Evakuierung der Oberschule nach Feueralarm / „Zügig, aber ruhig“

Damit im Ernstfall auch wirklich alle draußen sind

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Hausmeister Johann Bode löst den Alarm aus.

Visselhövede - Von Jens Wieters. Ein markerschütternder Ton störte am Mittwoch die rund 340 anwesenden Jugendlichen der Visselhöveder Oberschule Auf der Loge während des morgendlichen Unterrichts. Und auch die Nachbarn schreckten von ihrer Gartenarbeit hoch.

Um 11.04 Uhr hatte Hausmeister Johann Bode nämlich den Feueralarm ausgelöst, um gemeinsam mit dem Lehrerkollegium die komplette Evakuierung des weitverzweigten Schulgebäudes zu trainieren.

Bei den Schülern waren viele Fragen offen

„Und die Räumung sollte möglichst schnell vonstattengehen, um im Ernstfall auch wirklich gut vorbereitet zu sein“, erläuterte Matthias Semeniuk, Lehrer und Sicherheitsbeauftragter. „Ja auch solch einen Posten gibt es an unserer Schule.“ Im Vorfeld seien die Schüler zwar immer wieder auf das Verhalten im Brandfall hingewiesen worden, aber dennoch sei die Alarmübung nicht angekündigt gewesen und sie habe die Schüler sicherlich ein wenig überrascht.

In der Tat, denn trotz der eher kühlen Witterung kamen einige Schüler ohne Jacke die Treppen heruntergerannt, um sich zu dem bekannten Sammelpunkt auf dem Bolzplatz weit abseits des Schulgebäudes zu begeben. „Wo jetzt hin? Vorne oder hinten raus?“, fragten sich nicht wenige Schüler.

„Und genau dort müssen wir ansetzen. Die Evakuierung muss ruhig, aber zügig erfolgen. Stürze durch schnelles Treppenhinablaufen sollten unbedingt vermieden werden Und auch die exakten Fluchtwege müssen die Schüler kennen“, so Semeniuk.

Großübungen müssen einmal jährlich durchgeführt werden

Einmal jährlich sei solch eine Großübung vorgeschrieben, um zu analysieren, was noch besser funktionieren könne, betonte der Sicherheitsbeauftragte. Demnach müssen sich alle Schüler bei einem Alarm von den Stühlen erheben, in Zweier-Gruppen geordnet möglichst schnell ins Freie gehen. „Die Fenster sollten nicht geöffnet werden, um einem Feuer nicht noch mehr Sauerstoff zuzuführen.“

Die Lehrer müssen laut Semeniuk bei einer Evakuierung unbedingt die Klassenbücher oder Kurslisten mitführen, „damit wir exakt wissen, wie viele Schüler tatsächlich in der Klasse waren und ob noch einer fehlt“. Dennoch durchforsten Lehrer in auffälligen Warnwesten alle Klassen- und Sanitärräume, ob sich noch irgendwo ein Schüler aufhält, der den eigentlich nicht zu überhörenden Signalton nicht mitbekommen hat.

Alle Personen haben das Gebäude verlassen - waren sie schnell genug?

Am Mittwoch war die Schule aber schon nach kurzer Zeit menschenleer, die Übung hat also geklappt – oder? „Das werten wir jetzt im Detail aus, denn es geht ja auch um den Faktor Zeit“, informierte Semeniuk, der seine Ergebnisse noch am Nachmittag der Dienstversammlung zur Manöverkritik vorstellte. Sinnvoll seien diese Übungen allemal, vor allem vor dem Hintergrund, dass es in der Schule schon einmal zu einem verheerenden Brand gekommen sei.

Ende der 80er Jahre hatte ein Feuer im Obergeschoss das halbe Dach der damaligen Hauptschule zerstört. Als Ursache wurde damals ein technischer Defekt angenommen. Der Sachschaden war enorm. Verletzt wurde niemand – es war Ferienzeit.

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