehört.

So ist das Unternehmen Heku in der Region führend, was Papierwaren und Konsumgüter für Haushalt und Dekoration angeht. Klar, dass vor der Weltmeisterschaft riesige Mengen an schwarz-rot-goldenen Bierbechern, Papptellern oder Girlanden an die Kunden geliefert wurden. „Aber die Mengen wurden bereits weit vor der WM geregelt“, betont Claas Bargfrede vom Heku-Vertrieb. 

Darum sei es nun nicht so, dass sich in den großen Hallen an der Handelsstraße Fußball-Dekoration in vielen Formen bis unters Dach stapeln würden. „Wir lassen bei all unseren Artikel in Absprache mit den Einzelhandelskunden bedarfsgerecht produzieren“, so Bargfrede.

Ein paar Kilometer weiter wird nach der Niederlage von Jogis Jungs die Produktion künftig aber etwas umgestellt. In der Wittorfer Backstube Tamke stellen die Konditoren jetzt keine süßen Kuchen in Form von gelben und roten Karten mehr her. 

„Auch die Deutschland-Torten und das Kickerbrot werden ab Samstag aus der Produktion genommen“, erzählt Bäckermeister Heiner Tamke. Seine Filialen bleiben aktuell aber noch in den deutschen Nationalfarben geschmückt. „Anfang der kommenden Woche dekorieren wir um.“

Patrick Bekker hat noch Fußballsüßigkeiten im Regal.

Das wird dann aber auch höchste Zeit, denn schon wenige Stunden nach dem Vorrunden-Aus der deutschen Mannschaft bekamen einige Tamke-Mitarbeiter schon ein wenig die Wut der Fußballfans zu spüren. „Sie wurden teilweise schon angemacht, warum sie immer noch mit Deutschland-Accessoires bedienen würden. Dabei können meine Mitarbeiter ja nun gar nichts dafür“, so der Bäcker. 

Aber Tamke wäre nicht Tamke, wenn er nicht sofort reagiert hätte: So gibt es jetzt die beliebten „Amerikaner“-Kuchen mit einem Spruch ausgestattet. Dort steht jetzt auf essbarem Papier: „Wer nicht läuft, kann nicht gewinnen!“

Apotheker Matthias Gutermann lässt seine WM-Utensilien ebenfalls noch ein paar Tage im Schaufenster, aber: „Wir haben schon alles für das Gewinnspiel, bei dem jeder Kunde beim Deutschlandspiel seinen Tipp abgeben konnte, jetzt weggeräumt.“ Aber die Weltmeisterschaft gehe ja weiter. „Man muss das sportlich sehen, die nächste WM für Deutschland kommt bestimmt“, so Gutermann.

Patricia Lehmann (r.) und Anja Ahrens lassen die WM-Utensilien noch im Schaufenster der Alten Apotheke. 

Im Combi-Supermarkt wartet man auf einen Hinweis aus der Zentrale in Ostfriesland, was nun mit den Fanartikeln geschehen soll. „Chips und das Dosenbier in Schwarz-Rot-Gold gingen bei der WM bisher prima“, berichtet Patrick Bekker, stellvertretender Marktleiter.

Die Nonfood-Artikel könne man für die nächste WM oder EM einpacken und lagern, doch die Süßigkeiten, unter anderem edles Marzipan in Deutschland-Farben und große Fußbälle und Pokale in Schokolade müssen bald über das Laufband, bevor das Haltbarkeitsdatum abläuft. „Mal gucken, was wir davon noch verkaufen können“, so Bekker.

Ganz dumm ist es übrigens für einen Sportartikelhändler in einer Nachbarstadt Visselhövedes gelaufen: Der hatte aufgrund der großen Nachfrage Anfang des Monats 800 original Deutschlandtrikots bestellt – mit Lieferdatum Ende dieser Woche.

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