Coworking-Projekt in Schwitschen

Das Dorf wird zum Büro

Rafaela Christof von der Stadtverwaltung, Landfrauenchefin Susanne Tamke sowie Julia und Annegret Pralle.
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Hoffen auf viele Teilnehmer am Coworking-Projekt (v.l.): Rafaela Christof von der Stadtverwaltung, Landfrauenchefin Susanne Tamke sowie Julia und Annegret Pralle.

Schwitschen – Tagsüber auf der hübschen Holzterrasse sitzen und konzentriert am Laptop arbeiten, ab und an den Blick über alte Obstbäume schweifen lassen und nach Feierabend mit den Landfrauen Hip Hop tanzen: All das ist beim Coworking-Projekt, das vom Land Niedersachsen gefördert wird, in Schwitschen ab dem 14. Juli möglich.

Die Familie Pralle hatte sich mit Unterstützung des Visselhöveder Landfrauenvereins und der Stadtverwaltung beim Niedersächsischen Sozialministerium beworben und den Zuschlag bekommen, zwei Büro-Container auf dem Gelände hinter der ehemaligen Gaststätte aufzustellen. „Wir wollen versuchen, mit dem Coworking auf eine andere Arbeitsform aufmerksam zu machen und damit den ländlichen Raum zu stärken“, sagt Julia Pralle, die mit ihrer Idee bei der Landfrauenvorsitzenden Susanne Tamke und bei Rafaela Christof vom Stadtmarketing sofort auf Begeisterung traf.

Denn heutzutage würden viele Jobs digital erledigt, wobei die Standortfrage überhaupt keine Rolle spiele. „Das kann mit einem guten Internetanschluss also überall auf der Welt sein, also auch in Schwitschen“, ist Pralle überzeugt, dass dieses Projekt die Zukunft des Arbeitens ist.

Aber es geht nicht nur um das Arbeiten am Meer, im Grünen oder irgendwo auf dem Berg, es geht auch um die Gemeinschaft. So kann sich ein Ölverkäufer aus Visselhövede den Container mit einem Zimmermann aus Wittorf teilen, sich über ihre Branchen austauschen und sehr viele neue Ideen aus dem Projekt mitnehmen.

„Es lassen sich branchenübergreifende Synergien finden und gerade bei uns im ländlichen Raum richten sich die Coworking-Spaces, wie die Arbeitsräume genannt werden, nicht nur an Digitalarbeitende, sondern auch an Handwerker, Künstler oder Sozialinitiativen“, betonen Susanne Tamke und Julia Pralle.

Zeitfenster sind demnächst zu buchen

„Die Chefs unserer Unternehmen wollen sicher alle zufriedene Mitarbeiter in ihren Reihen, genau darum sollten Abteilungsleiter oder Buchhalter mal am Coworking-Projekt teilnehmen, um in Ruhe die Personalplanung zu machen oder eine Bilanz zu erstellen“, richtet Rafaela Christof einen Appell an die Firmenbosse Visselhövedes, das Projekt mit Leben zu füllen. „Einfach mal ausprobieren!“

Die Arbeitsplätze können halbtags gebucht werden und kosten nichts. Aber auch das Buchen von mehreren Halbtags-Zeitfenstern ist in dem Projektzeitraum vom Mittwoch, 14. Juli, bis zum Dienstag, 6. August, möglich.

Das Projekt hat aber noch einen weiteren Hintergrund. „Mit dieser Idee, die aktuell an sechs Standorten in Niedersachsen umgesetzt wird, wollen wir den ländlichen Raum attraktiver gestalten, in dem wir moderne Arbeitsplätze schaffen und somit auch die Dorfgemeinschaft stärken. Wir wollen weg davon, dass die Menschen morgens den Ort verlassen und erst abends nur zum Schlafen wiederkommen“, sagt Annegret Pralle mit Blick auf verschwindende Arbeitsplätze.

Einfach mal ausprobieren!

Rafaela Christof von der Visselhöveder Stadtverwaltung

Und damit die Coworker aber nicht nur an Arbeit denken, kommen die Landfrauen ins Spiel. Denn die haben sich für die dreieinhalb Wochen eine Menge Programm ausgedacht, das an den Containern stattfindet. „Wir bieten ein breites Spektrum von Veranstaltungen, die mit Sport, politischer Bildung, Land und Leute, Gesundheit und Umwelt oder Kunst und Kultur und vielem mehr zu tun haben“, so Susanne Tamke. Natürlich gibt es dann auch eine Menge Infos zum Coworking.

Die Organisatoren verstehen das Projekt als eine Art Test, um festzustellen, wo Coworking Sinn ergibt. „Wenn es hier in Schwitschen gut angenommen wird, dann könnte ein gemeinsamer Ort entwickelt werden, an dem Gemeinschaften wachsen und Netzwerke entstehen, die neues Perspektiven aufs Land bringen“, sind sich alle einig.

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