Dea-Antrag sorgt zunächst für Verwirrung / Vorarbeiten für spätere Stilllegung

Arbeiten in Grapenmühlen: Beton statt Schotter

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Seit Jahren protestieren Visselhöveder gegen die Verpressung in Grapenmühlen.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Während der Konzern ExxonMobil seine Verpressanlage in der Gilkenheide östlich von Visselhövede dichtmachen will, plant das Unternehmen Dea in Grapenmühlen einen Umbau der Anlage, in der das Lagerstättenwasser verpresst wird, das bei der Gasförderung anfällt. Das sorgte am Mittwoch für viel Aufregung beim Grundstückseigentümer und auch im politischen Raum.

Die Stadt wurde nach Informationen unserer Zeitung jedenfalls in ihrer Eigenschaft als Träger öffentlicher Belange vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) um eine Stellungnahme hinsichtlich eines Umbau- und Erweiterungsantrags gebeten. Um welche Maßnahmen es sich dabei genau handelt, sei dem Antrag allerdings nicht so genau zu entnehmen, so ein Insider gegenüber unserer Zeitung.

Hans Joachim Euhus, Eigentümer der Fläche, auf der derzeit wegen Wartungsarbeiten mächtig Betrieb herrscht, weiß ebenfalls nichts Konkretes, ist aber „stinksauer“, dass er nicht exakt darüber informiert wird, was auf seinem Grundstück geschehen soll. „Ich habe auch nur über Umwege erfahren, dass dort offenbar eine Art Wasseraufbereitungsanlage installiert und Änderungen an der Versenkbohrstelle vorgenommen werden sollen. Aber vom Betriebsleiter der Anlage war nichts zu erfahren“, so Euhus.

Heinz Oberlach, Beauftragter für Kommunikation bei Dea, bringt auf Nachfrage aber Licht ins Dunkle: „Die ganze Geschichte ist ein alter Hut. Wir planen, den hinteren Bereich der Anlage, der im Augenblick noch mit Schotter bedeckt ist, gänzlich anders zu gestalten. Dort soll der Schotter raus und eine Betonplatte eingebaut werden.“

Das habe schon etwas damit zu tun, dass, wie vom Unternehmen bereits im vergangenen Jahr angekündigt, die Anlage mittelfristig geschlossen werde. „Auch weil es politischer Wille ist, die Verpressung im Kalkarenit zu beenden“, so Oberlach.

Macht Dea Grapenmühlen dicht, können die oberirdischen Tanks und Rohre einfach abgeschraubt werden, „aber wir machen auf die Bohrung nicht einfach einen Deckel drauf, sondern werden das Loch komplett verfüllen und die Rohre herausziehen. Dazu wird zu gegebener Zeit ein Turm aufgebaut, der natürlich auf einem vernünftigen Untergrund stehen muss“, erklärt Oberlach, der nicht so recht nachvollziehen kann, warum die Visselhöveder Gremien erst jetzt um eine Stellungnahme gebeten werden.

„Was ist denn das für eine Zusammenarbeit?“, fragt Ratsmitglied Eckhard Langanke von der Gruppe WiV in einer Mitteilung an unsere Zeitung. Der Visselhöveder traut der Dea-Erklärung offenbar nicht so ganz: „Dea hat bisher immer Wert auf eine gute Partnerschaft und enge Zusammenarbeit gelegt. Doch nun liegt dieser Antrag vor.“ Besonders stört Langanke, dass Grundstückseigentümer Euhus bisher keinerlei Kenntnis von den beantragten Baumaßnahmen habe: „Ein faires Verfahren?“

Die örtlichen Bundestagsabgeordneten seien durch die Gruppe WiV aufmerksam gemacht worden. „Ich gehe davon aus, dass sie bei der Dea und dem LBEG nachfragen und sich die Situation erklären lassen, schreibt Langanke. „Wenn uns als Stadtratsmitglieder alle notwendigen Informationen zur Verfügung stehen, ist es sicher nicht schwer, in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung eine Stellungnahme zu erarbeiten.“

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