Visselhöveder Unternehmen äußern sich zu 5G-Fördermöglichkeit

Den Mast gibt es schon

Die Fördermöglichkeiten eines privaten 5 G-Mastes in Visselhövede diskutieren Michael Meyer, Staatssekretär Stefan Muhle, Eike Holsten und Charly Carstens.
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Die Fördermöglichkeiten eines privaten 5 G-Mastes in Visselhövede diskutieren Michael Meyer, Staatssekretär Stefan Muhle, Eike Holsten und Charly Carstens.
  • Henning Leeske
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Visselhövede – Wann kommt 5 G nach Visselhövede? In Zeiten von Homeoffice und Schulunterricht zu Hause am Bildschirm während der Corona-Krise eine wichtige Frage für den ländlichen Raum. Daher stieß der Staatssekretär für Digitalisierung im Niedersächsischen Wirtschaftsministerium Stefan Muhle (CDU) bei seinem Besuch in Visselhövede vor einigen Monaten auf offene Ohren, als er von geplanten großzügigen Förderungen des Landes beim Ausbau des neuen Mobilfunkstandards sprach. Schließlich bietet 5 G ein mobiles Internet, das bis zu zehn Mal schneller ist als ein Glasfasernetz mit 1 000 Megabits pro Sekunde. Damit wären alle Datenverbindungsprobleme fürs Büro in den eigenen vier Wänden oder den zukunftsfähigen Gewerbestandort auch in Visselhövede behoben. Ein Funkmast könne gleich ein ganzes Gewerbegebiet oder einen Stadtteil bestens versorgen. Aufwendig neu zu verlegende Leitungen von Haus zu Haus wären nicht nötig.

Daher sprach sich der Landtagsabgeordnete Eike Holsten (CDU) in der Diskussion mit Muhle seinerzeit auch vehement für den neuen Mobilfunkstandard 5 G aus. „Der gerechte Ausbau der Netze und eine leistungsfähige digitale Infrastruktur gehören gerade im ländlichen Raum meiner Meinung nach klar zur Daseinsvorsorge, die der Staat sicherstellen muss“, sagte Holsten. Er teilte mit, dass für das 5 G-Förderprojekt insgesamt 20 Millionen Euro bereitgestellt werden sollen. Denn aktuell arbeitet das Wirtschaftsministerium an einer Mobilfunkförderrichtlinie, die sich derzeit im Abstimmungsverfahren befindet.

Die Förderung soll über den zuständigen Landkreis bei der NBank beantragt werden. Diese soll künftig auch die nötigen Informationen für die Richtlinie bereitstellen. „Der derzeitige Entwurf sieht eine Fördersumme von bis zu 350 000 Euro und einen Förderanteil von 90 Prozent der förderfähigen Kosten vor. Gefördert wird insbesondere die passive Infrastruktur inklusive der Anbindung der Masten an das Breitbandnetz“, teilte Staatssekretär Muhle nun mit. Je nach Standort, sei ein einfacher Mast aber auch schon für unter 100 000 Euro zu haben. Weitere Voraussetzung sei der Betrieb durch einen der Netzbetreiber. Allerdings sparen die Betreiber an der Vissel die kompletten Investitionskosten für einen neuen Mast, weshalb es nicht schwerfallen sollte, einen Betreiber zu finden. Bei der Versteigerung der 5 G-Netze wurden extra bestimmte Frequenzbereiche für sogenannte freie Campusnetze reserviert, die dann relativ günstig für mittelständische Unternehmen oder Universitäten zur Verfügung stehen sollen. Das verfolgt den Ansatz des freien lokalen Netzzugangs.

Mit Blick auf Visselhövede ist besonders das Gewerbegebiet Celler Straße und der Campus Lehnsheide interessant, wenn es um die Frage geht, ob die ansässigen Unternehmen ein 5 G Campusnetz in Erwägung ziehen würden. Schließlich wäre man gemeinsam unabhängig von dem Zeitpunkt, bis wann die Netzbetreiber von selbst in der Visselstadt die 5 G-Technik einführen würden. „Jede Form von Verbesserung der digitalen Versorgung ist uns willkommen“, sagt JBS-Firmenchef Joachim Behrens. Mit Mobil-Telefonie und Internetkapazitäten stoße der Gewerbecampus-Lehnsheide schon an seine Grenzen.

Der Vorteil sei sicherlich, dass es bereits einen Mast gebet, der für die 5 G-Aufrüstung genutzt werden könne. „Technische Fragen müssen allerdings Fachleute klären. Vielleicht reicht die Höhe unseres Turms sogar für 5 G in ganz Visselhövede“, so Behrens über den 78 Meter hohen Mast auf dem Firmengelände. „Wir sind für Gespräche absolut offen. Und bleiben wie es ist, kann es definitiv nicht“, stellt der Firmenchef klar.

Dass der bestehende Turm dafür genutzt werden kann, würde auch Bürgermeister Ralf Goebel begrüßen. Denn so wäre es schnell möglich, in Visselhövede 5 G zu realisieren.

„Die Versorgung mit schnellem Internet ist für die Unternehmensgruppe Hoyer grundsätzlich extrem wichtig und interessant“, erklärt Markus Hoyer als geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe. Die vielen Standorte und Tankstellen stünden in ständiger Verbindung zur Zentrale in Visselhövede, um auf die gemeinsamen Daten auf den Zentral-Servern zuzugreifen oder die Tankdaten für bargeldlose Transaktionen zu senden. „Da bringen geringe Übertragungsgeschwindigkeiten oft nicht nur ärgerlichen Zeitverlust mit sich“, erläutert Hoyer.

„In Zeiten von Corona wurde ja nur ein vorübergehender Einblick in die möglichen künftigen Entwicklungen der Kommunikation gegeben“, spricht er die Erfahrung mit Homeoffice und Video-Konferenzen an. Letztere hätten als Ersatz für Zusammenkünfte im Büro und geschäftliche Treffen inzwischen überall Einzug gehalten. Auch das Visselhöveder Unternehmen nutze diese Möglichkeit mittlerweile, beispielsweise für Verhandlungsgespräche mit anderen Unternehmen. Das erfordere aber eben auch eine entsprechend ausreichende Internetgeschwindigkeit. „Dabei befinden wir uns mitten in der digitalen Transformation, die noch ganz andere Anforderungen an unsere Kommunikationsfähigkeit stellt“, ist sich Markus Hoyer sicher. Möglichkeiten, um die digitale Infrastruktur zu verbessern, seien daher auch für das Unternehmen von Bedeutung.

In der Firma Agrar-Service Grünhagen ist man aktuell mit der derzeitigen Versorgung der Datenübertragung zufrieden. „Wir verstehen aber die Notwendigkeit bei anderen Unternehmen mit datenträchtigem Geschäftsmodell für schnellere Technologien“, heißt es..

Bürgermeister Goebel betont allerdings, dass neben allen Überlegungen zum 5 G-Netz nicht der Breitbandausbau vergessen werden dürfe. „Wir brauchen parallel dazu Breitband bis ins Haus. Die Ausbauplanungen im Landkreis sollten auf jeden Fall weiter mit Hochdruck verfolgt werden“, stellt der Rathaus-Chef klar.

Auf dem Gelände der Firma JBS gibt es schon einen Mast. Chef Joachim Behrens glaubt, dass man diesen für 5 G nutzen könnte. Fotos: Leeske

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