Als skateboardfahrende Nonne weltberühmt

Deutsche Antwort auf Sister Act: Schwester Teresa bei den Landfrauen

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Schwester Teresa ist für Späße zu haben und vermittelt den Glauben auf unkonventionelle Art.

Hiddingen - Von Angela Kirchfeld. „In einem sozialen Brennpunkt in Frankfurt mit 70 Prozent Ausländeranteil, vielen Arbeitslosen und dort, wo die Nutten an den Ecken stehen, kommt man mit frommen Sprüchen nicht weit“, so Ordensschwester Teresa über ihr ersten Einsätze. Daher sei sie kurzerhand auf ihr Skateboard gestiegen, um das entsprechende Klientel zu erreichen. So wurde die Nonne weltweit berühmt. Nun war „die deutsche Antwort auf Sister Act“, wie sie oft genannt wird, einer Einladung des Visselhöveder Landfrauenvereins gefolgt und berührte mit ihrem Referat „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“ auch die Herzen der rund 200 Zuhörerinnen im Gasthaus Röhrs in Hiddingen.

Zuvor berichtete Teresa Zukic von ihrem beeindruckenden Lebenslauf. So erfuhren die Zuhörer, dass die Ordensfrau und ihre Familie gebürtig aus Kroatien stammt. Weil der Vater ein begnadeter Fußballspieler war, kam die Familie nach Deutschland, als sie selbst fünf Jahre alt war. Erst hatte sie sich dem Kunstturnen verschrieben – später, als Leichtathletin, nahm sie an den deutschen Meisterschaften teil und gewann die Badische Jugendmeisterschaft im Fünfkampf, wurde zweimal Vizemeisterin im Hochsprung und zugleich im Kugelstoßen und gewann viele weitere Wettkämpfe in verschiedenen Disziplinen – bis sie zu Gott fand. „Eine Nacht, in der ich nicht schlafen konnte und nach einem Buch griff, das meine Zimmerkollegin ausrangiert hatte. Es war die Bibel!“

Heute füllt sie mit mehr als 180 Vorträgen im Jahr die Säle, sogar auf der Zugspitze, und mit ihren außergewöhnlichen Gottesdiensten die Kirchen. Sie ist Religionspädagogin, Powerfrau und Multitalent. Denn neben ihrem christlichen Engagement schreibt sie Bücher, komponiert Musicals und malt in ihrer wenigen Freizeit. Sogar ins Fernsehen hat es Schwester Teresa bereits mehrmals geschafft und ist in Talkshows bei Beckmann und Markus Lanz sowie bei Stefan Mross aufgetreten. Beim Wissensquiz bei Jörg Pilawa gewann sie 100. 000 Euro. „So konnte ich mir ein Auto leisten. Auf dem stand dann ,Sponsert bei Gott‘, da ich vorher um seinen Beistand flehte. Heute steht auf dem neuen Auto ,Im Auftrag des Herrn‘“.

So ganz nebenbei hat sie die „Kleine Kommunität“ im Erzbistum Bamberg gegründet. 2004 erhielt sie den Kulturpreis für Musik und Gegenwartsliteratur vom Kreistag Bayreuth und 2013 die Bundesverdienstmedaille.

Die Ordensfrau machte deutlich, wie lebendig Kirche sein kann. „Mein Leben ist mein Hobby“. Zu ihrem Thema „Jeder ist normal, bis du ihn kennst“ vermittelte sie in ihrer humorvollen Art, dass man „Schnäppchen“ erwischt oder Ware zum „Normalpreis“ erhält.

„Aber bei Menschen gibt es nun mal eben kein 14-tätiges Rückgaberecht! Und bei Gott sind eben alle, auch die Sünder willkommen. Selbst in der Bibel ist von vielen Verfehlungen die Rede, man nehme nur Kain, Lanech, Noah oder Lot – und dennoch haben sie große Geschichte geschrieben“, so Schwester Teresa.

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