Christel Schwarz sieht positive Bilanz / „Wären gerne länger hier“

Erfolgreiches Missionsfest

+
Gestern bauten die Mitglieder des Missionswerks ihr Lager wieder ab. Sprecher Christel Schwarz (r.) zieht eine positive Bilanz der neuntägigen Veranstaltung.

Visselhövede - Von Jens Wieters. „Wir haben viele junge Leute von der Straße geholt. Alte und kranke Menschen haben durch unsere Gottesdienste viel Hoffnung geschöpft, andere wurden in ihrem Glauben gestärkt. Insgesamt also ein gelungenes, wenn auch zu kurzes Missionsfest!“ Christel Schwarz vom christlichen Missionswerk Oldenburg zieht eine positive Bilanz der neuntägigen Veranstaltung auf dem Festplatz am Visselhöveder Majorsbruch.

Zum zweiten Mal weilte das Missionswerk, das aus dem Freundeskreis der Sinti und Roma Oldenburg hervorging, in der Vissel-Gemeinde. „Wir hatten ein großes Zelt für die Gottesdienste aufgebaut, in dem jedem Abend gesungen und gebetet wurde“, berichtet Schwarz, der sogar extra einen Fahrdienst eingerichtet hatte, um Glaubensbrüder aus den umliegenden Gemeinden und Städten, die nicht mobil sind, an dem Fest teilhaben zu lassen.

Milano Laubinger, 16-jähriger Jugenddiakon der Gemeinschaft, hat in den vergangenen Tagen Gottesdienste für Heranwachsende organisiert. „Und dabei hat sich der eine oder andere zu Christus bekannt, der bisher noch nicht so richtig gläubig war“, erzählt Laubinger.

Und beileibe seien es nicht nur Sinti und Roma gewesen, die die Gottesdienste besucht hätten, sagt Christel Schwarz. „Viele Visselhöveder haben uns erneut besucht, nachdem sie im vergangenen Jahr die ersten Kontakte geknüpft hatten. So war zum Beispiel ein Landwirt hier, der für seine kranke Frau gebetet hat. Aber auch andere kamen regelmäßig vorbei. So werden, wir hier langsam heimisch.“

Schwarz dankt auf diesem Wege der Stadt und ihren Bürgern, dass das Missionswerk den Festplatz unentgeldlich nutzen kann, und auch dass jede Woche sonntags das Haus der Bildung für Gebetsstunden zur Verfügung steht. „Die Stadt hat uns die Hand gereicht. Das ist nicht unbedingt üblich“, so der Oldenburger, der auch im Vorstand des Landesverbands der Sinti und Roma sitzt.

Ein wenig traurig ist die Gemeinschaft, dass sie gestern ihre Zelte und Wohnwagen wieder abbauen und wegfahren musste. „Wir wären gerne zwei Wochen geblieben, die Nachfrage war da“, wünscht sich Schwarz im nächsten Jahr vielleicht ein Umdenken bei der Stadt. Nach Schwarz’ Ansicht sei die Stadt in den kommenden Monaten häufiger auf seine Hilfe angewiesen, wenn der Flüchtlingsstrom von Menschen aus dem Balkan nicht abreiße: „Da sind viele Roma dabei. Eine städtische Verwaltung braucht ein Jahr, um erste erfolgreiche Integrationsversuche zu bilanzieren. Wir brauchen dafür lediglich vier Wochen.“ So schwebt Schwarz eine Art Info-Büro in Visselhövede vor, wo Flüchtlinge aus dem südosteuropäischem Raum „eine Art Anlaufstelle vorfinden, wo ihnen die für sie wichtigen Behörden genannt werden“. Denn viele könnten kaum lesen und schreiben und bräuchten darum dringend Hilfe.

Einem längeren Aufenthalt des Missionswerks steht aber eine Entscheidung der Politik gegenüber, denn wie Mathias Haase vom Ordnungsamt der Stadt berichtet, gebe es einen Beschluss, dass solche Veranstaltungen dort nur neun Tage lang andauern dürften. Grundsätzlich stehe die Stadt einem solchen Missionsfest positiv gegenüber. „Und wir haben keinerlei Beschwerden von Anliegern erhalten“, so Haase.

Mehr zum Thema:

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Kunstdiebstahl im Bode-Museum: Keine Spur von 100-Kilo-Münze

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Christine Kaufmann (†): Bilder aus ihrem Leben

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Küken liefern „PiepSchau“ in der Grundschule Asendorf

Ostermarkt in Brunsbrock

Ostermarkt in Brunsbrock

Meistgelesene Artikel

Familie aus dem Kosovo wird in Heimatland zurückgeschickt

Familie aus dem Kosovo wird in Heimatland zurückgeschickt

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Chef vom „Lucky Dog Hostel“ ist baff

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Hartmut Leefers: „Das ist ein schwieriger Prozess“

Kommentare