Keine Parallelen zwischen Emlichheim und Wittorf

Dea: Rostfraß ist bei Z 1 kein Thema

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Die Planen vor der Anlage Wittorf Z1, die zurzeit zurückgebaut wird, dienen nach Auskunft des Konzerns Wintershall Dea dem Arbeitsschutz. 

„Die beiden Bohrungen in Emlichheim und Wittorf-Grapenmühlen kann man nicht miteinander vergleichen. Was dort geschehen ist, kann hier bei der Bohrung Z 1 nicht passieren!“ Heinz Oberlach, Pressesprecher des Erdgasunternehmens Wintershall-Dea, versucht, die Menschen zu beruhigen, die sich im Raum Wittorf Sorgen machen, nachdem im Bad Bentheimer Raum durchgerostete Rohrleitungen festgestellt worden waren.

Grapenmühlen - Dort hatten Untersuchungen Anfang Juli ergeben, dass Lagerstättenwasser aus einem von zwei Rohren der Einpressbohrungen in rund 150 Meter Tiefe ausgetreten ist. Wie viel Lagerstättenwasser, das bei der Förderung von Öl und Gas aus großer Tiefe mit an die Erdoberfläche gepumpt wird, tatsächlich versickert ist, lässt sich laut Meldungen zurzeit noch nicht einschätzen.

Unterschiede: Emlichheim und Wittorf

„In Emlichheim wurden die durchgerosteten Rohre bei der Verpressanlage von Lagerstättenwasser aus der Erdölförderung festgestellt. Diese Anlage ist vom Aufbau her grundlegend anders als die Wittorf Z 1 in Grapenmühlen, wo das Wasser aus der Erdgasförderung resultiert“, stellt Oberlach klar. Das Bohrungssystem in Emlichheim sei schon immer nur für eine Verpressung gedacht gewesen, während Wittorf Z 1 in Grapenmühlen zunächst als Produktionsbohrung gedient habe und erst in den vergangenen Jahren zu einer Verpressanlage umfunktioniert worden sei.

Lesen Sie auch: „Die Versenkbohrung für Lagerstättenwasser bei Wittorf-Grapenmühlen wird eingestellt.“

„Darum ist das Verrohrungsschema an den beiden Standorten ganz anders aufgebaut und nicht vergleichbar“, so der Wintershall Dea-Sprecher, der damit auf die geäußerten Befürchtungen der Wittorfer Initiative für Umwelt und Gesundheit (WUG) reagiert.

Denn die hatte verlauten lassen, dass durch den Vorfall in Emlichheim nun bewiesen sei, dass die verwendeten Rohre durchrosten können, „obwohl bis vor Kurzem noch das Gegenteil behauptet worden ist“, wie WUG-Mitglied Gerd Richter unserer Zeitung mitgeteilt hatte.

Hochgiftige Substanzen im Lagerstättenwasser

Die Havarie höre sich vielleicht zunächst harmlos an, aber es seien im Lagerstättenwasser hochgiftige Substanzen enthalten.

„Zwar wird die Anlage jetzt Stück für Stück zurückgebaut, aber wir haben einfach Angst, dass sich dann niemand mehr kümmert, wenn von oben nichts mehr zu sehen ist“, so Richter.

Die Aussage, dass es einen Unterschied mache, ob Öl oder Gas gefördert werde, will Richter jetzt so nicht stehen lassen: „Die wollen uns mit diesen Aussagen wohl für dumm verkaufen“, schimpft der Wittorfer. „Denn uns wurde immer wieder gesagt, dass Sauerstoff in der Tiefe nicht ausreichend vorhanden sei und darum auch nichts durchrosten könne. Jetzt ist das Gegenteil eingetreten. Und warum soll das nicht auch bei uns passieren?“

WUG fordert Monitoring

Darum drängt Richter weiter auf ein Monitoring, damit auch nach Jahren überprüft werden könne, was sich in der Tiefe tut. „Ich verstehe partout nicht, warum sich solch ein Weltkonzern gegen diese Art der Kontrolle klemmt, nur weil das zuständigeLandesbergamt im Augenblick gesetzlich noch kein Monitoring fordert“, so Richter. Die WUG setzt darum die Hoffnung zumindest auf den Erhalt der beiden Löschwasserbrunnen auf dem Areal der Anlage. „Denn die könnten zum einen der Feuerwehr als Reservoir dienen und, was noch viel wichtiger ist, wir können in der Tiefe die Wasserqualität messen“, so Richter.

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