Start des Coworking-Projekts in Schwitschen

Die Zukunft kommt aufs Land

So macht Arbeiten Spaß: Coworkland-Organisatorin Gudrun Neuper (l.), mit den beiden frischgebackenen Geschäftsführern Birte und Julian Motzkau.
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So macht Arbeiten Spaß: Coworkland-Organisatorin Gudrun Neuper (l.), mit den beiden frischgebackenen Geschäftsführern Birte und Julian Motzkau.

Schwitschen – Mitarbeiter XY der Firma Z sitzt häufig allein am Schreibtisch. Zu Corona-Zeiten fehlen im Homeoffice sogar die Gespräche mit Kollegen in der Pause. Kreativität? Fehlanzeige! „Und genau dafür haben wir die Lösung“, sagt Julia Pralle aus Schwitschen. Denn ihre Familie hat gemeinsam mit der Stadt Visselhövede, dem örtlichen Landfrauenverein und dem vom Land geförderten Coworkland das Pilotprojekt „mobiler Co-Working-Space“ gestartet, das am Mittwochabend eröffnet wurde.

Dahinter verbirgt sich ein auf Stelzen stehender und hübsch dekorierter Bürocontainer, mit einer kleinen Terrasse davor, einer Teeküche daneben und Outdoormöbeln auf dem Rasen gleich vor der Treppe. Die mit Highspeed-Internet, Drucker, Scanner und Co. ausgestatteten Arbeitsplätze sind für Menschen gedacht, die Spaß daran haben, für einen frei und spontan buchbaren Zeitraum (cowerland.de/spaces) mit Branchenfremden in einem Raum zu arbeiten, sich über ihre Jobs auszutauschen, Synergien zu entwickeln und abends bei Sport, Musik oder Klönschnack auch noch jede Menge Spaß haben wollen.

Julia Pralle (l.) und Susanne Tamke bei der Eröffnung des Coworking-Projekts.

Denn nach Feierabend haben die Landfrauen in dem dreieinhalb Wochen andauernden Projekt ein Programm auf die Beine gestellt, das für Groß und Klein, Jung und Alt etwas bietet. „Und das ist natürlich nicht nur ausschließlich für die Coworker gedacht, sondern für jedermann, der Lust hat, aktiv zu sein und sich mit anderen zu treffen“, so Landfrauenvorsitzende Susanne Tamke während der Eröffnung.

Gerade ihr Verband sei „immer offen für Neues“ und darum habe man auch gleich Unterstützung zugesagt, als Julia Pralle vorgeschlagen habe, das Experiment in Schwitschen zu realisieren. „Wir wollen mithelfen, die Zukunft aufs Land zu bringen“, so Tamke.

Kirsten Licher-Hellberg nutzt den Container.

Pralle betonte, dass ein dauerhafter Coworking-Space die Attraktivität der Stadt fördern könne. „Visselhövede wird mehr und mehr zu einer Stadt in der zugleich gelebt und gearbeitet wird. Durch das Coworking bilden sich Arbeitsgemeinschaften, die verbinden und fördern und der Stadt in der Entwicklung helfen. Darum sind wir ganz gespannt auf diesen Modellversuch“, so die Sprecherin der Firma Agrikultur Pralle, die die Federführung hat.

„Und nicht zuletzt schont diese neue Form des Arbeitens das Klima und damit passt es zu 100 Prozent in diese Zeit“, betonte Visselhövedes Bürgermeister Ralf Goebel. Solch ein Raum für ein gemeinsames Arbeiten schlage eine Brücke zwischen dem Arbeits- und Privatleben und sei dank Digitaltechnik problemlos möglich. „Und bei der Verlegung der modernen Glasfaserleitungen sind wir in Visselhövede ganz weit vorn, denn die ehemaligen weißen Flecken wie zum Beispiel Delventhal bekommen bald das beste Netz.“ So werde alleine der städtische Anteil am Ausbau der digitalen Infrastruktur in den kommenden fünf Jahren 2,5 Millionen Euro betragen.

Dieses Turbo-Internet nutzen am ersten Container-Tag bereits Birte und Julian Motzkau aus Jeddingen. Die beiden haben sich gerade mit ihrer Firma Formenfrei 3 D selbstständig gemacht und haben natürlich eine Menge digital zu organisieren, was früher Papierkram hieß. Während es sich die beiden mit Cowork-Community-Managerin Gudrun Neuper draußen bequem machen, sitzt Kirsten Licher-Hellberg oben im Container und tippt fleißig in die Tastatur. Die Visselhövederin hat das Vorzimmer des Bürgermeisters im Rathaus mit dem Coworkingplatz in Schwitschen getauscht. „Ich brauche nur mein Laptop und das Handy und schon kann es losgehen. Das klappt prima und man trifft mal ganz andere Leute“, freut sich Licher-Hellberg.

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